Vivo X300 Ultra im Test: Wenn ein Smartphone zur Profi-Kamera mutiert

Vivo bringt erstmals ein Ultra-Modell global auf den Markt und setzt dabei voll auf Fotografie und Videografie. Das X300 Ultra ist ein Spezialist mit klarer Ausrichtung und genau darin liegt seine Stärke und seine größte Schwäche.

Der Smartphone-Markt ist in den letzten Jahren vorhersehbar geworden. Jedes Jahr ein neues Flaggschiff, etwas mehr Leistung, etwas bessere Kamera, etwas helleres Display. Wirkliche Überraschungen sind selten geworden. Umso spannender ist es, wenn ein Hersteller diesen gewohnten Rhythmus bewusst durchbricht und ein Gerät vorstellt, das nicht einfach nur besser sein will, sondern anders. Genau hier setzt das Vivo X300 Ultra an.

Vivo verfolgt mit seiner Ultra-Serie schon länger eine klare Vision: Smartphones sollen nicht nur Allrounder sein, sondern spezialisierte Werkzeuge, vor allem im Bereich der Fotografie. Bisher waren diese Modelle allerdings weitgehend auf den chinesischen Markt beschränkt und blieben international eher ein Geheimtipp für Technik-Enthusiasten. Mit dem X300 Ultra ändert sich das grundlegend. Es ist das erste Ultra-Gerät von Vivo, das offiziell global erscheint und damit auch hierzulande eine deutlich größere Bühne bekommt.

Vivo X300 UltraUnd genau diese Bühne nutzt Vivo für ein klares Statement. Statt sich an bestehenden Konzepten zu orientieren, stellt das X300 Ultra die Kamera kompromisslos in den Mittelpunkt. Große Sensoren, ungewöhnliche Brennweiten und ein ganzes Ökosystem aus Zubehör sollen das Smartphone näher an klassische Kameras heranbringen als je zuvor. Das klingt ambitioniert und ist es auch. Gleichzeitig bedeutet dieser Ansatz, dass das X300 Ultra nicht versucht, es jedem recht zu machen. Es ist kein klassischer Allrounder, sondern ein bewusst spezialisiertes Gerät, das klare Prioritäten setzt. Wer hier zugreift, entscheidet sich nicht nur für ein Smartphone, sondern für ein bestimmtes Nutzungskonzept.

Wie konsequent Vivo diesen Weg gegangen ist, zeigt sich bereits beim ersten Blick auf das Gerät. Denn noch bevor man es einschaltet, wird klar, worum es hier eigentlich geht.

Design und Verarbeitung: Kamera dominiert alles

Schon beim ersten Kontakt mit dem Vivo X300 Ultra wird klar, dass hier ein anderer Ansatz verfolgt wird als bei klassischen Flaggschiffen. Während viele Hersteller versuchen, Kamera und Gehäuse möglichst unauffällig zu integrieren, geht Vivo bewusst den entgegengesetzten Weg. Die Kamera steht im Mittelpunkt und alles andere ordnet sich diesem Konzept unter.

Das dominante, kreisrunde Kameramodul auf der Rückseite ist nicht nur groß, sondern regelrecht monumental. Es nimmt einen erheblichen Teil der oberen Gerätehälfte ein und wirkt fast wie ein eigenständiges Bauteil. Optisch erinnert das Ganze eher an eine hochwertige Kompaktkamera als an ein Smartphone. Diese Gestaltung ist nicht bloß ein Designstatement, sondern technisch notwendig, um die großen Sensoren und die komplexe Optik unterzubringen.

Im Alltag sorgt dieses Design allerdings für gemischte Eindrücke. Einerseits hebt sich das Gerät klar von der Masse ab und wirkt hochwertig sowie einzigartig. Andererseits ist das Kameramodul ständig präsent. Beim Herausziehen aus der Tasche, beim Ablegen auf dem Tisch oder beim Halten in der Hand wird man immer wieder daran erinnert, dass dieses Smartphone anders ist.

Die Materialwahl unterstreicht den Premium-Anspruch. Der Rahmen aus Metall fühlt sich stabil und kühl an, während die Rückseite mit ihrer matten Oberfläche nicht nur edel wirkt, sondern auch vergleichsweise unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken ist. Insgesamt entsteht ein sehr hochwertiger Gesamteindruck, der dem Preisniveau gerecht wird. Mit 237 Gramm bringt das Gerät allerdings ordentlich Gewicht auf die Waage. Das ist im täglichen Gebrauch nicht zu übersehen. Besonders bei längerer Nutzung, etwa beim Fotografieren oder Filmen, kann das Gewicht spürbar werden. Es vermittelt zwar ein Gefühl von Wertigkeit, verlangt aber gleichzeitig eine gewisse Eingewöhnung.

„Die Kamera steht im Mittelpunkt und alles andere ordnet sich diesem Konzept unter“

Die Ergonomie ist trotz der Größe überraschend gelungen. Die Übergänge zwischen Display, Rahmen und Rückseite sind weich gestaltet, sodass das Gerät angenehm in der Hand liegt. Dennoch bleibt es ein großes Smartphone, das man nicht beiläufig bedient. Einhändige Nutzung ist nur eingeschränkt möglich und erfordert oft Umgreifen.

Ein weiterer Punkt ist die Balance. Durch das massive Kameramodul verschiebt sich der Schwerpunkt deutlich nach oben. Das führt dazu, dass das Gerät leicht kopflastig wirkt. Beim Fotografieren kann das sogar ein Vorteil sein, weil die Kamera stabiler in Position gehalten wird. Im normalen Alltagseinsatz ist es jedoch etwas gewöhnungsbedürftig. Auf flachen Oberflächen zeigt sich ebenfalls die Konsequenz dieses Designs. Das Smartphone liegt nie ganz plan auf und kann beim Tippen leicht kippen. Dank der zentralen Position des Kameramoduls hält sich das zwar in Grenzen, verschwindet aber nicht vollständig.

Sehr positiv fällt hingegen die Widerstandsfähigkeit auf. Mit IP68 und IP69 ist das X300 Ultra nicht nur gegen Staub und Wasser geschützt, sondern auch gegen stärkere Belastungen wie Hochdruckwasser oder hohe Temperaturen. Das ist in dieser Form selten und passt gut zur Ausrichtung als Werkzeug für anspruchsvolle Einsätze. Auch die Details stimmen. Die Tasten bieten einen klaren Druckpunkt, die Verarbeitung ist durchgehend sauber und es gibt keine auffälligen Spaltmaße oder Schwächen. Alles wirkt durchdacht und präzise umgesetzt.

Display: Technisch auf Top-Niveau

Beim Display lässt das Vivo X300 Ultra kaum Raum für Kritik und setzt gleichzeitig ein klares Ausrufezeichen in der Oberklasse. Schon die nackten Zahlen lesen sich beeindruckend, doch entscheidend ist, wie sich das Ganze im Alltag anfühlt. Und genau hier spielt das Panel seine Stärken konsequent aus. Mit einer Diagonale von 6,82 Zoll gehört der Bildschirm zu den größeren Vertretern seiner Klasse. Das sorgt für viel Platz für Inhalte, egal ob beim Scrollen durch Webseiten, beim Bearbeiten von Fotos oder beim Konsum von Videos. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass das Gerät insgesamt groß bleibt und bewusst genutzt werden will. Einhändige Bedienung ist eher die Ausnahme als die Regel.

Die Auflösung von 3.168 × 1.440 Pixeln sorgt für eine extrem hohe Schärfe. Einzelne Pixel sind selbst bei genauem Hinsehen nicht zu erkennen. Texte wirken gestochen scharf, Bilder detailreich und Videos profitieren sichtbar von der hohen Pixeldichte. Gerade bei hochauflösenden Fotos aus der eigenen Kamera zeigt sich, wie viel Potenzial in diesem Panel steckt. Ein echtes Highlight ist die Bildwiederholrate von 144 Hz. Im Alltag fühlt sich das System dadurch noch einmal flüssiger an als bei den inzwischen üblichen 120 Hz. Animationen laufen geschmeidig, Scrollbewegungen wirken natürlicher und selbst kleine Interaktionen fühlen sich direkter an. Es ist kein riesiger Unterschied, aber einer, den man nach kurzer Zeit nicht mehr missen möchte.

„Ein Display, das nicht nur schön aussieht, sondern als echtes Arbeitswerkzeug dient“

Besonders beeindruckend ist jedoch die Helligkeit. Mit einer Spitzenhelligkeit von bis zu 4500 Nits gehört das Display zur absoluten Spitze am Markt. In der Praxis bedeutet das, dass Inhalte selbst bei direkter Sonneneinstrahlung problemlos ablesbar bleiben. Das ist nicht nur angenehm, sondern gerade bei der Nutzung der Kamera ein echter Vorteil. Das Display wird hier zum Sucher und erlaubt eine präzise Beurteilung von Belichtung und Farben, auch unter schwierigen Lichtbedingungen. Die Farbdarstellung ist bewusst neutral gehalten. Vivo setzt hier nicht auf übertriebene Sättigung, sondern auf eine möglichst realistische Wiedergabe. Das sorgt dafür, dass Fotos und Videos authentisch wirken und nicht künstlich aufgeblasen erscheinen. Besonders bei Hauttönen fällt diese Zurückhaltung positiv auf.

Technisch ist das Panel auf dem neuesten Stand. Dank LTPO-Technologie passt sich die Bildwiederholrate dynamisch an den dargestellten Inhalt an. Beim Lesen oder bei statischen Inhalten wird sie reduziert, bei schnellen Bewegungen erhöht. Das spart Energie und sorgt gleichzeitig für ein konstant flüssiges Nutzungserlebnis. Auch der Aspekt der Augenfreundlichkeit wurde nicht vernachlässigt. Die hohe PWM-Dimmfrequenz reduziert sichtbares Flackern bei niedriger Helligkeit deutlich. Das macht sich vor allem bei längerer Nutzung bemerkbar, etwa abends oder in dunklen Umgebungen.

Leistung und Hardware: Mehr als genug Power

Beim Thema Leistung spielt das Vivo X300 Ultra in einer Liga, in der es aktuell nur sehr wenige Konkurrenten gibt. Schon auf dem Papier ist klar, dass hier keine Kompromisse gemacht wurden, doch entscheidend ist, wie sich diese Power im Alltag anfühlt. Und genau da liefert das Gerät eine beeindruckend souveräne Vorstellung ab.

Im Zentrum steht der Snapdragon 8 Elite Gen 5, ein aktueller High-End-Prozessor, der nicht nur auf maximale Leistung ausgelegt ist, sondern auch auf Effizienz. In der Praxis bedeutet das, dass das System selbst unter hoher Last konstant schnell bleibt, ohne dabei unnötig viel Energie zu verbrauchen oder übermäßig heiß zu werden. Zusammen mit 16 GB RAM entsteht eine Performance, die im Alltag fast schon überdimensioniert wirkt.

Apps starten ohne Verzögerung, selbst große Anwendungen sind sofort einsatzbereit, und auch beim schnellen Wechsel zwischen mehreren Programmen bleibt alles flüssig. Man merkt schlicht nicht, dass hier im Hintergrund komplexe Prozesse ablaufen. Gerade im Multitasking zeigt das Gerät seine Stärke. Zahlreiche Apps können parallel geöffnet bleiben, ohne dass Inhalte neu geladen werden müssen. Das ist besonders praktisch für Nutzer, die ihr Smartphone nicht nur zum Konsumieren, sondern aktiv zum Arbeiten nutzen.

Ein weiterer entscheidender Punkt ist der interne Speicher. Mit 1 TB UFS 4.0 bietet das X300 Ultra nicht nur viel Platz, sondern auch extrem hohe Datenraten. Große Dateien werden in Sekunden gespeichert oder geladen, was sich besonders bei Fotos und Videos bemerkbar macht. Wer regelmäßig mit hochauflösendem Material arbeitet, wird diesen Unterschied schnell zu schätzen wissen.

„Leistung, die im Alltag fast schon überdimensioniert wirkt“

Ein echtes Alleinstellungsmerkmal ist der zusätzliche Imaging-Chip VS1+. Dieser arbeitet unabhängig vom Hauptprozessor und übernimmt gezielt Aufgaben rund um die Kamera. Das betrifft etwa die Rauschunterdrückung, die Verarbeitung von HDR-Aufnahmen oder die Berechnung von Tiefeneffekten. In der Praxis sorgt das dafür, dass die Kamera schneller reagiert und Bilder ohne spürbare Verzögerung gespeichert werden. Gerade bei Serienaufnahmen oder bei der Nutzung der vollen Auflösung zeigt sich dieser Vorteil deutlich. Während andere Smartphones hier ins Stocken geraten oder kurze Denkpausen einlegen, bleibt das X300 Ultra konstant schnell.

Auch im Gaming macht sich die Leistung bemerkbar. Selbst grafisch anspruchsvolle Titel laufen flüssig und stabil, oft mit maximalen Details und hohen Bildraten. Das Gerät bleibt dabei erstaunlich konstant in seiner Performance, ohne starke Einbrüche oder Ruckler. Ein wichtiger Faktor ist dabei das Kühlsystem. Vivo setzt auf eine groß dimensionierte Vapor-Chamber-Kühlung, die die entstehende Wärme effektiv ableitet. Im Alltag bedeutet das, dass das Gerät auch bei längerer Nutzung angenehm temperiert bleibt. Es wird zwar warm, aber nie so heiß, dass es störend wird oder die Leistung reduziert werden müsste.

Auch bei der Konnektivität zeigt sich das Gerät zukunftssicher. Unterstützung für moderne Standards wie Wi-Fi 7 und aktuelle 5G-Technologien sorgt dafür, dass man auch in den kommenden Jahren gut aufgestellt ist. Datenübertragungen sind schnell und stabil, egal ob im heimischen Netzwerk oder unterwegs. Was besonders auffällt, ist die allgemeine Systemruhe. Trotz der enormen Leistung wirkt das Smartphone nie hektisch oder überfordert. Alles läuft kontrolliert und gleichmäßig, was das Nutzungserlebnis sehr angenehm macht.

Kamera(s): Das eigentliche Herzstück

Die Kamera ist beim Vivo X300 Ultra nicht einfach nur ein wichtiges Feature, sie ist der eigentliche Kern des gesamten Geräts. Alles an diesem Smartphone scheint darauf ausgelegt zu sein, die bestmögliche Bildqualität aus einem mobilen System herauszuholen. Und genau deshalb lohnt es sich, hier genauer hinzuschauen.

Der vielleicht spannendste Ansatz ist die Entscheidung für eine 35 mm Brennweite als Hauptkamera. Das wirkt auf den ersten Blick unspektakulär, hat aber enorme Auswirkungen auf die Bildwirkung. Während die meisten Smartphones auf deutlich weitwinkligere Perspektiven setzen, orientiert sich Vivo hier bewusst an klassischen Reportage-Objektiven aus der Fotografie. Im Alltag bedeutet das zunächst eine Umstellung. Man muss bewusst einen Schritt zurückgehen, um den gleichen Bildausschnitt zu erhalten wie bei anderen Smartphones. Doch nach kurzer Zeit zeigt sich der Vorteil. Die Bilder wirken natürlicher, weniger verzerrt und insgesamt harmonischer. Gerade bei Personenaufnahmen oder Straßenszenen entsteht ein deutlich authentischer Eindruck.

Die Hauptkamera selbst arbeitet mit einem großen Sensor und einer Auflösung von bis zu 200 Megapixeln. Diese hohe Auflösung ist nicht nur Marketing, sondern bringt echte Vorteile. Details werden extrem fein aufgelöst, und auch bei nachträglichem Zuschneiden bleibt viel Bildinformation erhalten. Gleichzeitig sorgt die intelligente Pixelverarbeitung dafür, dass die Standardaufnahmen nicht überladen wirken, sondern ausgewogen und klar bleiben. Besonders auffällig ist der Dynamikumfang. Helle und dunkle Bereiche werden sehr gut ausbalanciert, ohne dass das Bild unnatürlich wirkt. Schatten bleiben erhalten, ohne komplett aufgehellt zu werden, und helle Bereiche brennen nur selten aus. Vivo verzichtet hier auf übertriebene HDR-Effekte, was den Bildern eine angenehme Natürlichkeit verleiht.

Die Farbwiedergabe ist ein weiterer großer Pluspunkt. Dank des zusätzlichen Multispektralsensors, der das Umgebungslicht analysiert, bleiben Farben auch unter schwierigen Bedingungen konsistent. Unterschiedliche Lichtquellen werden sauber getrennt, was gerade in Innenräumen oder bei Nachtaufnahmen sichtbar wird. Farben wirken nicht verfälscht, sondern nah an der Realität. Auch die Zusammenarbeit mit ZEISS zeigt sich nicht nur im Branding. Die spezielle Linsenbeschichtung reduziert Reflexionen und Lens Flares deutlich. Gerade bei Gegenlicht oder Nachtaufnahmen sorgt das für saubere Bilder ohne störende Artefakte. Das ist ein Detail, das man oft erst bemerkt, wenn es fehlt, hier aber sehr konsequent umgesetzt wurde.

„Man fotografiert bewusster und verlässt sich weniger auf Automatik“

Die Ultraweitwinkelkamera mit 14 mm ist überraschend stark. In vielen Smartphones ist diese Linse eher ein Kompromiss, hier hingegen kann sie in vielen Situationen mit der Hauptkamera mithalten. Die Bildqualität bleibt hoch, Details gehen nicht verloren und auch bei schlechterem Licht liefert sie noch brauchbare Ergebnisse. Das sorgt für eine echte Flexibilität im Alltag.

Das Teleobjektiv mit 85 mm richtet sich klar an Porträtfotografie. Hier zeigt das X300 Ultra, was möglich ist, wenn Hardware und Software gut zusammenspielen. Die Hintergrundunschärfe wirkt natürlich und nicht künstlich erzeugt. Gesichter werden sauber freigestellt, ohne harte Übergänge oder sichtbare Fehler. Besonders spannend sind die verschiedenen Bokeh-Stile, die sich an klassischen Objektiven orientieren. Dadurch lassen sich unterschiedliche Bildlooks erzeugen, die weit über das hinausgehen, was man von typischen Smartphone-Kameras kennt.

Auch im Makrobereich überrascht das Gerät. Statt auf eine separate Makrolinse zu setzen, nutzt Vivo das Teleobjektiv für detailreiche Nahaufnahmen. Das hat den Vorteil, dass man mehr Abstand zum Motiv halten kann, was gerade bei kleinen Objekten oder Insekten hilfreich ist. Gleichzeitig bleibt die Bildqualität deutlich höher als bei klassischen Makrokameras in Smartphones.

Natürlich ist nicht alles perfekt. Der Autofokus arbeitet insgesamt schnell und zuverlässig, kann aber in bestimmten Situationen an seine Grenzen kommen. Besonders bei sehr schnellen Bewegungen oder bei schwierigen Lichtverhältnissen kommt es gelegentlich vor, dass der Fokus nicht exakt sitzt. Auch bei extremen Zoomstufen oder sehr komplexen Szenen zeigt sich, dass Software und Hardware an ihre Grenzen stoßen. Hier kann es vorkommen, dass Details etwas zu stark geglättet werden oder Bilder leicht künstlich wirken.

Trotz dieser kleinen Schwächen bleibt der Gesamteindruck beeindruckend. Die Kamera des X300 Ultra liefert nicht nur technisch hochwertige Ergebnisse, sondern vermittelt auch ein anderes Gefühl beim Fotografieren. Man fotografiert bewusster, denkt mehr über den Bildausschnitt nach und nutzt die verschiedenen Brennweiten gezielter.

Tele-Extender und Zubehör: Genial, aber speziell

Wenn es ein Feature gibt, das das Vivo X300 Ultra wirklich von nahezu allen anderen Smartphones abhebt, dann ist es der optionale Tele-Extender. Dieses Zubehör wirkt auf den ersten Blick fast absurd, weil es das Smartphone in eine Richtung erweitert, die man eher aus der klassischen Fotografie kennt. Und genau darin liegt sowohl seine Faszination als auch seine Einschränkung.

Der 400 mm Tele-Extender verwandelt das Gerät in eine Art Hybrid aus Smartphone und Kamera. Was hier möglich wird, ist beeindruckend. Motive, die normalerweise völlig außer Reichweite liegen, lassen sich plötzlich formatfüllend einfangen. Gebäude in weiter Entfernung, Tiere, Details in Landschaften oder urbane Szenen aus großer Distanz bekommen eine ganz neue Perspektive.

 

Im praktischen Einsatz entsteht dabei ein ganz anderes Fotografiererlebnis. Man steht nicht mehr nah am Motiv, sondern arbeitet aus der Distanz. Das verändert die Bildgestaltung fundamental. Perspektiven wirken komprimierter, Hintergründe rücken näher an das Motiv heran und es entsteht ein Look, den man sonst eher von professionellen Teleobjektiven kennt.

Allerdings hat diese Erweiterung ihren Preis, und damit ist nicht nur der finanzielle Aspekt gemeint. Der Extender ist groß, massiv und mit rund 260 Gramm sogar schwerer als das Smartphone selbst. Sobald er montiert ist, verändert sich das Handling drastisch. Das Gerät wird kopflastig, unhandlich und lässt sich kaum noch entspannt aus der Hand nutzen.

Hinzu kommt, dass der Extender die Nutzung stark einschränkt. Mit montiertem Objektiv steht ausschließlich diese eine Brennweite zur Verfügung.

Die anderen Kameras werden physisch verdeckt und können nicht mehr verwendet werden. Das bedeutet, dass spontane Perspektivwechsel nicht mehr möglich sind. Man entscheidet sich bewusst für diese eine Art zu fotografieren.

„Ein faszinierendes Feature, das zeigt, was Smartphone-Fotografie heute leisten kann“

Auch die Stabilisierung wird zu einem echten Thema. Während man mit der integrierten Kamera noch relativ flexibel arbeiten kann, erfordert die Nutzung des Extenders deutlich mehr Ruhe. Schon kleine Bewegungen wirken sich stark auf das Bild aus. In vielen Situationen ist es sinnvoll, sich abzustützen oder sogar ein Stativ zu verwenden, um wirklich scharfe Ergebnisse zu erzielen. Der Autofokus zeigt hier ebenfalls seine Grenzen. Während er bei kürzeren Brennweiten sehr zuverlässig arbeitet, wird er bei 400 mm anspruchsvoller. Besonders bei bewegten Motiven kann es passieren, dass der Fokus nicht schnell genug nachzieht oder leicht danebenliegt. Das ist kein Totalausfall, aber ein Punkt, den man berücksichtigen muss.

Ein weiterer Aspekt ist die Bildverarbeitung bei extremen Zoomstufen. Das System bietet zusätzlich digitale Erweiterungen, die die Reichweite weiter erhöhen. Hier zeigt sich allerdings, dass Software nicht alles kompensieren kann. Ab einem gewissen Punkt wirken Bilder überbearbeitet, Details werden künstlich verstärkt und das Ergebnis verliert an Natürlichkeit.

Neben dem Tele-Extender spielt auch das restliche Zubehör eine wichtige Rolle. Der optionale Kameragriff verbessert die Ergonomie deutlich und bringt zusätzliche Bedienelemente mit. Dadurch fühlt sich das Fotografieren noch stärker wie bei einer klassischen Kamera an. Gleichzeitig wird das Gesamtpaket aber noch größer und schwerer.

Das Pro Video Rig Kit geht noch einen Schritt weiter und richtet sich klar an Content Creator. Mit Cage, Griffen und Erweiterungsmöglichkeiten für Zubehör wird das Smartphone zu einer mobilen Produktionsplattform. Das ist beeindruckend, aber weit entfernt von dem, was man im Alltag benötigt.

Genau hier liegt der entscheidende Punkt. Dieses Zubehör ist nicht dafür gedacht, ständig genutzt zu werden. Es ist eher ein bewusst eingesetztes Werkzeug für bestimmte Situationen. Man nimmt es mit, wenn man weiß, dass man es braucht, ähnlich wie eine Kameraausrüstung. Unterm Strich bleibt der Tele-Extender eines der spannendsten Features des X300 Ultra. Er zeigt eindrucksvoll, wie weit sich Smartphone-Fotografie inzwischen entwickelt hat. Gleichzeitig macht er aber auch deutlich, dass man sich hier in einem Bereich bewegt, in dem klassische Smartphones längst an ihre Grenzen stoßen.

Für die meisten Nutzer wird dieses Zubehör überdimensioniert sein. Für Enthusiasten hingegen ist es genau das Feature, das den Unterschied macht.

Video fast auf Profi-Niveau

Auch im Videobereich zeigt das Vivo X300 Ultra sehr deutlich, dass es nicht einfach nur ein Smartphone mit guter Kamera sein will, sondern ein ernstzunehmendes Werkzeug für anspruchsvolle Aufnahmen. Vivo denkt hier nicht in klassischen Smartphone-Kategorien, sondern orientiert sich klar an dem, was man aus dem semiprofessionellen und teilweise sogar professionellen Bereich kennt.

Schon die technischen Eckdaten machen deutlich, wohin die Reise geht. Aufnahmen in 4K mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde sind auf allen rückseitigen Kameras möglich. Das ist nicht nur ein nettes Extra, sondern eröffnet echte kreative Möglichkeiten. Bewegungen lassen sich extrem flüssig darstellen oder gezielt in Zeitlupe inszenieren, ohne dass die Auflösung darunter leidet.

Noch spannender wird es durch die Unterstützung von 10 Bit Log Video. Damit entfernt sich das Gerät endgültig von klassischen Smartphone-Videos und nähert sich professionellen Workflows an. Log-Aufnahmen speichern deutlich mehr Bildinformationen, insbesondere in den Schatten und Lichtern. Das Ergebnis wirkt auf den ersten Blick flacher, bietet aber in der Nachbearbeitung enorme Spielräume. Farben lassen sich präzise anpassen, Kontraste fein abstimmen und der gesamte Look des Materials gezielt gestalten. Zusätzlich unterstützt das Gerät Dolby Vision, was für besonders dynamische und kontrastreiche Videos sorgt. Gerade auf kompatiblen Displays wirken die Aufnahmen dadurch deutlich lebendiger und intensiver. Gleichzeitig bleibt die Farbwiedergabe konsistent und natürlich, was gut zur generellen Abstimmung der Kamera passt.

Ein weiterer großer Pluspunkt ist die Stabilisierung. Das X300 Ultra setzt auf ein sehr effektives System, das Bewegungen zuverlässig ausgleicht. Selbst beim Gehen oder bei leichten Kameraschwenks bleiben die Aufnahmen ruhig und kontrolliert. In vielen Situationen entsteht tatsächlich der Eindruck, als würde ein externer Gimbal zum Einsatz kommen. Für anspruchsvollere Nutzer bietet der Pro-Video-Modus eine Vielzahl an manuellen Einstellungen. Hier kann man Belichtung, Fokus, Weißabgleich und viele weitere Parameter gezielt steuern. Ergänzt wird das Ganze durch professionelle Hilfsmittel wie Fokus-Peaking oder Zebra-Muster, die dabei helfen, die Belichtung korrekt einzustellen.

„Vom Smartphone zum modularen Kamera-System erweiterbar“

Besonders interessant ist die Möglichkeit, eigene LUTs zu verwenden. Damit lässt sich bereits während der Aufnahme eine Vorschau des späteren Farblooks anzeigen. Das ist ein Feature, das man sonst eher aus dem professionellen Filmbereich kennt und das den kreativen Workflow deutlich verbessert.

Auch die Audioaufnahme wurde nicht vernachlässigt. Das integrierte Mikrofon-System arbeitet präzise und kann Stimmen klar von Hintergrundgeräuschen trennen. Für einfache Aufnahmen reicht das völlig aus, für aufwendigere Produktionen lässt sich das System problemlos mit externem Equipment erweitern.

In Kombination mit dem optionalen Zubehör entfaltet das X300 Ultra im Videobereich sein volles Potenzial. Mit dem Pro Video Rig Kit wird das Smartphone zu einer echten Produktionsplattform. Der Kamera-Cage sorgt für Stabilität, zusätzliche Griffe erleichtern die Führung der Kamera und externe Komponenten wie Mikrofone oder Licht lassen sich direkt integrieren. Allerdings zeigt sich auch hier die klare Ausrichtung des Geräts. Diese Möglichkeiten sind beeindruckend, aber nicht für jeden relevant. Wer einfach nur schnell ein Video aufnehmen möchte, wird den Großteil dieser Funktionen nie nutzen.

Zudem gibt es auch kleinere Einschränkungen. Die enorme Datenmenge bei 4K 120 fps oder Log-Aufnahmen verlangt viel Speicher und kann den Workflow komplexer machen. Auch die Nachbearbeitung erfordert entsprechende Software und ein gewisses Maß an Erfahrung.

Trotzdem bleibt der Gesamteindruck sehr positiv. Das X300 Ultra bietet im Videobereich Möglichkeiten, die weit über das hinausgehen, was man von einem Smartphone erwartet. Es ist kein Ersatz für eine professionelle Kamera in jeder Situation, kommt ihr aber in vielen Bereichen erstaunlich nahe.

Akku und Laufzeit: Überraschend stark

Beim Thema Ausdauer überrascht das Vivo X300 Ultra fast noch mehr als bei der reinen Leistung. Gerade bei einem Gerät, das so stark auf Kamera und Video ausgelegt ist, würde man erwarten, dass die Laufzeit schnell zum limitierenden Faktor wird. In der Praxis zeigt sich jedoch das Gegenteil. Mit einem Akku von 6.600 mAh gehört das X300 Ultra zu den ausdauerndsten Geräten im High-End-Segment. Diese Kapazität ist nicht nur auf dem Papier beeindruckend, sondern macht sich auch im Alltag deutlich bemerkbar. Selbst bei intensiver Nutzung, also viel Fotografieren, hoher Displayhelligkeit und aktiven Hintergrunddiensten, kommt man problemlos durch den Tag.

Bei moderater Nutzung sind sogar zwei bis drei Tage Laufzeit realistisch. Das ist in dieser Geräteklasse alles andere als selbstverständlich und verschafft dem Smartphone einen klaren Vorteil gegenüber vielen Konkurrenten. Gerade Nutzer, die viel unterwegs sind oder das Gerät als kreatives Werkzeug einsetzen, profitieren davon enorm.

Besonders interessant ist die Stabilität der Laufzeit unter Last. Während viele Smartphones bei intensiver Nutzung schnell an ihre Grenzen stoßen, bleibt das X300 Ultra erstaunlich konstant. Lange Foto-Sessions, Videoaufnahmen in hoher Qualität oder Navigation über mehrere Stunden hinweg bringen den Akku zwar spürbar nach unten, aber nie so drastisch, dass man sich ständig Gedanken über die nächste Steckdose machen muss. Ein wichtiger Faktor ist dabei die Effizienz des Systems. Der Prozessor arbeitet nicht nur leistungsstark, sondern auch energieeffizient. In Kombination mit der Softwareoptimierung sorgt das dafür, dass im Hintergrund kaum unnötig Energie verloren geht. Gerade im Standby zeigt sich das deutlich. Über Nacht verliert das Gerät nur einen sehr kleinen Teil seiner Ladung.

Auch das Display spielt hier eine Rolle. Durch die adaptive Bildwiederholrate wird Energie gespart, wenn keine hohe Leistung benötigt wird. Das Zusammenspiel aus Hardware und Software wirkt insgesamt sehr gut abgestimmt.

Beim Laden zeigt sich das Gerät ebenfalls von seiner schnellen Seite. Mit 100 Watt kabelgebundenem Laden ist der Akku in vergleichsweise kurzer Zeit wieder einsatzbereit. Ein kurzer Ladevorgang zwischendurch reicht oft schon aus, um mehrere Stunden Nutzung zu ermöglichen. Ein kompletter Ladevorgang dauert trotz der großen Kapazität nicht übermäßig lange, was im Alltag einen echten Unterschied macht. Man ist weniger darauf angewiesen, das Gerät über Nacht zu laden, sondern kann flexibel reagieren.

Auch kabellos bleibt das X300 Ultra leistungsfähig. Mit 40 Watt Wireless Charging gehört es zu den schnelleren Geräten in diesem Bereich. Das ist besonders praktisch für Nutzer, die ihr Smartphone regelmäßig auf Ladepads nutzen.

Ein weiterer positiver Aspekt ist das Temperaturmanagement beim Laden. Trotz der hohen Ladegeschwindigkeit bleibt die Wärmeentwicklung kontrolliert. Das wirkt sich nicht nur auf den Komfort aus, sondern auch langfristig auf die Lebensdauer des Akkus. Vivo geht hier noch einen Schritt weiter und kombiniert die Hardware mit entsprechenden Garantieversprechen zur Akkugesundheit. Das ist gerade bei einem Gerät in dieser Preisklasse ein wichtiges Signal, da der Akku oft der erste Verschleißfaktor ist.

Software und Updates: Solide und zukunftssicher

Auf den ersten Blick wirkt Software beim Vivo X300 Ultra fast wie ein Nebenschauplatz, weil die Hardware und insbesondere die Kamera so stark im Fokus stehen. Doch gerade im Alltag zeigt sich schnell, wie entscheidend ein gut abgestimmtes System ist und hier liefert Vivo eine überraschend runde Gesamtleistung ab. Als Basis dient Android 16, darüber liegt mit OriginOS 6 eine eigene Benutzeroberfläche, die sich deutlich von klassischem Android unterscheidet. Optisch wirkt das System modern, teilweise fast verspielt, gleichzeitig aber aufgeräumt genug, um nicht überladen zu wirken. Animationen sind flüssig, Übergänge sauber und die gesamte Bedienung fühlt sich sehr direkt an.

Ein entscheidender Punkt ist die Performance der Software. In Kombination mit der starken Hardware läuft das System praktisch immer ohne Verzögerung. Selbst bei vielen parallel laufenden Apps oder komplexen Aufgaben bleibt die Oberfläche stabil und reagiert sofort auf Eingaben. Dieses Gefühl von permanenter Flüssigkeit trägt viel zur wahrgenommenen Qualität des Geräts bei.

Vivo integriert zudem zahlreiche Zusatzfunktionen, die über den klassischen Android-Umfang hinausgehen. Dazu gehören intelligente Assistenten, die im Hintergrund arbeiten und beispielsweise Fotos automatisch sortieren oder Vorschläge zur Bearbeitung machen. Diese Funktionen wirken meist sinnvoll integriert und nicht wie bloße Spielerei. Ein interessantes Element ist die sogenannte „Origin Island“, eine Art interaktiver Bereich im oberen Displaybereich. Hier werden kontextabhängige Informationen angezeigt, etwa laufende Timer, Mediensteuerung oder Statusmeldungen. Das wirkt im Alltag überraschend praktisch, weil wichtige Informationen sichtbar bleiben, ohne dass man die aktuelle App verlassen muss.

Auch beim Thema Produktivität hat Vivo nachgelegt. Funktionen wie das Office Kit ermöglichen eine engere Verzahnung mit anderen Geräten, etwa Computern oder Tablets. Dateien lassen sich unkompliziert übertragen, Inhalte geräteübergreifend nutzen und Arbeitsabläufe werden insgesamt flüssiger. Gerade für Nutzer, die ihr Smartphone auch beruflich einsetzen, ist das ein spürbarer Mehrwert.

Ein weiterer Aspekt ist die Integration von KI-Funktionen. Diese greifen an verschiedenen Stellen im System ein, etwa bei der Bildbearbeitung, der Organisation von Inhalten oder der Optimierung von Prozessen im Hintergrund. Wichtig dabei ist, dass diese Funktionen meist dezent im Hintergrund arbeiten und nicht aufdringlich wirken.

Natürlich ist nicht alles perfekt. Wie bei vielen herstellereigenen Oberflächen gibt es auch hier kleine Eigenheiten, an die man sich gewöhnen muss. Menüs sind teilweise anders strukturiert als bei reinem Android und einige Funktionen verstecken sich an ungewohnten Stellen. Wer von einem anderen System kommt, benötigt eine gewisse Eingewöhnungszeit.

Ein großer Pluspunkt ist jedoch das Update-Versprechen. Vivo garantiert fünf Jahre Android-Updates und sieben Jahre Sicherheitsupdates. Das ist in dieser Klasse inzwischen fast Pflicht, wird hier aber konsequent umgesetzt. Für den Nutzer bedeutet das, dass das Gerät über einen langen Zeitraum aktuell bleibt und nicht nach wenigen Jahren veraltet wirkt.

Gerade bei einem Smartphone in dieser Preisklasse ist das ein entscheidender Faktor. Man kauft nicht nur ein Gerät für den Moment, sondern eine langfristige Plattform, die über Jahre hinweg gepflegt wird. Zusätzlich sorgt die sogenannte Origin Smooth Engine dafür, dass die Performance auch langfristig stabil bleibt. Hintergrundprozesse werden intelligent verwaltet, Speicher effizient genutzt und das System bleibt auch nach längerer Nutzung reaktionsschnell.

Preis und Verfügbarkeit: Premium-Anspruch ohne Kompromisse

Beim Preis macht das Vivo X300 Ultra keine halben Sachen und positioniert sich bewusst ganz oben im Markt. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 1.999 Euro gehört das Gerät zu den teuersten Smartphones, die aktuell offiziell in Europa erhältlich sind. Interessant ist dabei, dass Vivo das X300 Ultra in Europa zunächst nur in einer einzigen Konfiguration anbietet. Nutzer bekommen standardmäßig 16 GB RAM und 1 TB Speicher, was den hohen Preis zumindest teilweise erklärt. Eine günstigere Einstiegsversion ist offiziell nicht vorgesehen, das Gerät ist also klar als Komplettpaket gedacht.

Der Verkaufsstart erfolgt gestaffelt. Das Smartphone ist zunächst direkt über den Vivo-Webshop erhältlich, bevor es kurze Zeit später auch bei größeren Plattformen wie Amazon sowie bei Netzbetreibern in den Handel kommt. Parallel dazu setzt Vivo stark auf Vorbestelleraktionen. Gerade zum Start gibt es umfangreiche Bundles mit Zubehör, Rabatten und erweiterten Garantien, die den effektiven Preis deutlich relativieren können. Teilweise summieren sich diese Vorteile auf mehrere hundert Euro, was vor allem für Interessierte zum Launch attraktiv ist.

Spannend ist auch der internationale Kontext. Während frühere Ultra-Modelle meist auf den chinesischen Markt beschränkt waren, geht Vivo mit dem X300 Ultra erstmals einen klar globalen Weg. Europa gehört zu den ersten Regionen, in denen das Gerät offiziell angeboten wird. Damit setzt Vivo ein deutliches Zeichen. Das Unternehmen will nicht mehr nur als Nischenanbieter wahrgenommen werden, sondern sich aktiv im Premiumsegment etablieren und direkt mit etablierten Herstellern konkurrieren.

Unterm Strich bleibt der Preis hoch, aber konsequent. Das X300 Ultra ist kein Schnäppchen und will es auch gar nicht sein. Es richtet sich an Nutzer, die bewusst in ein spezialisiertes High-End-Gerät investieren wollen und bereit sind, für diese Ausrichtung entsprechend zu zahlen.

Fazit: Beeindruckend, aber nicht für jeden

Das Vivo X300 Ultra ist eines dieser Geräte, bei denen man schon nach kurzer Zeit merkt, dass klassische Bewertungsmaßstäbe nur bedingt greifen. Es ist kein typisches Flaggschiff, das versucht, möglichst vielen Nutzern zu gefallen. Stattdessen verfolgt es eine sehr klare, fast schon kompromisslose Idee und zieht diese konsequent durch.

Im Zentrum steht eindeutig die Kamera und hier liefert das Gerät eine Leistung, die aktuell zur absoluten Spitze gehört. Die Kombination aus großen Sensoren, ungewöhnlicher 35 mm Brennweite, starker Bildverarbeitung und optionalem Zubehör sorgt für Ergebnisse, die sich deutlich von der Masse abheben. Fotos wirken natürlicher, bewusster komponiert und weniger nach typischer Smartphone-Ästhetik. Auch im Videobereich zeigt sich diese Ausrichtung. Die technischen Möglichkeiten sind enorm und bieten kreativen Spielraum, der weit über das hinausgeht, was man sonst von Smartphones kennt. In Kombination mit dem Zubehör wird das Gerät tatsächlich zu einem Werkzeug, das sich ernsthaft für Content Creation einsetzen lässt.

„Ein Gerät, das bewusst nicht jedem gefallen will und genau darin seine Stärke hat“

Doch genau diese Spezialisierung ist gleichzeitig die größte Stärke und die größte Schwäche. Denn das X300 Ultra verlangt dem Nutzer etwas ab. Es ist groß, schwer und nicht immer bequem im Alltag. Das massive Kameramodul ist ständig präsent, das Zubehör erweitert die Möglichkeiten, macht das Gerät aber noch unhandlicher. Hinzu kommt der Preis von 1.999 Euro, der eine klare Hürde darstellt. Für viele Nutzer ist das schlicht zu viel, vor allem wenn man bedenkt, dass ein Großteil der gebotenen Funktionen im Alltag möglicherweise gar nicht genutzt wird.

Auch funktional ist das Gerät nicht perfekt. Der Autofokus zeigt in bestimmten Situationen Schwächen, besonders bei extremen Brennweiten oder schnellen Bewegungen. Einige Softwarefunktionen rund um den Zoom wirken überambitioniert und können die Bildqualität eher verschlechtern als verbessern. Das sind keine gravierenden Probleme, aber Punkte, die man bei einem Gerät dieser Preisklasse kritisch betrachten darf.

Auf der anderen Seite bietet das X300 Ultra ein Gesamtpaket, das in dieser Form einzigartig ist. Display, Leistung, Akku und Software bewegen sich durchweg auf sehr hohem Niveau und ergänzen die Kamera sinnvoll. Es gibt keine offensichtlichen Schwachstellen im klassischen Smartphone-Bereich. Was dieses Gerät aber wirklich besonders macht, ist das Gefühl bei der Nutzung. Man fotografiert anders, bewusster, oft auch langsamer. Man denkt mehr über Bildausschnitte nach, nutzt verschiedene Brennweiten gezielter und verlässt sich weniger auf automatische Optimierung. Das Smartphone wird vom reinen Alltagsgegenstand zu einem kreativen Werkzeug.

Genau darin liegt der eigentliche Reiz. Das X300 Ultra richtet sich nicht an die breite Masse, sondern an eine sehr spezifische Zielgruppe. Menschen, die Fotografie nicht nur als Nebenfunktion sehen, sondern als zentrales Element ihres Smartphones. Für diese Zielgruppe ist das Gerät eines der spannendsten Angebote am Markt. Für alle anderen bleibt es ein faszinierendes, aber letztlich überdimensioniertes Konzept.

Am Ende ist das X300 Ultra weniger ein „bestes Smartphone“ als vielmehr ein Statement. Ein Gerät, das zeigt, was technisch möglich ist, wenn man bereit ist, Kompromisse in anderen Bereichen einzugehen. Und genau deshalb wird es nicht jeden überzeugen, aber diejenigen, die es anspricht, vermutlich umso mehr.

mehr zu Vivo

https://www.more-magazine.com/news/vivo-launcht-x300-ultra-offiziell
https://www.more-magazine.com/reviews/vivo-v70-test/

Test

Vivo X300 Ultra

8.8 Punkte

Das Vivo X300 Ultra ist ein außergewöhnliches Kamera-Smartphone mit beeindruckender Bildqualität und enormen kreativen Möglichkeiten. Gleichzeitig fordert es durch Größe, Gewicht und Spezialisierung klare Kompromisse. Ein Gerät für Enthusiasten, nicht für die breite Masse.

PROS

  • Herausragende Kameraqualität
  • Einzigartige 35 mm Hauptlinse
  • Extrem leistungsstarke Hardware
  • Sehr helles und flüssiges Display
  • Lange Akkulaufzeit

CONS

  • Sehr hoher Preis
  • Groß und schwer im Alltag
  • Kamera-Modul dominant und unhandlich
  • Zubehör nur bedingt alltagstauglich
  • Autofokus bei extremem Zoom nicht immer zuverlässig

Fazit

  • Kamera 10
  • Display 10
  • Leistung 9
  • Akku 8
  • Alltagstauglichkeit 7
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