Faltbare Smartphones haben in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht. Trotzdem blieb die Geräteklasse lange von Kompromissen geprägt. Große Displays gingen mit dicken Gehäusen einher, leistungsfähige Hardware drückte auf die Akkulaufzeit und eine gewisse Vorsicht gehörte beim täglichen Umgang fast automatisch dazu. Mit dem neuen HONOR Magic V6 möchte HONOR nun den nächsten Schritt machen und einige dieser typischen Schwächen endgültig aus der Welt schaffen.
Das neue Foldable verbindet ein ausgesprochen schlankes Gehäuse mit einem ungewöhnlich großen 6660 mAh Akku, dem aktuellen Snapdragon 8 Elite Gen 5, zwei besonders hellen Displays und einer umfangreichen Kameraausstattung. Hinzu kommen ein verbesserter Schutz gegen Wasser und Staub, neue Funktionen für produktives Multitasking sowie eine deutlich engere Verbindung mit Geräten von Apple.
Seit dem 1. Juli 2026 ist das HONOR Magic V6 offiziell erhältlich. Der reguläre Preis liegt mit 2299,90 Euro zwar auf ausgesprochen hohem Niveau, doch ein umfangreiches Launch Angebot reduziert den Einstiegspreis vorübergehend deutlich. Im ersten Eindruck zeigt sich zugleich ein Foldable, das weniger wie ein technisches Experiment und mehr wie ein ausgesprochen ausgereiftes Alltagssmartphone wirkt.
Extrem schlank, aber nicht filigran
Der vielleicht wichtigste Eindruck entsteht bereits beim ersten Kontakt mit dem Gerät. Trotz des großen faltbaren Innendisplays fühlt sich das HONOR Magic V6 im geschlossenen Zustand erstaunlich stark wie ein klassisches Smartphone an. Die weiße Ausführung misst gefaltet gerade einmal 8,75 Millimeter, während die übrigen Farben auf 9,0 Millimeter kommen. Geöffnet reduziert sich die Tiefe auf lediglich 4,0 beziehungsweise 4,1 Millimeter.
Auch das Gewicht fällt für ein Foldable dieser Größe bemerkenswert niedrig aus. Die weiße Variante bringt laut Hersteller 219 Gramm auf die Waage. Die Modelle in Schwarz, Gold und Rot wiegen 224 Gramm. Damit bewegt sich das Magic V6 in einem Bereich, den auch zahlreiche große Smartphones ohne Faltmechanismus erreichen.
Im Alltag dürfte gerade diese Kombination einen erheblichen Unterschied machen. Das Gerät wirkt geschlossen nicht wie ein kleines Tablet, das mühsam in die Hosentasche gezwängt wurde. Die Außenanzeige besitzt ein vergleichsweise normales Format, das Gehäuse lässt sich gut greifen und auch einhändige Eingaben bleiben grundsätzlich möglich.
Natürlich verschwindet die zusätzliche Technik nicht vollständig. Das runde Kameramodul auf der Rückseite ragt sichtbar aus dem ansonsten extrem schlanken Gehäuse hervor. Legt man das Magic V6 auf einen Tisch, liegt es deshalb nicht vollkommen eben auf. Angesichts der verbauten Kameras und der dünnen Gerätehälften erscheint dieser Kompromiss jedoch nachvollziehbar.
Besonders auffällig wirkt die rote Ausführung, deren strukturierte Rückseite und goldfarbene Elemente dem Gerät einen deutlich eigenständigeren Charakter verleihen. Schwarz fällt zurückhaltender aus, während Weiß und Gold stärker auf einen eleganten Auftritt setzen.
Die Verarbeitung vermittelt im ersten Eindruck den Anspruch eines echten Flaggschiffs. Spaltmaße, Scharnier und Tasten wirken sauber abgestimmt, ohne dass das Foldable unnötig empfindlich erscheint.
Das Scharnier soll eine halbe Million Faltungen überstehen
Ein schlankes Foldable muss nicht nur gut aussehen, sondern auch den Belastungen des Alltags standhalten. HONOR verwendet deshalb ein überarbeitetes sogenanntes Super Steel Scharnier mit einer angegebenen Zugfestigkeit von 2800 MPa. Nach Angaben des Herstellers wurde die Konstruktion auf 500.000 Faltungen getestet.
Rein rechnerisch würde das selbst bei hundert Öffnungsvorgängen pro Tag für deutlich mehr als zehn Jahre reichen. Solche Laborwerte lassen sich zwar nicht direkt auf jeden realen Nutzungsfall übertragen, sie zeigen aber, mit welchem Anspruch HONOR an die Konstruktion herangeht.
Ergänzt wird das Scharnier durch ein bionisches Dämpfungssystem. Dieses soll Kräfte bei Stürzen besser verteilen und punktuelle Belastungen reduzieren. Das Außendisplay wird durch das HONOR NanoCrystal Schutzglas geschützt, das laut Hersteller eine bis zu zehnmal höhere Fallbeständigkeit und eine bis zu fünfzehnmal bessere Kratzfestigkeit als herkömmliches Glas erreichen soll.
Auf dem faltbaren Bildschirm kommt eine verstärkte Struktur mit flexiblem UTG Glas zum Einsatz. Die Falte in der Mitte bleibt technisch bedingt vorhanden und lässt sich mit dem Finger weiterhin ertasten. Bei normaler Betrachtung fällt sie jedoch nur wenig auf. Gerade bei hellen Inhalten und direktem Lichteinfall kann sie sichtbar werden, während sie bei Videos, Spielen oder dunkleren Benutzeroberflächen schnell in den Hintergrund tritt.
Bemerkenswert ist außerdem der Schutz gegen Wasser und Staub. Das Magic V6 besitzt eine Zertifizierung nach IP68 und IP69. Damit soll es nicht nur zeitweiliges Untertauchen, sondern auch kräftige Wasserstrahlen verkraften. HONOR bezeichnet das Gerät als weltweit erstes Foldable mit dieser Kombination. Wie bei allen Smartphones kann der Schutz durch Verschleiß im Laufe der Zeit allerdings abnehmen. Eine Einladung zum sorglosen Einsatz im Schwimmbad ist die Zertifizierung deshalb nicht.
Zwei Displays, die kaum wie eine Notlösung wirken
Auf der Außenseite befindet sich ein 6,52 Zoll großes LTPO Display mit einer Auflösung von 2420 × 1080 Pixeln. Durch das relativ klassische Seitenverhältnis lässt sich das Magic V6 geschlossen fast wie ein gewöhnliches Smartphone bedienen. Nachrichten, Navigation, Social Media und die Kamera benötigen nicht zwingend das große Innendisplay.
Die adaptive Bildwiederholrate reicht von 1 bis 120 Hertz. Dadurch kann das System bei statischen Inhalten Energie sparen, während Animationen, Spiele und das Scrollen durch Webseiten besonders flüssig dargestellt werden. Die maximale HDR Spitzenhelligkeit gibt HONOR mit bis zu 6000 Nits an. Dieser Wert wird nur in kleinen Bildbereichen und unter bestimmten Bedingungen erreicht, die grundsätzliche Ablesbarkeit im Freien hinterlässt jedoch bereits einen starken Eindruck.
Beim Öffnen steht ein 7,95 Zoll großes Innendisplay mit 2352 × 2172 Pixeln bereit. Auch hier kommt ein LTPO Panel mit bis zu 120 Hertz zum Einsatz. Die Spitzenhelligkeit liegt laut Hersteller bei bis zu 5000 Nits. Beide Bildschirme decken den DCI P3 Farbraum vollständig ab und können mehr als eine Milliarde Farben darstellen.
Eine spezielle Entspiegelung reduziert die Reflexionsrate auf lediglich 1,5 Prozent. Besonders beim Innendisplay macht sich das positiv bemerkbar. Große faltbare Bildschirme wirken unter hellem Licht häufig wie Spiegel, wodurch die eigentliche Darstellung in den Hintergrund tritt. Beim Magic V6 bleiben Inhalte vergleichsweise klar und kontrastreich.
Für empfindliche Augen setzt HONOR unter anderem auf 4320 Hertz PWM Dimmen, dynamische Helligkeitsanpassungen, eine natürliche Farbdarstellung, einen zirkadianen Nachtmodus und einen Blaulichtfilter auf Hardwareebene. Hinzu kommt die Funktion AI Defocus Augenschutz 2.0, die durch leichte Anpassungen der Bilddarstellung einer Überanstrengung der Augen entgegenwirken soll. Medizinische Wirkung darf man davon nicht erwarten, der hohe technische Aufwand für komfortableres Lesen ist aber sichtbar.
Interessant ist zudem, dass beide Displays den HONOR Magic Pen unterstützen. Notizen lassen sich somit nicht nur auf dem großen Innenbildschirm, sondern auch auf der Außenanzeige erstellen. Der Stift gehört allerdings nicht regulär zum Lieferumfang und muss separat erworben werden, sofern er nicht Teil eines Händlerbundles ist.
Der Akku ist die eigentliche Kampfansage
Während das extrem dünne Gehäuse zuerst ins Auge fällt, könnte der Akku langfristig die wichtigere Neuerung sein. HONOR verbaut einen 6660 mAh Silizium Karbon Akku. Damit besitzt das Magic V6 laut Hersteller die bislang höchste Akkukapazität eines international angebotenen Foldables dieser Bauform.
Möglich wird das durch einen Siliziumanteil von rund 25 Prozent und eine Energiedichte von bis zu 921 Wh pro Liter. Im Vergleich zu klassischen Graphitakkus lässt sich dadurch mehr Energie auf vergleichbarem Raum speichern. Genau diese Technologie ermöglicht es HONOR, ein sehr dünnes Gehäuse mit einer Akkukapazität zu verbinden, die selbst viele große Smartphones übertrifft.
Für die Nutzung des Innendisplays nennt HONOR eine mögliche Laufzeit von bis zu 24 Stunden. In der Praxis hängt das Ergebnis selbstverständlich stark von Helligkeit, Mobilfunkempfang, Kameraeinsatz und Anwendungen ab. Dennoch deutet bereits die reine Kapazität darauf hin, dass das Magic V6 nicht nach jedem intensiven Arbeitstag zwingend an die Steckdose muss.
Das ist für die Geräteklasse besonders relevant. Foldables besitzen zwei große Displays, laden häufiger zum Multitasking ein und werden oft stärker als Produktivitätsgeräte genutzt. Der größere Akku könnte daher einen deutlicheren Mehrwert bieten als ein weiteres Zehntelmillimeter beim Gehäuse.
Geladen wird kabelgebunden mit bis zu 80 Watt. Kabellos sind bis zu 66 Watt möglich. Darüber hinaus unterstützt das Smartphone kabelloses Reverse Charging, wodurch sich etwa Kopfhörer oder eine Smartwatch auf der Rückseite aufladen lassen. Für die maximale Ladeleistung sind die entsprechenden HONOR Ladegeräte erforderlich. Diese werden separat angeboten.
Flaggschiffleistung für drei Apps gleichzeitig
Im Inneren arbeitet die Snapdragon 8 Elite Gen 5 Mobile Plattform, die im modernen 3 nm Verfahren gefertigt wird. Das europäische Modell kombiniert den Prozessor mit 16 GB Arbeitsspeicher und 512 GB internem Speicher.
Damit besitzt das Magic V6 ausreichend Reserven für anspruchsvolle Spiele, Bildbearbeitung, Videobearbeitung und umfangreiches Multitasking. Die große Innenanzeige lädt dazu ein, mehrere Anwendungen gleichzeitig zu verwenden. Genau hier soll sich die zusätzliche Leistung gegenüber günstigeren Foldables bemerkbar machen.
HONOR spricht von einer Grafikdarstellung mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde bei unterstützten Spielen. Eine speziell angepasste Vulkan Grafikengine soll dabei helfen, auch anspruchsvolle Titel flüssig auf dem großen Display darzustellen. Wie stabil die Leistung über längere Spielsitzungen bleibt, muss ein ausführlicher Test zeigen. Das dünne Gehäuse bietet naturgemäß weniger Platz für große Kühlsysteme als ein klassisches Gaming Smartphone.
Bei der Konnektivität stehen WLAN 7, Bluetooth 6.0, NFC, 5G, Dual SIM, eSIM und USB C 3.2 Gen 1 zur Verfügung. Ein eigener C1 Plus Funkchip soll die Verbindungsqualität unter schwierigen Bedingungen verbessern. Die Datenübertragung per Kabel fällt dank USB 3.2 ebenfalls deutlich schneller aus als bei Geräten, die weiterhin lediglich den alten USB 2 Standard verwenden.
Symmetrische Stereolautsprecher, drei Mikrofone mit 24 Bit HDR Aufnahme und eine Funktion zur Reduzierung der Schallabgabe bei Telefonaten ergänzen die Ausstattung. Vollständig verhindern lässt sich das Mithören in ruhiger Umgebung zwar nicht, Gespräche sollen aber weniger stark nach außen dringen.
Das Kamerasystem will nicht nur für ein Foldable gut sein
Foldables mussten bei den Kameras lange hinter klassischen Flaggschiffen zurückstecken. Im dünnen Gehäuse fehlte schlicht der Platz für große Sensoren und aufwendige Teleobjektive. HONOR versucht beim Magic V6, diesen Abstand zumindest deutlich zu verkleinern.
Die Hauptkamera arbeitet mit 50 Megapixeln, einer lichtstarken Blende von f/1.6 und optischer Bildstabilisierung. Ergänzt wird sie durch eine 50 Megapixel Ultraweitwinkelkamera und eine 64 Megapixel Periskopkamera.
Das Teleobjektiv bietet einen dreifachen optischen Zoom, einen Sensor im Format 1/2 Zoll und eine optische Stabilisierung nach CIPA Standard mit 6,5 Stufen. Digital sind Vergrößerungen bis zu 100fach möglich, wobei solche Werte vor allem als technische Reserve zu verstehen sind. Für qualitativ überzeugende Ergebnisse dürfte der sinnvoll nutzbare Bereich deutlich darunter liegen.
Im ersten Eindruck fällt positiv auf, dass HONOR nicht einfach nur drei Kameras verbaut, um eine vollständige Rückseite zu präsentieren. Gerade das Teleobjektiv erweitert die fotografischen Möglichkeiten deutlich und eignet sich für Porträts, Architektur und weiter entfernte Motive. Die Hauptkamera verspricht durch ihre lichtstarke Optik auch bei schlechteren Lichtbedingungen brauchbare Ergebnisse.
Auf der Innenfläche und im Außendisplay befindet sich jeweils eine 20 Megapixel Frontkamera. Für klassische Selfies bietet sich außerdem die rückseitige Hauptkamera an, da das Außendisplay als Vorschau genutzt werden kann. Dieser Vorteil gehört weiterhin zu den praktischsten Eigenschaften eines Foldables.
Videos lassen sich mit den rückseitigen Kameras und den Frontkameras in 4K Auflösung aufnehmen. Die HONOR Image Engine ergänzt das System um Funktionen wie AI Super Zoom, Bewegungsaufnahmen, automatische Porträtverbesserungen, Harcourt Porträts und eine angepasste Farbdarstellung für Videos.
Das Magic V6 dürfte damit zu den besser ausgestatteten Kamera Foldables gehören. Ob es aktuelle klassische Kameraflaggschiffe tatsächlich erreicht, bleibt jedoch offen. Die physikalischen Grenzen des dünnen Gehäuses verschwinden auch durch KI Bearbeitung nicht vollständig.
MagicOS 10 nutzt die große Fläche sinnvoller
Als Betriebssystem kommt MagicOS 10 auf Basis von Android 16 zum Einsatz. HONOR konzentriert sich dabei nicht nur auf optische Anpassungen, sondern vor allem auf die bessere Nutzung des faltbaren Displays.
Mit Multi Flex lassen sich bis zu drei Anwendungen gleichzeitig darstellen. Dabei können Nutzer beispielsweise ein Video verfolgen, Notizen erstellen und parallel Informationen im Browser recherchieren. Dateien mit einer Größe von mehr als einem Gigabyte sollen sich zwischen den geöffneten Anwendungen verarbeiten lassen, ohne den laufenden Arbeitsablauf zu unterbrechen.
Fast Flex aktiviert bestimmte Funktionen durch eine einfache Bewegung beim Öffnen des Geräts. Auf Wunsch kann dadurch direkt ein geteilter Bildschirm erscheinen oder eine zuvor festgelegte Anwendung gestartet werden. Das wirkt im ersten Moment wie eine kleine Komfortfunktion, könnte im Alltag aber tatsächlich Zeit sparen.
Zusätzliche Werkzeuge wie Parallel Space ermöglichen getrennte Bereiche für private und berufliche Inhalte. Magic Portal erkennt bestimmte Informationen auf dem Bildschirm und schlägt passende Aktionen vor. Eine Adresse kann dadurch direkt in einer Kartenanwendung geöffnet werden, während markierte Texte an andere Anwendungen weitergegeben werden können.
Google Gemini ist ebenfalls tief in das System integriert. Über Gemini Live lassen sich der Bildschirm oder das Kamerabild teilen, um Fragen zu sichtbaren Objekten, Dokumenten oder Inhalten zu stellen. Für Käufer ist außerdem ein dreimonatiger Zugang zu Google AI Pro vorgesehen. Dieser enthält erweiterte Gemini Funktionen, Werkzeuge zur Bild- und Videogenerierung, NotebookLM und 5 TB Cloud Speicher. Nach Ablauf des Testzeitraums wird das Angebot kostenpflichtig, sofern es nicht rechtzeitig beendet wird.
Ungewöhnlich enge Verbindung mit dem Apple Ökosystem
Eine der interessantesten Neuerungen betrifft Nutzer, die nicht vollständig in einer einzigen Plattform leben. Das HONOR Magic V6 soll sich deutlich enger als bisherige Android Smartphones mit iPhone, Mac, AirPods und Apple Watch verbinden lassen.
Dateien können zwischen dem Magic V6, einem iPhone und einem Mac übertragen werden. Darüber hinaus unterstützt das Foldable die Bildschirmfreigabe mit einem Mac und kann als zusätzliche Anzeigefläche verwendet werden. Benachrichtigungen lassen sich mit einer Apple Watch teilen, während auch die Verbindung mit AirPods vereinfacht werden soll.
Damit richtet sich das Gerät unter anderem an Nutzer, die beruflich mit einem Mac arbeiten, beim Smartphone aber nicht auf Android verzichten möchten. Eine vollkommen identische Integration wie zwischen iPhone und Mac ist nicht zu erwarten. Dennoch geht HONOR einen bemerkenswert offenen Weg, während andere Hersteller ihre Ökosysteme eher voneinander abschotten.
Auch Quick Share soll den Datenaustausch zwischen Android und kompatiblen Apple Geräten erleichtern. Welche Funktionen unmittelbar zum Verkaufsstart vollständig verfügbar sind, kann von Softwareversion, Region und beteiligtem Gerät abhängen. Einzelne KI und Verbindungsfunktionen sollen zudem erst über spätere Aktualisierungen ergänzt werden.
Erster Eindruck: Erstaunlich normal und genau deshalb spannend
Das auffälligste Merkmal des Magic V6 ist nicht, wie futuristisch es wirkt. Vielmehr überrascht, wie normal sich das Gerät trotz seiner komplexen Konstruktion anfühlt. Geschlossen lässt es sich wie ein großes klassisches Smartphone verwenden. Erst beim Öffnen steht eine fast quadratische Arbeitsfläche zur Verfügung, die deutlich mehr Raum für Videos, Webseiten, Dokumente und parallele Anwendungen bietet.
Das Scharnier vermittelt einen stabilen Eindruck und hält das Display auch in Zwischenpositionen. Dadurch lässt sich das Gerät beispielsweise für Videotelefonate oder Aufnahmen auf einer ebenen Fläche abstellen. Der Öffnungswiderstand wirkt ausreichend straff, ohne dass beide Gerätehälften mühsam auseinandergezogen werden müssen.
Auch die Falte des Innendisplays drängt sich im Alltag nicht ständig in den Vordergrund. Sie ist vorhanden und mit dem Finger spürbar, visuell fällt sie bei frontalem Blick aber vergleichsweise wenig auf. Die entspiegelte Oberfläche trägt zusätzlich dazu bei, dass Inhalte stärker im Mittelpunkt stehen.
Noch wichtiger könnte die Balance des Gesamtpakets sein. Frühere Foldables beeindruckten häufig mit ihrem Formfaktor, verlangten dafür aber Zugeständnisse bei Akku, Kamera oder Abmessungen. Beim Magic V6 deutet wenig darauf hin, dass Käufer jeden Tag an solche Kompromisse erinnert werden. Der große Akku, die schnelle Ladeleistung und die vollständige Kameraausstattung gehören deshalb zu den überzeugendsten Punkten.
Kritik verdient vor allem die Preisgestaltung. Eine unverbindliche Preisempfehlung von knapp 2300 Euro macht das Magic V6 zu einem ausgesprochen teuren Smartphone. Außerdem befinden sich weder der Magic Pen noch die für maximale Ladegeschwindigkeit benötigten Ladegeräte grundsätzlich in jedem regulären Paket.
MagicOS 10 bietet viele Funktionen, wirkt stellenweise aber dichter und erklärungsbedürftiger als reduzierte Android Oberflächen. Wer zum ersten Mal ein HONOR Gerät verwendet, muss sich möglicherweise an die Vielzahl von Menüs, KI Werkzeugen und Multitasking Optionen gewöhnen. Ein ausführlicher Langzeittest muss außerdem zeigen, wie zuverlässig die neuen Verbindungen zu Apple Geräten funktionieren und wie gut HONOR die Software über mehrere Jahre pflegt.
Unterm Strich hinterlässt das Magic V6 dennoch einen sehr starken ersten Eindruck. Es wirkt nicht wie ein Foldable, das allein durch den Faltmechanismus überzeugen möchte. Stattdessen präsentiert es sich als leistungsfähiges Flaggschiff, das zusätzlich ein großes Display in der Hosentasche unterbringt.
Preis, Farben und Verfügbarkeit
Das HONOR Magic V6 ist seit dem 1. Juli 2026 um 16:00 Uhr im HONOR Online Store erhältlich. Angeboten werden die Farben Rot, Gold, Weiß und Schwarz. Die Ausstattung umfasst 16 GB RAM und 512 GB Speicher. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt 2299,90 Euro.
Vom 1. bis zum 31. Juli 2026 gilt ein besonderes Launch Angebot. Abonnenten können das Foldable in diesem Zeitraum für 1699,90 Euro erwerben. Dadurch reduziert sich der Preis um 600 Euro. Zusätzlich ist das HONOR Pad 10 als Gratisbeigabe vorgesehen. Ebenfalls enthalten ist ein 24 Monate gültiger Schutz für das Innen- und Außendisplay, der jeweils einen kostenlosen Austausch abdeckt. Das zeitlich begrenzte Angebot gilt ausschließlich für entsprechend registrierte Abonnenten. Der offizielle Store weist den reduzierten Endpreis und die Display Schutzleistungen ebenfalls aus.
In Österreich startet das Magic V6 außerdem bei Magenta und A1. Die jeweiligen Aktionen laufen vom 10. Juli bis zum 9. August 2026.
Magenta bietet das Foldable in Rot und Schwarz an. Bei einem Vertragsabschluss erhalten Käufer zusätzlich ein Bundle mit dem HONOR CHOICE Projector Air Pro, den HONOR Earbuds Open, dem HONOR Magic Pen und einem HONOR TPU Case.
Bei A1 wird das Magic V6 in Schwarz angeboten. Auch dort gehört im Aktionszeitraum das Bundle aus Projektor, offenen Kopfhörern, Eingabestift und Schutzhülle zum Vertragsabschluss dazu. Gerade für Interessenten, die den Magic Pen ohnehin verwenden möchten, stellen die Mobilfunkangebote damit eine interessante Alternative zum direkten Kauf dar.
Vorläufiges Fazit
Das HONOR Magic V6 zeigt, wie weit faltbare Smartphones inzwischen gekommen sind. Mit nur 8,75 Millimetern Gehäusedicke, einem Gewicht ab 219 Gramm, einem 6660 mAh Akku, zwei hellen 120 Hertz Displays und einer vollständigen Triple Kamera wirkt das Gerät in vielen Bereichen weniger kompromissbehaftet als frühere Foldable Generationen.
Besonders überzeugend erscheint die Kombination aus schlankem Design und großer Akkukapazität. Während andere Hersteller bei dünnen Geräten häufig Energieausdauer opfern, bringt HONOR eine Kapazität unter, die selbst für ein klassisches Flaggschiff beachtlich wäre. Die IP68 und IP69 Zertifizierung, das verstärkte Scharnier und die robusteren Displaymaterialien nehmen dem Formfaktor zugleich etwas von seiner früheren Zerbrechlichkeit.
Hinzu kommen produktive Multitasking Funktionen, Stiftunterstützung auf beiden Displays und eine ungewöhnlich offene Verbindung mit Apple Geräten. Nicht jede KI Funktion dürfte für jeden Nutzer relevant sein, doch das Gesamtpaket wirkt durchdachter als eine bloße Ansammlung von Marketingbegriffen.
Der reguläre Preis bleibt allerdings eine hohe Hürde. Für 2299,90 Euro muss das Magic V6 nicht nur unter Foldables, sondern auch gegenüber den besten klassischen Smartphones überzeugen. Das Launch Angebot für 1699,90 Euro samt Tablet und Displayschutz verändert die Ausgangslage deutlich und macht das Gerät für frühe Käufer erheblich attraktiver.
Nach dem ersten Eindruck gehört das HONOR Magic V6 zu den spannendsten Foldables des Jahres. Es beeindruckt nicht allein durch Rekordwerte, sondern vor allem dadurch, wie selbstverständlich sich die aufwendige Technik im Alltag anfühlt. Ob Akku, Kamera, Software und Scharnier diesen positiven Eindruck langfristig bestätigen, wird ein ausführlicher Test in Kürze zeigen müssen.
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Bildquelle: Honor DACH



























