Foldables hatten lange ein Problem, das sich nur schwer in Datenblättern erklären ließ. Sie waren spannend, technisch beeindruckend und irgendwie futuristisch, aber im Alltag oft auch ein bisschen anstrengend. Zu dick in der Hosentasche, zu schwer in der Hand, zu empfindlich im Kopf, zu kompromissbehaftet bei Akku oder Kamera. Man wollte sie lieben, musste sie aber manchmal verteidigen. Das Honor Magic V6 fühlt sich anders an. Nicht, weil es alle Eigenheiten dieser Geräteklasse verschwinden lässt, sondern weil es viele davon so weit in den Hintergrund drängt, dass man sie im Alltag nicht mehr ständig mitdenkt.
Schon beim ersten Aufnehmen merkt man, dass Honor hier keinen vorsichtigen Schritt gemacht hat. Das Magic V6 ist eines dieser Geräte, bei denen man kurz innehält und sich fragt, wie viel Technik eigentlich in so ein dünnes Gehäuse passt. 8,75 Millimeter im zusammengeklappten Zustand, nur 219 Gramm Gewicht, dazu ein großer Akku, zwei hochwertige OLED Displays und ein Flaggschiff Prozessor. Auf dem Papier klingt das nach klassischer Herstellerakrobatik. In der Hand fühlt es sich aber tatsächlich beeindruckend an.
Das Entscheidende ist nicht nur, dass das Magic V6 dünn ist. Es fühlt sich auch dünn an. Genau daran sind viele Foldables in der Vergangenheit gescheitert. Ein paar Zehntelmillimeter auf dem Datenblatt sind schön, aber wenn das Gerät geschlossen weiterhin wie zwei übereinandergelegte Smartphones wirkt, bringt das im Alltag wenig. Beim Magic V6 ist dieser Eindruck deutlich schwächer. Zugeklappt erinnert es mehr an ein sehr großes Premium Smartphone als an ein kleines Tablet mit Scharnier. Und das ist vielleicht das größte Kompliment, das man einem Foldable machen kann.
Dünner als die eigenen Ausreden
Honor hat beim Magic V6 sichtbar weiter an der Formel gearbeitet, die schon beim Magic V5 erstaunlich gut funktioniert hat. Der Vorgänger war bereits eines der schlanksten Foldables seiner Zeit und hat gezeigt, dass Samsung nicht automatisch das letzte Wort in dieser Geräteklasse haben muss. Das Magic V6 verbessert diese Basis nicht radikal in jeder Ecke, sondern schärft sie dort nach, wo es im Alltag wirklich zählt.
Der Vergleich zum Magic V5 ist deshalb besonders interessant. Das V5 war mit 8,8 Millimetern im zusammengeklappten Zustand und je nach Farbe rund 217 bis 222 Gramm bereits extrem schlank und leicht. Das Magic V6 liegt mit 8,75 Millimetern und 219 Gramm (beim weißen Modell) praktisch auf Augenhöhe, fühlt sich aber durch die überarbeitete Gewichtsverteilung und die etwas feinere Abstimmung noch reifer an. Wer ein Magic V5 besitzt, wird beim ersten Anfassen nicht das Gefühl haben, plötzlich eine völlig neue Geräteklasse in der Hand zu halten. Wer aber direkt zwischen beiden wechselt, merkt die kleinen Fortschritte. Das V6 wirkt etwas dichter, etwas souveräner, etwas fertiger.
Der größte Unterschied steckt nicht in einem dramatisch dünneren Gehäuse, sondern im Innenleben. Während das Magic V5 in Europa mit einem 5820 mAh Akku bereits sehr gut aufgestellt war, legt das Magic V6 mit einem 6660 mAh Silizium Kohlenstoff Akku deutlich nach. Das ist kein kleines Upgrade, sondern einer der wichtigsten Fortschritte des Geräts. Foldables laden geradezu dazu ein, das große Innendisplay intensiv zu nutzen. Beim V5 ging das schon recht entspannt. Beim V6 hat man noch seltener dieses leise Akku Rechnen im Hinterkopf.
Auch beim Schutz hat Honor nachgelegt. Das Magic V5 kam mit IP58 und IP59, das Magic V6 bringt IP68 und IP69mit. Natürlich bleibt ein Foldable mechanisch komplexer als ein normales Smartphone. Sand am Strand, feiner Staub in der Tasche oder ein unglücklicher Sturz sind weiterhin Dinge, bei denen man kurz nervös wird. Trotzdem vermittelt das V6 mehr Vertrauen. Es fühlt sich weniger nach empfindlicher Technikdemo und mehr nach Werkzeug an.
Das Scharnier spielt keine Hauptrolle mehr, und genau das ist gut
Bei einem Foldable ist das Scharnier ein bisschen wie der Motor bei einem Sportwagen. Man spricht darüber, weil es wichtig ist. Im besten Fall vergisst man es im Alltag trotzdem. Genau das gelingt Honor beim Magic V6 ziemlich gut. Das Aufklappen fühlt sich satt an, der Widerstand ist angenehm, das Gerät bleibt in verschiedenen Winkeln stabil und nichts wirkt locker oder improvisiert. Man klappt es auf, nutzt es, klappt es wieder zu. Klingt selbstverständlich, war bei Foldables aber lange nicht selbstverständlich.
Die Displayfalte ist weiterhin vorhanden. Wer sie sucht, findet sie. Seitlich betrachtet, bei dunklen Inhalten oder wenn Licht ungünstig auf das Panel fällt, sieht man sie klar. Auch mit dem Finger spürt man die Vertiefung beim Wischen über die Mitte. Das ist kein Makel, den man wegdiskutieren sollte. Aber es ist auch kein Problem, das den Alltag dominiert. Frontal betrachtet tritt die Falte oft weit zurück, und nach kurzer Zeit nimmt man sie ähnlich wahr wie eine Notch, eine Kamerainsel oder einen Displayrand: Sie ist da, aber sie beschäftigt einen nicht ständig.
Gegenüber dem Magic V5 wirkt das innere Display etwas ruhiger und die Falte noch besser kaschiert. Der Unterschied ist nicht riesig, aber sichtbar genug, um bei längerer Nutzung positiv aufzufallen. Im Vergleich zum Samsung Galaxy Z Fold 7 ist Honor hier mindestens auf Augenhöhe, teilweise sogar angenehmer, weil das Verhältnis aus dünnem Gehäuse, großem Display und Displayfalte sehr stimmig wirkt. Oppo wiederum bleibt mit dem Find N6 beim subjektiven Eindruck der Falte ebenfalls stark, hat aber außerhalb bestimmter Märkte weiterhin das bekannte Verfügbarkeitsproblem. Und genau das ist bei Foldables inzwischen ein echter Faktor. Das beste Gerät nützt wenig, wenn es offiziell kaum zu bekommen ist.
Zwei Displays, ein Gedanke: Bitte nicht mehr zurück zum kleinen Rechteck
Das Honor Magic V6 besitzt außen ein 6,52 Zoll OLED Display und innen ein 7,95 Zoll großes faltbares OLED Display. Beide laufen mit 120 Hertz, beide sind sehr hell, beide wirken hochwertig. Der Unterschied zu früheren Foldables liegt nicht nur in der Qualität, sondern in der Nutzbarkeit. Das Außendisplay ist kein Notbildschirm und kein Kompromissfenster. Es ist ein richtiges Smartphone Display.
Das ist im Alltag enorm wichtig. Kurze Nachrichten, Telefonate, Fotos, Navigation, Banking, Musiksteuerung, Social Media: Vieles erledigt man geschlossen. Man muss das Magic V6 nicht ständig aufklappen, um es sinnvoll zu nutzen. Genau dadurch fühlt es sich weniger speziell an. Es ist im geschlossenen Zustand ein normales Smartphone und öffnet sich bei Bedarf zu einem kleinen Tablet. Diese Selbstverständlichkeit ist der Punkt, an dem Foldables wirklich interessant werden.
Das innere Display ist dann der Moment, in dem man sich fragt, warum klassische Smartphones eigentlich so lange schmale Fenster geblieben sind. Webseiten wirken luftiger, Mails lassen sich angenehmer schreiben, PDF Dokumente sind besser lesbar, Fotos kann man genauer beurteilen und Multitasking fühlt sich nicht nach Notlösung an. Gerade im Redaktionsalltag, bei dem man schnell eine Pressemitteilung überfliegt, parallel Notizen macht und vielleicht noch ein Foto prüft, ergibt dieser Formfaktor plötzlich sehr viel Sinn.
Gegenüber dem Magic V5 ist das kein völlig neues Erlebnis, aber ein verfeinertes. Die Ränder wirken moderner, die Panelabstimmung sauberer, die Helligkeit stärker und der Augenkomfort überzeugend. Honor setzt weiterhin auf hohe PWM Frequenzen und diverse Komfortmodi, was gerade abends angenehm auffällt. Das ist nicht der spektakulärste Punkt auf einer Verpackung, aber einer der Punkte, die man nach einigen Tagen wirklich zu schätzen weiß.
Gegen Samsung, Oppo und Google: Wer klappt hier am klügsten?
Im direkten Konkurrenzvergleich wird das Honor Magic V6 besonders spannend. Samsung bleibt mit dem Galaxy Z Fold 7 der naheliegendste Gegner. Das Fold 7 ist extrem ausgereift, sehr leicht, softwareseitig stark und profitiert von Samsungs Erfahrung im Foldable Bereich. One UI ist bei Multitasking, App Anpassung und langfristiger Update Perspektive weiterhin ein starkes Argument. Wer maximale Software Sicherheit und ein sehr etabliertes Ökosystem möchte, landet schnell bei Samsung.
Honor kontert mit Akku, Ladeleistung und Hardware Mut. Das Magic V6 bietet mit 6660 mAh deutlich mehr Akkukapazität als das Galaxy Z Fold 7, lädt mit 80 Watt kabelgebunden und 66 Watt kabellos schneller und wirkt beim Verhältnis aus Dicke, Akku und Displaygröße beeindruckender. Samsung fühlt sich dafür softwareseitig etwas polierter an. Beim Magic V6 gibt es mehr Momente, in denen MagicOS mächtig, aber nicht ganz elegant wirkt. Beim Fold 7 merkt man stärker, dass Samsung diese Gerätekategorie seit Jahren im Massenmarkt trainiert.
Das Oppo Find N6 ist der vielleicht gefährlichste Gegner auf Hardware Ebene. Es bietet ebenfalls ein sehr dünnes Gehäuse, einen großen 6000 mAh Silizium Kohlenstoff Akku, starke Displays und eine sehr elegante Faltmechanik. Oppo versteht es zudem traditionell gut, Foldables angenehm kompakt wirken zu lassen. Das Problem ist weniger das Gerät selbst, sondern die Verfügbarkeit und die regionale Software Erfahrung. In Europa bleibt Honor mit dem Magic V6 deutlich greifbarer und alltagstauglicher als Kaufentscheidung.
Google spielt mit dem Pixel 10 Pro Fold eine andere Karte. Dort geht es weniger um die dünnste Bauweise oder die größte Akkuzahl, sondern um KI Funktionen, Kamera Software und die typische Pixel Einfachheit. Wer Googles Fotoverarbeitung liebt, wer langfristige Updates, smarte Assistenzfunktionen und ein sehr reduziertes Android Erlebnis schätzt, wird beim Pixel schnell glücklich. Im direkten Foldable Alltag wirkt das Honor aber hardwareseitig moderner, schlanker und ausdauernder. Google fühlt sich intelligenter an, Honor beeindruckender.
Damit ist das Magic V6 nicht automatisch das beste Foldable für alle. Aber es ist vielleicht das Foldable mit dem stärksten Hardware Argument. Samsung ist die sichere Wahl. Oppo ist der elegante Geheimtipp, sofern verfügbar. Google ist die KI und Kamera Software Wahl. Honor ist das Gerät, das am lautesten sagt: Warum sollte ein Foldable eigentlich noch dick, schwer oder akkuschwach sein?
Leistung ohne Theater
Im Magic V6 arbeitet der Snapdragon 8 Elite Gen 5, begleitet von viel Arbeitsspeicher und großzügigem Speicher. Im Alltag bedeutet das vor allem eines: Ruhe. Apps öffnen schnell, Animationen laufen flüssig, Multitasking fühlt sich stabil an und auch anspruchsvolle Spiele bringen das Gerät nicht sofort aus dem Konzept. Man merkt die Leistung weniger als einzelnen Wow Moment, sondern als fehlende Wartezeit.
Gerade bei Foldables ist das wichtig. Ein normales Smartphone muss eine App flüssig darstellen. Ein Foldable soll zwei oder drei Dinge gleichzeitig schaffen, zwischen Außen und Innen Display wechseln, Fenster verschieben, Inhalte skalieren und im besten Fall dabei nicht wirken, als müsste es kurz nachdenken. Das Magic V6 macht das sehr souverän.
Gegenüber dem Magic V5 ist der Leistungssprung spürbar, aber nicht dramatisch im Sinne von plötzlich völlig neuer Alltagserfahrung. Das V5 war bereits schnell. Das V6 bleibt unter Last stabiler, wirkt bei Multitasking geschmeidiger und profitiert von besserer Wärmeabfuhr. Wer viele Apps parallel nutzt oder gerne spielt, merkt den Fortschritt deutlicher als jemand, der hauptsächlich liest, schreibt und fotografiert.
Bei längerer Belastung wird das Gehäuse warm. Das ist bei einem so dünnen Foldable kaum vermeidbar. Unangenehm wird es aber selten. Honor bekommt die Balance aus Leistung, Temperatur und Formfaktor gut hin. Die Physik wird nicht besiegt, aber ordentlich verhandelt.
MagicOS 10: Viele Ideen, ein paar Ecken
Software ist der Punkt, an dem Foldables gewinnen oder verlieren. Ein großes Display ist nur dann sinnvoll, wenn das System es versteht. Honor macht mit MagicOS 10 auf Basis von Android 16 vieles richtig. Apps lassen sich gut nebeneinander nutzen, Fensterwechsel funktionieren flüssig und der Übergang vom Außen zum Innendisplay klappt meistens sauber. Besonders bei produktiven Aufgaben wirkt das Magic V6 dadurch deutlich stärker als ein klassisches Smartphone.
Trotzdem bleibt MagicOS die Stelle, an der Honor am meisten nachschärfen darf. Das System ist schnell, umfangreich und voller Funktionen, aber nicht immer so klar strukturiert wie Samsungs One UI oder so reduziert wie Googles Pixel Oberfläche. Manche Menüs wirken etwas voll, Benachrichtigungen und Hintergrundaktivitäten verlangen gelegentlich Aufmerksamkeit, und einzelne Apps nutzen das große Display nicht ganz so elegant, wie man es sich wünschen würde.
Im Vergleich zum Magic V5 wirkt MagicOS 10 reifer, moderner und stärker auf KI sowie Geräteübergreifende Nutzung ausgelegt. Besonders die bessere Verbindung zu anderen Geräten, inklusive interessanter Brücken in Richtung Apple Ökosystem, ist ein cleverer Schritt. Viele Nutzer leben längst nicht mehr in einer einzigen Markenwelt. Ein Android Foldable, das nicht beleidigt ist, wenn daneben ein MacBook oder iPad liegt, ist im Alltag schlicht praktischer.
Samsung bleibt beim Foldable Feinschliff trotzdem vorne. Beim Galaxy Z Fold 7 fühlt sich manches etwas runder, etwas vorhersehbarer, etwas massentauglicher an. Honor hat die stärkere Hardware Story. Samsung hat weiterhin die reifere Software Routine. Wer von einem Samsung Fold kommt, wird beim Magic V6 begeistert auf Akku und Gehäuse schauen, sich aber an einigen Software Stellen kurz umgewöhnen müssen.
Im Apfelgarten zu Besuch: Das Magic V6 versteht sich überraschend gut mit Apple Geräten
Ein spannender Punkt am Honor Magic V6 ist, dass Honor nicht so tut, als würden alle Nutzer brav in einem einzigen Ökosystem leben. Gerade im Alltag vieler Technikfans sieht die Realität anders aus. Da liegt vielleicht ein iPhone als Zweitgerät herum, am Schreibtisch steht ein MacBook, die Fotos wandern in die iCloud, und irgendwo im Rucksack stecken AirPods. Viele Android Hersteller ignorieren diese Mischwelt entweder weitgehend oder lösen sie nur halbherzig. Honor versucht beim Magic V6 sichtbar, diese Grenze etwas weicher zu machen.
Über Honor Connect lassen sich Inhalte zwischen Honor Geräten und Apple Hardware deutlich unkomplizierter austauschen, als man es klassisch von Android und iOS gewohnt ist. Bilder, Videos, Dokumente und andere Dateien können zwischen dem Magic V6 und einem iPhone oder iPad übertragen werden, am Mac hilft zusätzlich Honor WorkStation beim Datenaustausch. Das wirkt nicht ganz so nahtlos wie AirDrop innerhalb der Apple Welt, aber es ist nah genug dran, um im Alltag tatsächlich nützlich zu sein. Gerade wenn man regelmäßig Fotos vom Foldable auf ein MacBook ziehen oder schnell ein Dokument zwischen Geräten verschieben möchte, spart das einige der üblichen Umwege über Cloud Speicher, Messenger oder Kabel.
Besonders interessant ist dabei, dass Honor nicht nur auf die eigene Gerätefamilie schaut. Das Magic V6 will nicht bloß mit Honor Notebooks und Honor Tablets besser zusammenarbeiten, sondern auch dort andocken, wo viele Nutzer längst unterwegs sind. Das ist ein kluger Zug. Wer beruflich mit einem MacBook arbeitet, privat aber ein Foldable testen oder nutzen möchte, muss nicht sofort sein komplettes Setup umstellen. Das Magic V6 fühlt sich dadurch weniger wie ein Fremdkörper in einer bestehenden Apple Umgebung an.
Ganz ersetzen kann Honor das Apple Ökosystem natürlich nicht. iMessage bleibt iMessage, AirDrop bleibt innerhalb der Apple Welt noch immer eleganter, und Funktionen wie Handoff, Universal Clipboard oder die tiefe Verzahnung zwischen iPhone, Mac, iPad und Apple Watch erreicht das Magic V6 nicht in derselben Selbstverständlichkeit. Man merkt an manchen Stellen weiterhin, dass hier zwei Welten miteinander sprechen, die ursprünglich nicht füreinander gebaut wurden. Einrichtung, App Berechtigungen und gelegentliche Verbindungslogik sind nicht immer so unsichtbar, wie Apple Nutzer es gewohnt sind.
Trotzdem ist dieser Ansatz im Alltag wertvoller, als man zunächst denkt. Gerade für Menschen, die neugierig auf ein Foldable sind, aber nicht ihr gesamtes Apple Umfeld verlassen wollen, senkt das Magic V6 die Einstiegshürde spürbar. Es sagt nicht: Entweder Honor oder Apple. Es sagt eher: Du kannst dein MacBook behalten und trotzdem ein großes faltbares Android Smartphone nutzen, ohne dich jeden Tag über Dateitransfers zu ärgern. Das ist kein kleines Detail, sondern ein ziemlich modernes Verständnis davon, wie Technik heute wirklich genutzt wird.
Akku: Der heimliche Star des ganzen Geräts
Der 6660 mAh Silizium Kohlenstoff Akku ist nicht nur eine Zahl, sondern eines der stärksten Argumente für das Magic V6. Bei Foldables entscheidet der Akku darüber, ob man das große Display wirklich nutzt oder ob man es aus Sorge vor dem nächsten Ladegerät nur gelegentlich aufklappt. Beim Magic V6 klappt man es häufiger auf, weil der Akku diese Nutzung besser aushält.
Im Alltag wirkt das Gerät dadurch entspannter als viele Konkurrenten. Navigation, Kamera, Messaging, Browsing, YouTube, längere Lesesessions auf dem Innendisplay, gelegentliches Gaming: Das Magic V6 steckt einen intensiven Tag erstaunlich gut weg. Bei moderater Nutzung bleibt abends noch angenehm viel Reserve. Genau das macht den Unterschied zwischen beeindruckender Technik und echter Alltagstauglichkeit.
Gegenüber dem Magic V5 ist dieser Punkt der sichtbarste Fortschritt. Das V5 war bereits gut, aber das V6 hat spürbar mehr Luft. Gegen Samsung ist Honor hier klar im Vorteil. Das Galaxy Z Fold 7 mag sehr effizient sein, kommt aber bei der reinen Kapazität nicht in diese Region. Oppo liegt mit dem Find N6 näher dran, bleibt aber etwas darunter. Google wiederum kann mit Software Optimierung punkten, wirkt hardwareseitig aber nicht so kompromisslos.
Geladen wird mit bis zu 80 Watt per Kabel und 66 Watt kabellos. Das ist schnell, gerade für ein Foldable. Natürlich hängt die tatsächliche Geschwindigkeit vom passenden Ladegerät ab. Wer irgendein altes Netzteil aus der Schublade nutzt, bekommt nicht die volle Leistung. Aber die Reserve ist da, und das zählt.
Kamera: Endlich kein Foldable Alibi mehr
Foldables hatten lange ein Kamera Problem. Nicht unbedingt, weil sie schlechte Fotos machten, sondern weil man bei einem sehr teuren Gerät oft merkte, dass die Kamera hinter den klassischen Flaggschiffen zurückstand. Beim Honor Magic V6 ist dieses Gefühl deutlich schwächer. Das Kamerasystem besteht aus einer 50 MP Hauptkamera, einer 50 MP Ultraweitwinkelkamera und einer 64 MP Telekamera mit dreifachem optischem Zoom. Das ist vielseitig, modern und im Alltag stark genug, um nicht ständig neidisch auf klassische Ultra Smartphones zu blicken.
Die Hauptkamera liefert sehr detailreiche, kontraststarke und meist gefällige Aufnahmen. Farben wirken lebendig, der Dynamikumfang ist stark und die Belichtung sitzt zuverlässig. Besonders bei Tageslicht macht das Magic V6 richtig gute Bilder. Die Ultraweitwinkelkamera ist brauchbar bis gut und wirkt nicht wie ein billiger Zusatzsensor. Die Telekamera ist bei Porträts, Details und Straßenszenen ein echter Gewinn.
Gegenüber dem Magic V5 ist der Fortschritt allerdings kleiner, als man beim Generationssprung vielleicht erwartet. Honor hat die Verarbeitung verbessert, die Abstimmung wirkt etwas sicherer, aber die grundsätzliche Kamera Charakteristik bleibt ähnlich. Das bedeutet: sehr schöne Ergebnisse, aber manchmal auch sichtbar viel Verarbeitung. Haut kann etwas geglättet wirken, Farben werden gelegentlich kräftiger interpretiert, und Nachtaufnahmen sehen mitunter dramatischer aus, als die Szene tatsächlich war.
Samsung bleibt beim Galaxy Z Fold 7 vor allem durch seine konsistente Verarbeitung und die starke Hauptkamera gefährlich. Google punktet mit natürlicher wirkender Software Magie, besonders bei schwierigen Motiven, Hauttönen und schnellen Schnappschüssen. Oppo wiederum hat mit Hasselblad Abstimmung traditionell einen etwas fotografischeren Look. Honor liefert eine sehr gute Foldable Kamera, aber nicht die natürlichste. Wer den typischen Honor Look mag, bekommt starke Ergebnisse. Wer maximale Realitätsnähe sucht, wird manchmal den Pro Modus oder manuelle Korrekturen bevorzugen.
Das kleine Tablet für die Jackentasche
Der vielleicht schönste Teil am Magic V6 ist der Moment, in dem man vergisst, dass man ein Foldable testet. Man nutzt es einfach. Morgens geschlossen für Nachrichten, unterwegs aufgeklappt zum Lesen, zwischendurch für Fotos, abends für Videos oder zum Bearbeiten längerer Texte. Genau dann wird klar, warum diese Geräteklasse trotz hoher Preise und technischer Eigenheiten ihren Reiz hat.
Ein klassisches Smartphone bleibt in vielen Situationen praktischer. Es ist robuster, günstiger, leichter zu schützen und oft kameraseitig kompromissloser. Aber es kann eben nicht plötzlich zu einem fast acht Zoll großen Arbeitsgerät werden. Das Magic V6 schafft diesen Wechsel sehr elegant. Es ist kein Notebook Ersatz, kein vollwertiges Tablet und kein Kamera Monster. Es ist aber erstaunlich oft genau groß genug, um unterwegs mehr zu erledigen, als man auf einem normalen Smartphone freiwillig machen würde.
Im Vergleich zum Magic V5 fühlt sich das Magic V6 weniger nach spannender Ingenieursleistung und mehr nach fertigem Produkt an. Das V5 war der Beweis, dass Honor Foldables richtig gut bauen kann. Das V6 ist der Versuch, daraus ein Gerät zu machen, das man ohne lange Erklärung empfehlen kann. Dieser Versuch gelingt weitgehend.
2.299 Euro auf dem Papier, 1.699 Euro im Warenkorb: Der Preis ist komplizierter, als er zuerst wirkt
Beim Honor Magic V6 muss man beim Preis etwas genauer hinschauen, denn die reine UVP erzählt nur die halbe Geschichte. Offiziell steht das Gerät mit 2.299,90 Euro in der sehr exklusiven Foldable Oberliga. Das ist eine Summe, bei der selbst Technikfans kurz schlucken müssen. Für ein Smartphone, egal wie dünn, faltbar und beeindruckend es ist, bleibt das eine klare Ansage. Gleichzeitig relativiert Honor den Einstieg zum Marktstart spürbar über eine recht aggressive Vorverkaufsaktion.
Im offiziellen Honor Store läuft zum Start ein exklusiver Vorverkaufszeitraum vom 1. Juli 2026 um 16:00 Uhr bis 31. Juli 2026 um 10:00 Uhr. Mit dem Aktionscode A600MV6 sinkt der Endpreis des Honor Magic V6 auf 1.699,90 Euro. Das ist immer noch viel Geld, aber in der Foldable Welt plötzlich eine ganz andere Diskussion. Aus einem Gerät, das preislich fast schon nach Luxusobjekt klingt, wird ein Foldable, das im direkten Vergleich mit Samsung, Google und Oppo deutlich aggressiver positioniert ist.
Honor legt zum Start außerdem mehrere Pakete obendrauf. Besonders spannend ist das MultiScreen Paket mit dem Honor Pad 10 im Wert von 349,90 Euro. Wer ohnehin ein Tablet im Haushalt gebrauchen kann oder das Magic V6 als Teil eines größeren Arbeits und Medien Setups nutzen möchte, bekommt hier einen echten Zusatznutzen. Noch stärker auf Produktivität zielt das Business Paket mit Honor Magic Pen, Honor Choice AI Note und Honor Choice Earbuds Clip ab, das Honor mit einem Gesamtwert von 399,70 Euro angibt. Das macht die Aktion nicht automatisch für jeden Käufer gleich wertvoll, aber es verändert die Preiswahrnehmung deutlich. Wer das Zubehör tatsächlich nutzt, bekommt nicht nur einen Rabatt, sondern ein ziemlich vollständiges mobiles Setup.
Nicht unterschätzen sollte man auch die Honor Care+ Vorteile zum Start. Honor nennt dabei jeweils einen kostenlosen Austausch für das Innendisplay und das Außendisplay innerhalb von 24 Monaten. Gerade bei einem Foldable ist das mehr als ein netter Bonus. Der größte psychologische Bremsklotz bei faltbaren Smartphones ist nicht nur der Preis, sondern die Sorge vor einem beschädigten Display. Wenn Honor hier zum Start zusätzliche Absicherung bietet, macht das den Kauf spürbar entspannter. Natürlich ersetzt das nicht den sorgsamen Umgang mit einem Foldable, aber es nimmt dem Gerät ein Stück weit diesen „bloß nicht falsch anfassen“ Charakter.
Dazu kommt noch das Honor Points Launch Event, bei dem registrierte Nutzer 2.000 Punkte erhalten können, die als 20 Euro Rabatt einlösbar sind. Das ist im Verhältnis zum Gerätepreis eher ein kleiner Zusatz, aber im Gesamtpaket zeigt sich, wie stark Honor den Start anschiebt. Der Hersteller weiß offensichtlich, dass ein Foldable in dieser Preisklasse nicht nur über technische Daten verkauft wird. Man muss die Hemmschwelle senken, und genau das passiert hier über Rabatt, Zubehör und zusätzliche Sicherheit.
Damit bleibt das Honor Magic V6 teuer, aber nicht mehr absurd teuer. Zum Listenpreis von 2.299,90 Euro wäre es ein beeindruckendes, aber schwer zu rechtfertigenes Luxus Foldable. Zum Aktionspreis von 1.699,90 Euro plus möglichem Zubehör und Display Schutz rückt es deutlich näher an eine echte Empfehlung. Vor allem dann, wenn man den großen Akku, das dünne Gehäuse, die starke Hardware und den Produktivitätsnutzen des Formfaktors wirklich ausreizt. Wer nur ein gutes Smartphone sucht, findet günstigere und vernünftigere Alternativen. Wer aber bewusst ein Premium Foldable kaufen will, bekommt zum Start ein Angebot, das das Magic V6 erheblich attraktiver macht, als die UVP zunächst vermuten lässt.
Fazit: Nicht perfekt, aber gefährlich nah dran
Das Honor Magic V6 ist eines der überzeugendsten Foldables, die man aktuell kaufen kann. Es ist extrem dünn, angenehm leicht, hochwertig verarbeitet, ausdauernd, schnell und mit zwei starken Displays ausgestattet. Dazu kommt eine Kamera, die für ein Foldable sehr gut ist, auch wenn sie manchmal etwas zu stark in die Bildverarbeitung greift. Vor allem aber fühlt sich das Magic V6 im Alltag nicht mehr wie ein Kompromissgerät an.
Gegenüber dem Magic V5 ist es kein radikaler Neustart, sondern eine konsequente Veredelung. Mehr Akku, bessere Schutzklasse, mehr Leistung, reiferes Gesamtgefühl. Wer das V5 mochte, wird das V6 lieben, aber nicht zwingend sofort upgraden müssen. Wer neu in die Foldable Welt einsteigt, bekommt mit dem Magic V6 eines der stärksten Gesamtpakete am Markt.
Die Konkurrenz bleibt stark. Samsung ist softwareseitig weiterhin der Maßstab, Google hat die schlauere KI und Kamera Magie, Oppo baut ebenfalls beeindruckend elegante Hardware. Honor aber trifft beim Magic V6 einen Nerv: Es zeigt, dass ein Foldable nicht mehr dick, schwer und dauernd erklärungsbedürftig sein muss. Es kann einfach ein verdammt gutes Smartphone sein, das aufgeklappt noch deutlich mehr kann.
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Test
Honor Magic V6
Das Honor Magic V6 ist eines der stärksten Foldables des Jahres. Es verbessert den Vorgänger vor allem bei Akku, Schutzklasse, Leistung und Feinschliff. Gegen Samsung punktet Honor mit Hardware, gegen Google mit Ausdauer, gegen Oppo mit besserer Verfügbarkeit. Nur Software und Preis bleiben Kritikpunkte.
PROS
- extrem dünn und leicht
- hervorragender Akku
- starke Displays
- hohe Leistung dank SD8 Elite Gen 5
- gute Kameras
- IP68 und IP69 zertifiziert
CONS
- hohe UVP
- MagicOS nach wie vor nicht ganz ausgereift
- Kamera mit viel Post-Processing
- kein riesiger Sprung vom Vorgänger

















