Im Vorfeld der CES 2026 in Las Vegas meldet sich Clicks mit einem bemerkenswert selbstbewussten Auftritt zurück. Das Unternehmen wurde von Michael Fisher, besser bekannt als Mr Mobile, sowie Kevin Michaluk, dem langjährigen Mobile Journalisten und ehemaligen CrackBerry Gründer, mitgegründet. Beide stehen seit vielen Jahren für eine kritische Auseinandersetzung mit mobiler Technik und teilen die Überzeugung, dass moderne Geräte zwar immer leistungsfähiger, aber nicht zwangsläufig hilfreicher geworden sind.
Clicks entstand aus genau diesem Spannungsfeld. Mit der bekannten Tastaturhülle für Smartphones adressierte das Team früh den Wunsch nach physischer Eingabe, Fokus und effizienter Nutzung statt endlosem Scrollen. Was zunächst wie ein Nischenprodukt wirkte, entwickelte sich schnell zu einer klaren Haltung gegenüber einer Branche, die Aufmerksamkeit oft höher bewertet als Handlung. Nun geht Clicks den nächsten Schritt und positioniert sich deutlich breiter.
Mit der Ankündigung von zwei neuen Produkten für das Jahr 2026 verlässt Clicks endgültig die Rolle des reinen Zubehörherstellers. Das Clicks Power Keyboard und der Clicks Communicator markieren einen strategischen Neustart und zeigen, wie ernst es Fisher, Michaluk und ihrem Team mit der Idee zweckorientierter Hardware ist. Statt noch mehr Features zu stapeln, setzt Clicks auf Reduktion, klare Aufgabenverteilung und Geräte, die Menschen dabei helfen sollen, bewusster zu kommunizieren und schneller ins Handeln zu kommen.
Power Keyboard als universelles Werkzeug für produktives Tippen
Den Anfang macht das Clicks Power Keyboard, intern oft einfach Power Keys genannt. Die Idee dahinter ist so simpel wie ambitioniert. Eine physische Tastatur mit integriertem Akku, die sich magnetisch an der Rückseite eines Smartphones befestigen lässt und sich per Bluetooth universell mit nahezu allen Smart Devices verbinden kann. Smartphones, Tablets, Smart TVs, sogar AR und VR Headsets lassen sich damit bedienen. Sobald die Tastatur ausgezogen wird, verschwindet die virtuelle Bildschirmtastatur. Das schafft mehr Platz für Inhalte und sorgt gleichzeitig für echtes haptisches Tippen. Ein Detail, das in Zeiten glatter Glasflächen fast schon nostalgisch wirkt, aber genau darin liegt der Reiz.
Technisch zeigt sich das Power Keyboard überraschend flexibel. Der ausziehbare Mechanismus unterstützt unterschiedliche Gerätegrößen, Hoch und Querformat sowie eine aufgeklappte Arbeitsposition für produktive Szenarien wie Tabellen oder längere Texte. Dedizierte Zahlentasten und zusätzliche Sonderzeichen richten sich klar an Vielschreiber und Power User. Der integrierte Akku versorgt nicht nur die Tastatur selbst, sondern kann das gekoppelte Smartphone auch unterwegs nachladen. Besonders im Alltag zeigt sich die Vielseitigkeit, etwa beim Tippen von Passwörtern auf einem Smart TV oder beim spontanen Arbeiten mit einem Tablet im Café. Auch für AR und VR Anwendungen sieht Clicks hier eine Lücke, da bisherige Eingabemethoden entweder unpräzise oder zu sperrig seien.
Wichtig ist dabei die Plattformoffenheit. Power Keys funktioniert mit Apple und Android Geräten, lässt sich mit mehreren Geräten gleichzeitig koppeln und erlaubt den Wechsel zwischen Bluetooth Profilen direkt per Tastenkombination. Zudem kann das Keyboard unabhängig von bestehenden Smartphone Hüllen genutzt werden. Der Marktstart ist für Frühjahr 2026 geplant, der reguläre Preis soll bei 79 US Dollar liegen, Vorbestellungen sind bereits möglich.
Communicator: das Zweitgerät für Kommunikation ohne Ablenkung
Deutlich visionärer fällt der zweite Neuzugang aus. Mit dem Clicks Communicator wagt sich das Unternehmen erstmals an ein eigenes mobiles Endgerät. Dabei handelt es sich bewusst nicht um ein klassisches Smartphone, sondern um ein kompaktes Zweitgerät, das sich auf Kommunikation, Kontext und Kontrolle konzentriert. Clicks reagiert damit auf einen Trend, den man sonst eher aus dem Profi oder Digital Detox Umfeld kennt. Immer mehr Menschen nutzen zwei Geräte, eines für maximale Funktionalität, eines für fokussierte Erreichbarkeit.
Der Communicator orientiert sich formal an einer Silhouette, die viele noch aus der Blackberry Ära kennen, übersetzt diese aber in die Gegenwart. Ultrakompakt, taschentauglich und ergonomisch für die Einhandbedienung optimiert, kombiniert er ein Display mit einer vollwertigen physischen Tastatur. Diese ist nicht nur größer als bei bisherigen Clicks Tastaturen, sondern laut Hersteller sogar über 30 Prozent größer als bei früheren Modellen. Zusätzlich ist sie berührungssensitiv und erlaubt Scrollen ohne den Bildschirm zu verdecken.
Im Alltag soll der Communicator vor allem eines leisten. Relevanz filtern. Ein seitlicher Signalindikator mit farbcodierten Benachrichtigungen zeigt an, was Aufmerksamkeit erfordert und von wem oder welcher App. Über einen physischen Kill Switch lassen sich sämtliche Signale sofort deaktivieren. Entsperrt wird das Gerät über einen Fingerabdrucksensor unter der Leertaste. Statt einer klassischen App Übersicht landet man in einem kuratieren Nachrichten Hub, der gemeinsam mit den Entwicklern von Niagara Launcher realisiert wurde. Ziel ist es, Signale von Lärm zu trennen und schnelle Entscheidungen zu ermöglichen, ohne in endloses Scrollen abzurutschen.
Auch bei der Eingabe geht Clicks neue Wege. Neben klassischem Tippen spielt Sprache eine zentrale Rolle. Durch Gedrückthalten einer speziellen Taste wird Spracherkennung aktiviert, beim Loslassen wird die Nachricht sofort versendet. Diese Taste lässt sich auch für andere Aktionen konfigurieren, etwa für Sprachmemos oder künftig für KI gestützte Assistenten. Clicks versteht den Communicator explizit als Plattform, die mit weiteren Diensten wachsen soll.
Ein weiteres zentrales Thema ist Kontrolle. Der Communicator unterstützt Android Strongbox, wodurch sensible Daten hardwaregestützt verschlüsselt gespeichert werden können. Hinzu kommen Features, die viele Nutzer bei aktuellen Smartphones vermissen. Ein 3,5 Millimeter Klinkenanschluss, erweiterbarer Speicher per microSD Karte sowie programmierbare Hardware Shortcuts. Austauschbare Rückseiten in verschiedenen Farben und Materialien, inklusive Leder, sollen zudem Individualität ermöglichen und das Gerät optisch an bestehende Smartphones anpassen.
Gestalterisch arbeitete Clicks mit Joseph Hofer, einem Industriedesigner, der an mehreren ikonischen Blackberry Modellen beteiligt war. Das Ergebnis ist ein Gerät, das bewusst nicht alles können will, dafür aber genau das, wofür es gebaut wurde, besonders gut. Kommunikation ohne Ablenkung, schnelle Eingabe, klare Signale.
Der Clicks Communicator soll im Laufe des Jahres 2026 erscheinen. Zum Marktstart ist ein Einführungspreis von 499 US Dollar vorgesehen. Wer früh reserviert, kann sich das Gerät für 399 US Dollar sichern, eine Reservierung ist bereits ab 199 US Dollar möglich.
Mit diesen beiden Produkten markiert Clicks einen Wendepunkt. Das Unternehmen versteht sich nicht länger als Tastaturmarke, sondern als Anbieter zweckorientierter Hardware für Menschen, die handeln wollen statt zu scrollen. Die Philosophie dahinter wirkt erstaunlich konsequent. In einer Branche, die oft versucht alles gleichzeitig zu sein, setzt Clicks auf bewusste Reduktion und klare Aufgabenverteilung zwischen Geräten.
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