Apple hat auf der WWDC 26 die nächste Generation seiner Betriebssysteme vorgestellt. Neben iOS 27, iPadOS 27, macOS 27 Golden Gate, watchOS 27, visionOS 27 und tvOS 27 stand vor allem die runderneuerte Sprachassistenz Siri AI im Mittelpunkt. Gleichzeitig verspricht Apple mehr Leistung, eine bessere Lesbarkeit des Liquid Glass Designs, neue Funktionen für Familien sowie zahlreiche Detailverbesserungen in den wichtigsten Apps.
Die neuen Betriebssysteme erscheinen im Herbst 2026 als kostenlose Updates. Erste Versionen für Entwickler stehen bereits bereit, eine öffentliche Testphase folgt im Juli. Siri AI startet später im Jahr zunächst als Betaversion auf Englisch. Für Nutzerinnen und Nutzer in der Europäischen Union gibt es allerdings erhebliche Einschränkungen.
Siri AI wird zum Herzstück der Apple Plattformen
Der wichtigste Teil der Präsentation war die Vorstellung von Siri AI. Apple baut seinen bisherigen Sprachassistenten zu einer deutlich umfassenderen KI Plattform aus. Siri soll künftig natürliche Gespräche führen, Rückfragen verstehen und den Kontext früherer Aussagen berücksichtigen.
Darüber hinaus kann Siri persönliche Informationen aus Nachrichten, E Mails, Fotos, Notizen und weiteren Apps einbeziehen. Der Assistent soll dadurch beispielsweise ein altes Foto anhand einer ungefähren Beschreibung finden, Informationen aus einem längeren E Mail Verlauf heraussuchen oder Inhalte aus verschiedenen Apps miteinander verbinden.
Neu ist außerdem eine eigene Siri App. Dort lassen sich bisherige Gespräche erneut öffnen, anheften und auf einem anderen Apple Gerät fortsetzen. Siri entwickelt sich damit von einer kurzen Einblendung zu einer vollwertigen Anwendung für längere Unterhaltungen und komplexere Aufgaben.
Über die sogenannte Bildschirmwahrnehmung erkennt Siri zudem, was gerade auf dem Display zu sehen ist. Der Assistent kann Fragen zu geöffneten Dokumenten, Webseiten, Bildern oder Nachrichten beantworten und daraus direkt Aktionen ableiten.
Mehr KI in Fotos, Safari und Kurzbefehlen
Apple Intelligence wird mit der neuen Softwaregeneration enger in die vorhandenen Anwendungen eingebaut. In Fotos können Nutzer mit Spatial Reframing den Bildausschnitt nachträglich verändern. Extend erweitert Aufnahmen über ihre ursprünglichen Grenzen hinaus, während die verbesserte Bereinigung auch größere störende Objekte entfernen soll.
Safari organisiert geöffnete Tabs auf Wunsch automatisch nach Themen. Mit Notify Me kann der Browser Webseiten beobachten und über Preisänderungen, neue Verfügbarkeiten oder andere Aktualisierungen informieren.
Kurzbefehle lassen sich künftig über eine einfache Beschreibung erstellen. Statt einzelne Aktionen manuell zusammenzubauen, genügt ein Satz, der erklärt, was die Automation erledigen soll. Siri AI verbindet daraufhin die passenden Schritte über mehrere Apps hinweg.
Auch Mail, Nachrichten und Kalender arbeiten enger zusammen. Das System erkennt Termine, Aufgaben oder andere relevante Informationen und schlägt direkt passende Aktionen vor.
Apple verbessert Leistung und Liquid Glass
Nach dem großen optischen Umbau des Vorjahres konzentriert sich Apple diesmal stärker auf den Feinschliff. Das Liquid Glass Design bleibt erhalten, soll durch überarbeitete Kontraste und gleichmäßigere Transparenzeffekte aber besser lesbar werden. Nutzer können außerdem einstellen, wie klar oder stark getönt die transparenten Flächen erscheinen.
Unter der Oberfläche hat Apple laut eigenen Angaben die Speicherverwaltung, die Darstellung, die Suche und die Verteilung der Prozessorleistung optimiert. Unter iOS 27 sollen Apps auf älteren Geräten um bis zu 30 Prozent schneller starten. Neue Fotos erscheinen in großen Mediatheken laut Apple bis zu 70 Prozent schneller, während AirDrop Übertragungen um bis zu 80 Prozent schneller ablaufen können.
iPadOS 27 beschleunigt unter anderem Dateiübertragungen auf externe Laufwerke. macOS 27 soll durch einen optimierten Systemkern und überarbeitete Hintergrundprozesse ebenfalls schneller und zuverlässiger reagieren.
Neue Funktionen für Eltern und Kinder
Apple baut die Familienfunktionen deutlich aus. Eltern können bereits bei der Einrichtung auswählen, welche Systemapps ein Kind verwenden darf. Mit Ask to Browse benötigen Kinder eine Freigabe, bevor sie eine neue Webseite öffnen können.
Neue Zeitkontingente lassen sich nach Kategorien wie Spiele, Unterhaltung und soziale Medien festlegen. Zusätzlich können Eltern Zeitpläne erstellen und bestimmen, welche Apps zu bestimmten Tageszeiten verfügbar sind.
Communication Safety erkennt künftig nicht nur Nacktheit, sondern auch drastische Gewaltinhalte in Bildern und Videos. Die Verarbeitung erfolgt möglichst direkt auf dem Gerät.
Die einzelnen Systeme verfolgen unterschiedliche Schwerpunkte
iOS 27 verbindet Siri AI mit neuen Kamerafunktionen, Bildbearbeitung, Kinderschutz und erheblichen Leistungsverbesserungen. Unterstützt werden weiterhin das iPhone 11, die zweite Generation des iPhone SE und alle neueren Modelle. Apple Intelligence benötigt jedoch deutlich aktuellere Hardware.
iPadOS 27 baut das produktive Arbeiten mit Dateien, Fenstern und externen Laufwerken weiter aus. Hinzu kommen Visual Intelligence, intelligentere Kalenderfunktionen und eine stärkere Einbindung des Apple Pencil.
macOS 27 Golden Gate stellt Siri AI besonders stark in den Mittelpunkt. Der Assistent lässt sich über Spotlight aufrufen, kann Dokumente auswerten und persönliche Inhalte auf dem Mac durchsuchen. Auch Visual Intelligence wird tiefer in das System integriert.
watchOS 27 bringt eine dynamische App Ansicht, eine neue Fingergeste, erweiterte Fitnessfunktionen und die Siri App ans Handgelenk. visionOS 27 verbindet Siri AI mit der räumlichen Umgebung und lässt Nutzer Fragen zu Gegenständen stellen, die sie gerade ansehen. tvOS 27 fällt vergleichsweise zurückhaltend aus und konzentriert sich auf Stabilität, Leistung und Verbesserungen bei Medien und Smart Home.
Siri AI kommt vorerst nicht auf EU iPhones
Die größte Einschränkung betrifft die Europäische Union. Apple bringt Siri AI zum Start nicht auf iPhone und iPad innerhalb der EU. Damit fehlen dort auch mehrere eng verbundene Funktionen wie die Siri App, die erweiterte Bildschirmwahrnehmung, die neuen Schreibwerkzeuge und der Siri Modus der Kamera.
Apple begründet die Verzögerung mit Anforderungen des Digital Markets Act und Auseinandersetzungen über den Zugriff konkurrierender Assistenten auf persönliche Daten und installierte Apps. Einen Zeitplan für die Einführung nennt das Unternehmen nicht.
Auf dem Mac und der Vision Pro soll Siri AI dagegen auch in der EU verfügbar sein. Auf der Apple Watch funktioniert die neue Siri Version nur zusammen mit einem kompatiblen iPhone. Daher bleibt sie dort für europäische Nutzer ebenfalls vorerst deaktiviert.
Viel Potenzial, aber noch einige offene Fragen
Die WWDC 26 zeigt deutlicher als frühere Veranstaltungen, wie Apple seine KI Strategie langfristig aufbauen will. Siri AI soll nicht nur Fragen beantworten, sondern Inhalte verstehen, persönliche Informationen zusammenführen und Aufgaben innerhalb verschiedener Apps erledigen.
Viele der einzelnen Fähigkeiten sind bei konkurrierenden Plattformen allerdings längst bekannt. Apples Stärke liegt weniger in einer völlig neuen Idee als in der tiefen Verbindung von Hardware, Betriebssystem, Apps und Cloud Infrastruktur.
Ob daraus tatsächlich der angekündigte große Schritt entsteht, hängt von der Zuverlässigkeit im Alltag ab. Dazu kommen die zunächst eingeschränkte Sprachunterstützung, hohe Hardwareanforderungen und der vorläufige Ausschluss europäischer iPhone und iPad Nutzer. Die WWDC 26 liefert damit einen spannenden Ausblick, aber noch keine Garantie dafür, dass Apples neue KI Ära überall gleichzeitig beginnt.
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Bildquelle: Apple Newsroom






















