Wer heute an Podcasts denkt, hat meistens noch das klassische Bild von Kopfhörern und einer Audiospur im Kopf. Doch Apple rüttelt nun gewaltig an diesem Verständnis und läutet eine neue Ära für seine hauseigene Plattform ein.
Am 16. Februar 2026 hat der Tech-Riese aus Cupertino ein umfassendes Update für Apple Podcasts angekündigt, das im kommenden Frühjahr erscheinen soll. Das Herzstück dieser Neuerung ist die vollständige Integration von Videopodcasts, die auf der leistungsstarken HTTP Live Streaming (HLS) Technologie basieren. Damit reagiert Apple auf den wachsenden Trend, dass immer mehr Creator ihre Formate auch visuell aufbereiten und Nutzer diese Inhalte zunehmend wie klassische TV-Sendungen konsumieren.
Nahtloses Erlebnis zwischen Sehen und Hören
Das Ziel der Entwickler ist klar definiert: Die Barriere zwischen Audio und Video soll komplett verschwinden. In der aktualisierten App können Nutzer künftig völlig flexibel entscheiden, ob sie eine Episode nur hören oder direkt zum Videostream wechseln möchten. Das System ist dabei so intelligent konzipiert, dass die Wiedergabe bei instabilen Netzwerkverbindungen dank der HLS-Technik automatisch angepasst wird.
Wer unterwegs ist, kann die Videos zudem für die Offlinewiedergabe herunterladen oder am Schreibtisch in eine horizontale Vollbildansicht wechseln. Besonders spannend ist die Integration in das bestehende Ökosystem, denn die Videofolgen tauchen ganz normal in den personalisierten Empfehlungen und den redaktionell kuratierten Bereichen auf. Damit wird Video zu einem gleichwertigen Bestandteil der Plattform, ohne dass die gewohnte Handhabung komplizierter wird.

Volle Kontrolle und neue Geldquellen für Creator
Für die Produzenten der Inhalte bedeutet dieser Schritt vor allem eines: Unabhängigkeit. Apple betont ausdrücklich, dass Creator die volle Kontrolle über ihre Inhalte und deren Vermarktung behalten. Zum Start arbeiten bereits Schwergewichte der Branche wie Acast, ART19 (Amazon), Omny Studio (Triton) sowie SiriusXM mit Apple zusammen, um den neuen Standard zu unterstützen.
Ein echtes Highlight für das Geschäftsmodell vieler Podcaster ist die Möglichkeit, Videoanzeigen dynamisch einzufügen. Das schließt sogar vom Host selbst eingesprochene Werbespots ein. Damit öffnet Apple die Tür zum lukrativen Videowerbemarkt, ohne den Kreativen unnötige Steine in den Weg zu legen. Wichtig für die Branche ist zudem das Signal, dass Apple weiterhin keine Gebühren von Hosting-Anbietern oder Creatoren für die reine Verbreitung erhebt, egal ob es sich um klassisches RSS oder das neue HLS-Format handelt. Lediglich für die Auslieferung der dynamischen Videoanzeigen wird im späteren Verlauf des Jahres eine impressionsabhängige Gebühr für Werbenetzwerke fällig.
Ein Meilenstein für die gesamte Branche
Eddy Cue, Apples Chef für den Bereich Services, sieht in diesem Schritt einen entscheidenden Meilenstein, der die Entwicklung der letzten zwanzig Jahre konsequent fortsetzt. Auch die Partner zeigen sich euphorisch. Die Chefs der großen Hosting-Plattformen sind sich einig, dass Video das nächste große Kapitel im Podcasting aufschlägt.
Es geht nicht mehr nur darum, ein bisschen Bild zum Ton zu liefern, sondern eine professionelle Premium-Plattform für Brand Storytelling zu schaffen. Dass Apple dabei auf einen offenen Ansatz setzt, bei dem Publisher die Hoheit über ihre Zielgruppen und Messdaten behalten, wird in der Szene als starkes Statement für ein gesundes Ökosystem gewertet.
Verfügbarkeit und technische Details
Die technischen Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. Ab sofort steht HLS-Video in den Betaversionen von iOS 26.4, iPadOS 26.4 und visionOS 26.4 zum Testen zur Verfügung. Die finale Veröffentlichung für alle Nutzer auf dem iPhone, iPad und der Apple Vision Pro ist für das Frühjahr geplant. Auch Nutzer, die Podcasts lieber über den Browser konsumieren, gehen nicht leer aus, da die Funktionen auch im Web unter podcasts.apple.com integriert werden.
Damit baut Apple seine Präsenz in über 170 Ländern weiter aus und bietet Funktionen wie die Dialoghervorhebung oder Transkripte für mittlerweile über 125 Millionen Folgen nun auch im Video-Kontext an.
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