Das Honor Magic 8 Lite geht einen Weg, den viele Smartphones in der Mittelklasse längst verlassen haben. Statt mit Superlativen um sich zu werfen oder auf dem Datenblatt möglichst laut zu schreien, setzt Honor auf ein klares Versprechen: Dieses Gerät soll lange halten, viel aushalten und dabei zuverlässig funktionieren. Das klingt zunächst unspektakulär, entpuppt sich im Alltag aber als erstaunlich konsequentes Konzept. Während viele Geräte nach ein oder zwei Jahren erste Schwächen zeigen, ist das Magic 8 Lite von Anfang an darauf ausgelegt, ein Dauerbegleiter zu sein und zwar ohne Samthandschuhe.
Man merkt schnell, dass hier nicht ein einzelnes Feature im Mittelpunkt steht, sondern ein Gesamtansatz. Robustheit, Akkulaufzeit, Display und Software greifen ineinander. Das Ergebnis ist ein Smartphone, das weniger Eindruck schinden will, sondern Vertrauen aufbaut. Und genau das ist in dieser Preisklasse selten geworden.
Schlank verpackte Vernunft statt falschem Luxus
Das Honor Magic 8 Lite beweist, dass Robustheit und elegantes Design kein Widerspruch sein müssen. Mit einer Gehäusedicke von nur 7,76 Millimetern wirkt das Smartphone auf den ersten Blick fast überraschend filigran, vor allem wenn man bedenkt, welche Schutzmechanismen im Inneren arbeiten. In der Hand fühlt sich das Gerät ausgewogen an, weder kopflastig noch klobig, und liegt sicher in der Hand, ohne unangenehme Kanten oder Druckpunkte.
Honor setzt bewusst auf einen Kunststoffrahmen, was in Datenblatt Vergleichen gerne als Sparmaßnahme abgetan wird, im Alltag jedoch klare Vorteile bietet. Kunststoff verformt sich bei Stößen minimal, statt Energie direkt weiterzugeben, und reduziert damit das Risiko von Glasbrüchen. Gleichzeitig trägt er dazu bei, das Gewicht niedrig zu halten. Mit knapp unter 190 Gramm bleibt das Magic 8 Lite angenehm leicht, selbst bei längerer Nutzung oder beim Transport in der Hosentasche oder im Rucksack.
Die Rückseite zeigt sich je nach Farbvariante matt oder leicht strukturiert und ist erfreulich unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken und kleinen Kratzern. Auch ohne Schutzhülle wirkt das Gerät robust genug, um bedenkenlos im Alltag eingesetzt zu werden. Das Kameramodul ist dezent integriert und steht nur minimal hervor, was nicht nur optisch gefällig ist, sondern auch verhindert, dass das Smartphone auf dem Tisch wackelt oder sich beim Einschieben in die Tasche verhakt.
Widerstandsfähigkeit ohne Sicherheitsnetz und doppelten Boden
Beim Honor Magic 8 Lite endet Widerstandsfähigkeit nicht dort, wo Marketing normalerweise aufhört. Das Gerät ist nicht nur für Missgeschicke gebaut, sondern für echte Grenzsituationen. Die Ultra Bounce Anti Drop Technology ist dabei mehr als ein wohlklingender Name. Im Inneren arbeitet ein komplexer Aufbau aus mehreren Schutzschichten, darunter besonders tief gehärtetes Glas, eine energieabsorbierende Zwischenschicht mit nicht newtonschen Eigenschaften und ein insgesamt extrem verwindungssteifer Rahmen. Ziel ist nicht, Stürze zu vermeiden, sondern die beim Aufprall entstehende Energie gezielt umzuleiten und zu zerstreuen.
Hinzu kommt eine Widerstandsfähigkeit gegen Umwelteinflüsse, die fast schon absurd wirkt für ein schlankes Mittelklasse Smartphone. Mit IP66, IP68 und IP69K ist das Magic 8 Lite nicht nur gegen Regen oder kurzes Untertauchen geschützt, sondern auch gegen Hochdruck Wasserstrahlen, feinen Staub, Schlamm und sogar kurzzeitigen Kontakt mit heißem Wasser bis 85 Grad. Das Gerät lässt sich nach Outdoor Einsätzen, Baustellenbesuchen oder Sporteinheiten schlicht unter fließendem Wasser reinigen, ohne dass man sich Sorgen um Lautsprecher, Mikrofone oder Anschlüsse machen muss.
Wenn Robustheit kein Marketing bleibt
Man kann viel versprechen, solange die Keynote-Lichter noch an sind. Wirklich spannend wird es erst dann, wenn ein Smartphone den Konferenzraum verlässt und dort landet, wo es tatsächlich benutzt wird. Genau das habe ich mit dem Honor Magic 8 Lite gemacht – und ich gebe offen zu: Ich bin mit einer gesunden Portion Skepsis in diesen Test gegangen. 2,5 Meter Fallschutz? Hochdruckwasser? Heißes Wasser? Klingt gut, wird aber selten konsequent überprüft.
Der Sturztest: Bauchgefühl gegen Physik
Beginnen wir mit dem Albtraum jedes Smartphone-Nutzers – dem freien Fall. Honor gibt für das Magic 8 Lite einen Sturzschutz bis 2,5 Meter an. Also habe ich genau das gemacht. Ohne Hülle, ohne Case, ohne Sicherheitsnetz. 2,5 Meter Höhe, Betonboden, Display nach unten. Ein Moment, in dem man innerlich schon den Reparaturpreis durchrechnet.
Der Aufprall klang brutal. Genau so, wie man es von einem Totalschaden erwartet. Umso überraschender war der Blick auf das Gerät danach: Das Display leuchtete, reagierte normal, keine Risse, keine Pixelfehler. Erst beim genaueren Hinsehen zeigte sich der vermeintliche Schaden – die Displayschutzfolie hatte es zerlegt. Also runter damit.
Darunter: nichts. Kein Kratzer, kein Spannungsriss, keine Beeinträchtigung der Touch-Erkennung. Helligkeit, Bildwiederholrate, Fingerabdrucksensor – alles funktionierte wie zuvor. Ich habe bewusst nach Schwachstellen gesucht, mehrfach geprüft, aber nichts gefunden.
Noch interessanter wurde es bei einem zweiten, deutlich realistischeren Szenario: Stürze aus Hüft- oder Jackentaschenhöhe, also rund ein Meter, unkontrollierter Winkel, unebener Untergrund. Hier zeigte sich ein spannendes Bild. Das Display blieb auch bei mehreren solcher Stürze völlig unbeeindruckt. Der Rahmen hingegen sammelte erste Kampfspuren. Kleine Kerben, leichte Abschürfungen – nichts Dramatisches, aber sichtbar.
Ironischerweise verursachten diese niedrigeren Stürze mehr optische Spuren als der extreme Fall aus 2,5 Metern Höhe. Das zeigt ziemlich klar, wo Honor seine Prioritäten gesetzt hat. Der Display-Schutz steht hier ganz oben.
Der Wassertest: Autowäsche für das Smartphone
Der zweite große Praxistest war einer, den ich normalerweise mit Smartphones vermeide. Das Magic 8 Lite landete in einer Selbstwaschanlage. Hochdruckreiniger, kaltes und warmes Wasser, direkter Strahl aus kurzer Distanz. Erst das Auto, dann das Smartphone.
Das Ergebnis war unspektakulär – im besten Sinne. Nach der Hochdruckdusche funktionierte alles wie zuvor. Lautsprecher klangen unverändert, Mikrofone arbeiteten normal, der USB-C-Port blieb trocken. Unter dem Display zeigten sich weder Schlieren noch Kondensationsspuren. Auch nach warmem Wasser gab es keinerlei Auffälligkeiten.
Damit wird klar: Die IP66-, IP68- und IP69K-Zertifizierungen sind hier kein reines Marketingversprechen. Das Magic 8 Lite steckt nicht nur Regen oder kurzes Untertauchen weg, sondern auch Hochdruckwasser und Hitze. Danach abwischen, einschalten, weitermachen – so einfach ist das.
Mein Eindruck nach den Extremtests
Nach diesen Praxistests fühlt sich das Honor Magic 8 Lite weniger wie ein empfindliches Stück Unterhaltungselektronik an, sondern eher wie ein solides Alltagswerkzeug. Natürlich ist es nicht unzerstörbar. Der Rahmen zeigt Gebrauchsspuren, wenn man es provoziert. Aber das Entscheidende bleibt heil: Display, Technik und Funktion.
Was mich besonders überzeugt hat, ist die Konsequenz dieses Konzepts. Honor verspricht hier nicht nur Robustheit, sondern liefert sie auch. Das Magic 8 Lite ist kein klobiges Outdoor-Smartphone, kommt funktional aber erstaunlich nah heran – ohne dabei seinen schlanken, alltagstauglichen Formfaktor aufzugeben.
Gerade in der Mittelklasse ist diese Kombination selten. Viele Geräte sehen gut aus, solange nichts passiert. Das Magic 8 Lite sieht danach vielleicht nicht mehr makellos aus – funktioniert aber einfach weiter. Und genau das ist im Alltag oft mehr wert als jedes Hochglanzdatenblatt.
Ausdauer die den Nutzungsrhythmus verändert
Der Akku des Honor Magic 8 Lite ist nicht nur groß, er verändert spürbar den Umgang mit dem Smartphone. Mit seinem 7500 mAh Silizium Kohlenstoff Akku verschiebt sich der Nutzungsrhythmus weg vom täglichen Nachladen hin zu einer deutlich entspannteren Routine. Statt abends automatisch nach dem Ladegerät zu greifen, bleibt das Magic 8 Lite auch nach langen Tagen mit viel Display Zeit, Navigation, Fotografie und Streaming souverän im grünen Bereich. Zwei volle Tage Nutzung sind problemlos erreichbar, bei moderater Nutzung sogar deutlich mehr. Besonders auffällig ist dabei der geringe Standby Verbrauch. Über Nacht verliert das Gerät nur wenige Prozentpunkte, selbst wenn WLAN, Bluetooth und Push Benachrichtigungen aktiv bleiben.
Hinzu kommt, dass Honor den Akku nicht nur auf Kapazität, sondern auch auf Langlebigkeit ausgelegt hat. Die eingesetzte Silizium Kohlenstoff Technologie erlaubt eine höhere Energiedichte bei gleichzeitig stabilerem Alterungsverhalten. Unterstützt wird das durch eine intelligente Lade und Temperatursteuerung, die Ladezyklen schonend behandelt und Überhitzung vermeidet. Das zahlt sich langfristig aus, denn das Magic 8 Lite ist klar darauf ausgelegt, mehrere Jahre zuverlässig durchzuhalten, ohne dass die Akkulaufzeit spürbar einbricht.
Auch unter Last zeigt sich das System ausgewogen. Selbst bei längeren Sessions mit Videoaufnahmen, Navigation und Spielen bleibt der Energieverbrauch kontrolliert. In kritischen Situationen greift zusätzlich der Ultra Power Saving Modus, der selbst bei nur noch zwei Prozent Restladung noch ausreichend Reserven für wichtige Anrufe bereithält. Das schafft Sicherheit in Momenten, in denen andere Smartphones längst den Dienst quittieren würden.
Trotz der enormen Kapazität bleibt auch das Aufladen alltagstauglich. Die 66 Watt Schnellladefunktion füllt den großen Akku zügig wieder auf, ohne dass das Gerät dabei unangenehm warm wird. Zwar fehlt kabelloses Laden, angesichts der seltenen Ladezyklen fällt das im Alltag jedoch kaum ins Gewicht. Insgesamt gehört das Honor Magic 8 Lite damit zu den ausdauerndsten Smartphones seiner Klasse und richtet sich klar an Nutzer, die ihr Gerät nicht ständig an die Steckdose binden wollen.
Ein Display das draußen keine Ausreden kennt
Das Display des Honor Magic 8 Lite ist weit mehr als nur ein solides Mittelklasse Panel. Es ist eines der zentralen Argumente für das Gerät und passt perfekt zur Ausrichtung auf Alltag, Outdoor Nutzung und Langstrecke. Mit 6,79 Zoll Diagonale, OLED Technologie und einer Auflösung von 2640 × 1200 Pixeln bietet es reichlich Fläche für Inhalte, ohne dabei an Schärfe einzubüßen. Texte wirken klar, Grafiken sauber und selbst kleinere UI Elemente bleiben gut erkennbar.
Besonders auffällig ist die Spitzenhelligkeit von bis zu 6000 Nits, ein Wert, der selbst in deutlich teureren Smartphones keine Selbstverständlichkeit ist. In der Praxis sorgt das dafür, dass das Display auch bei direkter Sonneneinstrahlung hervorragend ablesbar bleibt. Ob Navigation im Sommer, Fotografieren im Freien oder schnelles Checken von Nachrichten bei grellem Licht, das Magic 8 Lite bleibt jederzeit souverän. Die automatische Helligkeitsregelung reagiert zügig und zuverlässig, ohne störendes Pumpen oder abrupte Wechsel.
Die 120 Hertz Bildwiederholrate sorgt für eine sichtbar flüssige Darstellung. Scrollen durch lange Feeds, Animationen in der Oberfläche oder einfache Spiele profitieren von der hohen Bildrate und wirken angenehm geschmeidig. Gleichzeitig regelt das System die Bildfrequenz adaptiv herunter, wenn keine hohe Wiederholrate benötigt wird, was wiederum der Akkulaufzeit zugutekommt. Auch hier zeigt sich der Fokus auf Effizienz statt reiner Show.
Farblich präsentiert sich das Panel ausgewogen. Mit 1,07 Milliarden Farben und vollständiger Abdeckung des DCI P3 Farbraums wirken Inhalte lebendig, ohne künstlich übersättigt zu sein. Hauttöne bleiben natürlich, Fotos profitieren von sauberen Farbverläufen und auch Videos machen sichtbar Spaß. HDR Inhalte werden kontrastreich dargestellt, selbst wenn die maximale Spitzenhelligkeit im Alltag selten vollständig ausgeschöpft wird.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Thema Sehkomfort. Honor integriert hier ein ganzes Bündel an Schutzmechanismen. Das 3840 Hertz PWM Dimming minimiert Flackern selbst bei niedriger Helligkeit und ist besonders für empfindliche Nutzer ein spürbarer Vorteil. Hinzu kommen hardwarebasierte Low Blue Light Filter sowie adaptive Farbtemperaturanpassungen, die sich am Tagesverlauf orientieren. Gerade abends wirkt das Display dadurch angenehmer und weniger ermüdend, ohne dabei sichtbar an Klarheit zu verlieren.
Nicht zuletzt überzeugt das Display auch durch seine Alltagstauglichkeit. Dank der bereits erwähnten AI Heavy Rain Touch Funktion bleibt der Bildschirm selbst bei Nässe erstaunlich präzise bedienbar. Regentropfen oder feuchte Finger führen nicht zu wilden Fehleingaben, sondern werden intelligent herausgefiltert. In Kombination mit der hohen Helligkeit ergibt sich ein Display, das nicht nur im Wohnzimmer, sondern vor allem draußen seine Stärken ausspielt.
Leistung mit langem Atem statt kurzen Sprints
Beim Thema Leistung verfolgt das Honor Magic 8 Lite eine angenehm unaufgeregte Strategie. Statt auf maximale Benchmark Zahlen zu schielen, setzt Honor auf den Snapdragon 6 Gen 4, einen Chip, der klar auf Effizienz, thermische Stabilität und gleichmäßige Leistungsabgabe ausgelegt ist. Das passt hervorragend zum Charakter des Geräts. Im Alltag zeigt sich das Magic 8 Lite durchweg zuverlässig. Apps öffnen zügig, Animationen laufen flüssig und auch Multitasking mit mehreren Anwendungen gleichzeitig bringt das System nicht aus dem Takt.
Besonders positiv fällt auf, wie konstant sich die Performance über längere Zeit verhält. Auch nach Stunden der Nutzung mit Navigation, Streaming, Messaging und Fotografie bleibt das Smartphone angenehm kühl. Leistungsabfälle oder aggressives Drosseln sind im Alltag kaum spürbar. Genau hier unterscheidet sich der Snapdragon 6 Gen 4 von leistungsstärkeren, aber auch deutlich hitzigeren Chips, die ihre Spitzenleistung oft nur kurzzeitig abrufen können. Das Magic 8 Lite fühlt sich dadurch über den Tag hinweg gleichmäßig schnell an, statt in Wellen zu arbeiten.
Bei Spielen zeigt sich die Ausrichtung klar. Anspruchsvolle Titel lassen sich spielen, verlangen aber reduzierte Grafikdetails. Casual Games, Strategie Titel oder populäre Shooter laufen stabil, solange man keine maximalen Einstellungen erzwingen möchte. Das Gerät ist damit nicht für Hardcore Gamer gedacht, eignet sich aber problemlos für gelegentliche Gaming Sessions zwischendurch. Unterstützt wird das durch eine solide Speicher Ausstattung, die genügend Reserven für flüssiges App Switching und kurze Ladezeiten bietet.
Auch im Zusammenspiel mit der Software zeigt sich die Stärke des Ansatzes. MagicOS nutzt die vorhandene Hardware effizient, vermeidet unnötige Hintergrundlast und priorisiert aktive Anwendungen sinnvoll. Das trägt nicht nur zur stabilen Performance, sondern auch zur exzellenten Akkulaufzeit bei. Insgesamt liefert das Honor Magic 8 Lite keine spektakulären Leistungsrekorde, dafür aber eine der konstantesten und stressfreisten Performance Erfahrungen seiner Klasse.
Kamera mit Bodenhaftung und KI als Sicherheitsnetz
Die Kamera des Honor Magic 8 Lite folgt konsequent der Grundidee des gesamten Geräts. Sie will nicht mit exotischer Hardware oder langen Brennweiten beeindrucken, sondern im Alltag verlässlich abliefern. Herzstück ist die 108 Megapixel Hauptkamera mit optischer und elektronischer Bildstabilisierung. Der Sensor ist groß genug, um bei guten Lichtverhältnissen detailreiche und scharfe Fotos zu produzieren, ohne dabei zu aggressiv nachzuschärfen. Farben wirken überwiegend natürlich, Kontraste ausgewogen und auch feine Strukturen bleiben gut erhalten. Gerade bei Tageslicht entstehen Aufnahmen, die problemlos für Social Media, Cloud Backups oder auch größere Displays taugen.
Die integrierte optische Bildstabilisierung macht sich dabei deutlicher bemerkbar, als man es in dieser Geräteklasse erwarten würde. Verwackelte Aufnahmen sind seltener, vor allem bei spontanen Schnappschüssen oder leichtem Zoom. Auch Videos profitieren von der Kombination aus OIS und EIS. Bewegungen werden sauber ausgeglichen, Schwenks wirken ruhiger und Aufnahmen lassen sich bis 4K mit 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Für Vlogs oder Alltagserinnerungen ist die Qualität absolut ausreichend, auch wenn ambitionierte Videografen hier naturgemäß an Grenzen stoßen.
Bei schlechteren Lichtverhältnissen zeigt die Kamera ein ehrliches Bild ihrer Klasse. Details nehmen ab, Bildrauschen wird sichtbar und der Dynamikumfang schrumpft. Das Nachtverhalten ist solide, aber nicht spektakulär. Das Magic 8 Lite versucht nicht, mit übertriebener Aufhellung oder aggressiver KI Magie zu tricksen, sondern bleibt vergleichsweise zurückhaltend. Das sorgt zwar nicht für Wow Effekte, bewahrt aber eine gewisse Bildruhe und vermeidet künstlich wirkende Ergebnisse.
Die zusätzliche Ultraweitwinkelkamera mit 5 Megapixeln erfüllt ihren Zweck, bleibt aber klar funktional. Für gelegentliche Landschafts oder Gruppenaufnahmen bei gutem Licht ist sie brauchbar, bietet aber weder viel Detailtiefe noch große Reserven für Nachbearbeitung. Hier zeigt sich, dass Honor den Fokus klar auf den Hauptsensor gelegt hat. Die 16 Megapixel Frontkamera liefert ordentliche Selfies mit solider Schärfe und brauchbarer Farbwiedergabe. Für Videoanrufe und Social Media Inhalte reicht die Qualität vollkommen aus, auch wenn die maximale Videoauflösung hier auf Full HD begrenzt bleibt.
Wo das Magic 8 Lite spürbar aufholt, ist bei der Software. Die umfangreichen KI gestützten Fotofunktionen sind mehr als nur Spielerei. AI Eraser entfernt störende Objekte erstaunlich präzise und rekonstruiert Hintergründe oft überzeugend. AI Outpainting erweitert Bildränder sinnvoll für Hochkant oder Social Media Formate, ohne sichtbare Brüche zu erzeugen. AI Upscale kann ältere oder niedrig aufgelöste Fotos sichtbar verbessern und verleiht ihnen mehr Klarheit. Besonders praktisch ist AI Face Tune, das geschlossene Augen in Gruppenfotos erkennt und korrigiert, was im Alltag tatsächlich häufiger nützlich ist, als man zunächst vermuten würde.
Software mit vielen Ideen und einem kleinen Startnachteil
Softwareseitig läuft das Honor Magic 8 Lite mit MagicOS 9 auf Basis von Android 15 und damit nicht ganz auf dem aktuellsten Stand. Das ist einer der wenigen Punkte, an denen sich Honor spürbar Kritik gefallen lassen muss. Während neuere Geräte und auch einige direkte Konkurrenten bereits mit Android 16 und der nächsten MagicOS Generation starten, fühlt sich dieser Rückstand beim Marktstart unnötig an. Funktional ist das kein Beinbruch, zumal Android 15 weiterhin modern und stabil ist, doch der psychologische Effekt bleibt. Wer ein neues Smartphone kauft, erwartet schlicht die aktuellste Softwarebasis.
Abseits dieses Startnachteils präsentiert sich MagicOS 9 jedoch deutlich gereift. Die Oberfläche ist übersichtlich, reagiert schnell und bietet umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten. Widgets lassen sich flexibel platzieren, das System wirkt aufgeräumt und weitgehend frei von unnötiger Zusatzsoftware. Positiv fällt auf, dass Honor auf aggressive Vorinstallationen verzichtet. Bis auf den eigenen App Store bleibt das System erfreulich sauber, was sowohl der Performance als auch der Nutzererfahrung zugutekommt.
Inhaltlich setzt Honor stark auf KI Funktionen, von denen viele im Alltag tatsächlich sinnvoll sind. Besonders gelungen ist die Live Anruf Übersetzung, die Gespräche direkt auf dem Gerät in Echtzeit übersetzt, ohne dass Audiodaten in die Cloud wandern. Das ist nicht nur praktisch, sondern auch ein starkes Argument in Sachen Datenschutz. Auch die allgemeinen Übersetzungsfunktionen, inklusive Face to Face Modus, funktionieren zuverlässig und schnell. Für Vielreisende oder internationale Kommunikation sind das echte Mehrwerte.
Im Produktivbereich punktet MagicOS mit Funktionen wie HONOR Notes, das Sprache sehr präzise in Text umwandelt, Sprecher unterscheiden kann und Inhalte automatisch zusammenfasst. Ergänzt wird das durch AI Writing Tools, die Texte korrigieren, umformulieren oder zusammenfassen. Das ist hilfreich, wirkt aber nicht immer perfekt. Gerade bei komplexeren Texten bleibt gelegentlich Nacharbeit nötig. Die KI versteht den Kontext meist gut, ist aber noch kein Ersatz für eigenes Denken.
Ein Highlight ist Magic Portal 2.0, das Inhalte erkennt und kontextabhängige Aktionen vorschlägt. Adressen lassen sich direkt an Karten übergeben, Bilder oder Textfragmente mit Gesten weiterverarbeiten. In der Praxis funktioniert das meist zuverlässig, manchmal jedoch etwas übereifrig. Nicht jede erkannte Information erfordert sofort eine Aktion, was gelegentlich zu überflüssigen Vorschlägen führt. Hier wäre etwas mehr Feinschliff wünschenswert.
Kritisch bleibt neben der Android Version auch die Frage der Update Wahrnehmung. Honor verspricht langfristige Software Unterstützung, doch der Marktstart mit Android 15 statt 16 wirft die Frage auf, wie schnell größere Updates tatsächlich ausgerollt werden. Gerade bei einem Smartphone, das klar auf Langlebigkeit ausgelegt ist, spielt Software Aktualität eine wichtige Rolle. Positiv ist immerhin, dass Sicherheitsupdates zuverlässig und stabil laufen.
Fazit
Das Honor Magic 8 Lite ist kein Smartphone für Showeffekte oder Statussymbole. Es ist ein Gerät für Menschen, die ihr Smartphone im Alltag wirklich nutzen, es mitnehmen, es auch mal fallen lassen und sich trotzdem darauf verlassen wollen. Mit seiner extremen Widerstandsfähigkeit, der herausragenden Akkulaufzeit, dem sehr hellen OLED Display und einer durchdachten Software mit sinnvollen KI Funktionen setzt es ein starkes Statement in der Mittelklasse. Wer ein langlebiges, robustes und ehrliches Smartphone sucht, findet hier eines der überzeugendsten Gesamtpakete seiner Klasse.
Preise und Verfügbarkeit
In Österreich ist das HONOR Magic 8 Lite breit im Handel verfügbar, teils exklusiv bei bestimmten Partnern und teils allgemein bei Elektronik-Händlern. Die UVP liegt je nach Speichergröße bei 399 € (8 GB + 256 GB) und 429 € (8 GB + 512 GB). Honor setzt beim Lite-Modell auf ein attraktives Preis-Leistungs-Paket mit drei Jahren Garantie statt der üblichen zwei sowie einer HONOR Care Akku-Performance Garantie: Fällt die Akkukapazität innerhalb von drei Jahren unter 80 %, kann einmalig ein kostenloser Akkuaustausch beansprucht werden.
Ab dem 16.01.2026 ist das Magic 8 Lite bei Magenta in 8 GB + 512 GB erhältlich, und zwar in den Farben Midnight Black und exklusiv Reddish Brown. Parallel dazu führen A1 und weitere Händler die 8 GB + 256 GB Version in Black. Auch bei Media Markt wird das Lite-Modell angeboten, voraussichtlich in den Farbvarianten Midnight Black und Forest Green, wobei der konkrete Verkaufsstart und mögliche Aktionen dort noch festgelegt werden. Generell ist das Magic 8 Lite damit überall in Österreich erhältlich und besonders für Nutzer interessant, die ein günstiges, dennoch gut ausgestattetes Smartphone mit solider Laufzeit, starkem Display und Honor-Service-Plus wünschen.
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Test
Honor Magic 8 Lite
Das Honor Magic 8 Lite überzeugt mit außergewöhnlicher Robustheit, enormer Akkulaufzeit und einem extrem hellen OLED Display. Die Kamera bleibt solide statt spektakulär, die Performance effizient statt brachial. Dafür bekommt man ein Smartphone, das im Alltag einfach funktioniert und lange durchhält.
PROS
- Sehr hohe Widerstandsfähigkeit gegen Stürze, Wasser und Staub
- Extrem großer Akku mit 7500 mAh
- Sehr helles OLED Display mit 120 Hz
- Schlankes Design trotz massiver Schutztechnik
CONS
- Kein Wireless Charging
- Kamera vielseitig, aber nicht besonders flexibel
- Performance nur Mittelklasse
- Kunststoffrahmen wirkt weniger hochwertig





















