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Xiaomi 17 Ultra im Test: Die Leica Kamera mit Telefonfunktion?

Xiaomis neues Flaggschiff setzt alles auf die Karte Fotografie und kombiniert einen massiven 1 Zoll Sensor mit dem Charme klassischer Leica Optiken doch reicht das für den Thron?

Markus Lugert von Markus Lugert
28. Februar 2026
in Reviews, Smartphone
Lesedauer:6 mins read
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Xiaomi 17 Ultra
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Das Xiaomi 17 Ultra ist nicht einfach nur ein weiteres Smartphone auf dem hart umkämpften Markt der High-End-Boliden; es ist eine Kampfansage. In einer Welt, in der sich Flaggschiffe oft nur noch durch Nuancen bei den Prozessoren unterscheiden, versucht Xiaomi, die Brücke zwischen professioneller Fotografie und Alltagskomfort zu schlagen.

Doch kann ein Smartphone wirklich das Versprechen einlösen, die schwere Kameraausrüstung zu Hause zu lassen? Wir haben die schwarze 512-GB-Variante des Xiaomi 17 Ultra zwei Wochen lang durch den fordernden Alltag gejagt, bei Nachtaufnahmen an die Grenzen gebracht und auf seine Alltagstauglichkeit geprüft. Wird die Symbiose aus Leica-Optik und Xiaomi-Technologie dem Hype gerecht oder scheitert das Gerät an seinem eigenen Anspruch?

Ein massiver Brocken mit technischem Retro-Charme

Xiaomi 17 UltraWenn man das Xiaomi 17 Ultra das erste Mal in die Hand nimmt, wird eines sofort klar: Dieses Smartphone möchte eine Kamera sein, die zufällig auch telefonieren kann. Das riesige, kreisrunde Kameramodul dominiert die gesamte Rückseite und sorgt dafür, dass das Gerät, wenn es auf dem Tisch liegt, fast wie eine kleine Rampe in den Raum ragt.

Xiaomi hat zwar den Umfang des Moduls im Vergleich zum Vorgänger um 1,8 mm reduziert, aber durch die enorme Tiefe bleibt es ein optischer Magnet, der die Designsprache des Geräts diktiert. Die Verarbeitung ist über jeden Zweifel erhaben. Xiaomi setzt hier auf die sogenannte Guardian Structure, eine Kombination aus einem hochfesten Aluminiumrahmen und einer verstärkten Glasfaser-Rückseite. Zusammen mit dem neuen Xiaomi Shield Glass 3.0 soll das Gerät Stürze deutlich besser wegstecken als herkömmliche Smartphones. In der Hand fühlt sich die schwarze Version dank der Golden Arc Rundungen am Rahmen trotz der stolzen 218,4 Gramm erstaunlich geschmeidig an.

Xiaomi 17 UltraEin echtes Highlight für Design-Liebhaber sind die neu gestalteten Lautstärketasten. Diese sind nun leicht abgerundet und erinnern in ihrer Formensprache frappierend an die ikonischen Bedienelemente klassischer Kameras und Geräte wie das iPhone 4, was dem Gerät einen Hauch von technischem Retro-Charme verleiht. Der mechanische Druckpunkt ist knackig und unterstreicht den Premium-Anspruch.

Dennoch ist das Design nicht frei von Tadel. Die Hauptkamera sitzt so nah an der Gehäusekante, dass man als Linkshänder fast zwangsläufig mit der Fingerkuppe auf dem Schutzglas der Linse landet, was zu ständigen Schmierstreifen führt. Zudem ist die Gewichtsverteilung extrem kopflastig. Wer das Gerät einhändig bedient, muss ständig gegen die Schwerkraft des Kameramoduls ankämpfen, was auf Dauer durchaus anstrengend sein kann. Die IP68-Zertifizierung ist in dieser Klasse Pflicht und sorgt dafür, dass man auch bei Regen ohne Angst um die Technik fotografieren kann.

Die mutige Entscheidung gegen das Pixel-Wettrüsten

Beim Bildschirm schlägt Xiaomi einen Pfad ein, der in der Tech-Welt für hochgezogene Augenbrauen sorgt. Anstatt die maximale WQHD-Plus-Auflösung zu verbauen, die man von einem Ultra-Modell eigentlich erwartet, setzt der Hersteller auf ein 1,5K OLED-Panel mit einer Auflösung von 2608 mal 1200 Pixeln. Das ergibt eine Pixeldichte von etwa 440 PPI.

Xiaomi 17 UltraIn der Theorie ist das ein Rückschritt, in der Praxis ist der Unterschied jedoch mit bloßem Auge kaum auszumachen. Xiaomi argumentiert, dass dieses Panel die Akkulaufzeit schont und eine höhere Energieeffizienz bietet. Dennoch bleibt die Frage im Raum, warum man bei einem Preis von knapp 1.500 Euro nicht die absolute Speerspitze der Hardware liefert, wie es bei früheren Ultra-Modellen oft der Fall war.

Die Qualität des verbauten M10-Panels ist dennoch überragend. Mit einer Spitzenhelligkeit von bis zu 3.500 Nits setzt Xiaomi ein echtes Ausrufezeichen. Selbst unter praller Mittagssonne lassen sich Details in Fotos mühelos beurteilen. Die Xiaomi HyperRGB-Technologie sorgt dabei für eine Farbtreue, die besonders für Fotografen wichtig ist, um Bilder bereits auf dem Smartphone-Display realistisch einzuschätzen. Die Bildwiederholfrequenz passt sich dank LTPO-Technologie dynamisch zwischen 1 und 120 Hz an, was für butterweiche Animationen im System sorgt.

Xiaomi 17 UltraEin kleiner Kritikpunkt bleibt die softwareseitige Steuerung der Helligkeit. Diese agiert manchmal etwas zu aggressiv und regelt in dunklen Räumen stärker herunter, als es für die Augen angenehm ist. Hier muss man öfter mal manuell nachjustieren, was den ansonsten exzellenten Eindruck des Displays minimal trübt.

Kamerasystem: Wenn die Technik hörbar wird

Das Herzstück und der eigentliche Kaufgrund für das 17 Ultra ist die Kameraeinheit, die in enger Zusammenarbeit mit Leica entwickelt wurde. Zum ersten Mal verbaut Xiaomi einen 1-Zoll-LOFIC-Hauptkamerasensor (Light Fusion 1050L). Diese Technologie, die ursprünglich aus der professionellen Überwachungstechnik stammt, nutzt spezielle Kondensatoren, um einen Dynamikumfang von 13,5 EV zu erreichen.

Xiaomi 17 UltraDas Ergebnis sind Fotos, die selbst bei extremen Gegenlichtsituationen Details in den Wolken und gleichzeitig in den tiefsten Schatten zeigen, ohne künstlich aufgehellt zu wirken. Ergänzt wird dies durch eine gewaltige 200-Megapixel-Telephoto-Kamera, die einen kontinuierlichen optischen Zoom ermöglicht. Zwischen 75 mm und 100 mm arbeitet das System rein mechanisch, während digital sogar Brennweiten bis 400 mm realisiert werden können. Die Bildschärfe ist auch bei hohen Zoomstufen dank der Leica-APO-Zertifizierung der Linsen beeindruckend stabil.

Interessant ist das mechanische Innenleben. Wer das Smartphone leicht schüttelt, hört ein deutliches Klappern. Das ist kein Defekt, sondern die extrem aufwendige optische Stabilisierung und die variablen Linsengruppen, die im ausgeschalteten Zustand frei schwingen. Es zeigt, wie viel feinmechanische Kunst mittlerweile in einem Smartphone steckt, wirkt aber im ersten Moment fast ein wenig beunruhigend.

 

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Für Profis bietet Xiaomi das Photography Kit Pro an, das einen mechanischen, zweistufigen Auslöser und ein Einstellrad für die Belichtung bietet. Das Kit verfügt zudem über einen eigenen 2000 mAh Akku, der das Smartphone während des Fotografierens nachlädt.

Videografen können sich über Aufnahmen in 4K mit 120 fps auf beiden Hauptsensoren freuen, wobei die Unterstützung von ACES Log und Dolby Vision das Gerät fast zu einer ernstzunehmenden B-Kamera für ambitionierte Content-Creator macht.

Brachiale Gewalt trifft auf neues System

Unter der Haube verrichtet der Snapdragon 8 Elite Gen 5 seinen Dienst, flankiert von satten 16 GB RAM in unserer Testeinheit. In Benchmarks pulverisiert das Xiaomi 17 Ultra fast alles, was aktuell am Markt ist. Apps öffnen ohne jegliche Verzögerung und selbst bei exportlastigen Aufgaben wie dem Rendern von 4K-Videos bleibt das Gehäuse dank eines optimierten Kühlsystems angenehm temperiert. Die Performance ist schlichtweg über jeden Zweifel erhaben.


Als Betriebssystem kommt das neue HyperOS 3 zum Einsatz, das auf Android 16 basiert. Xiaomi hat hier sichtlich aufgeräumt. Die Oberfläche wirkt erwachsener, weniger verspielt und die Animationen sind deutlich flüssiger als noch bei der Version 2.0.

Dennoch gibt es in der Software noch Ecken und Kanten. Die Integration der Hyper Island, einer dynamischen Statusanzeige am oberen Bildschirmrand für Musik oder Timer, funktioniert zwar gut, wirkt aber an manchen Stellen noch nicht ganz zu Ende gedacht. Auch findet man in den Tiefen der Menüs immer noch gelegentlich schlecht übersetzte Begriffe oder eine etwas unübersichtliche Verschachtelung von Einstellungen.

Die KI-Funktionen, zusammengefasst im AI Creativity Assistant, sind hingegen ein echter Mehrwert. Besonders das Entfernen von störenden Objekten aus Fotos oder das automatische Erstellen von kurzen Highlight-Clips aus Videomaterial funktioniert mittlerweile erschreckend gut und intuitiv. Xiaomi verspricht zudem eine lange Update-Garantie, was bei diesem Preisniveau auch zwingend erforderlich ist.

Ausdauer für lange Fototage

Ein Smartphone, das so stark auf Fotografie und Video setzt, braucht Energie. Xiaomi verbaut einen massiven 6000 mAh Akku, der auf einer neuen Silizium-Kohlenstoff-Technologie basiert. Diese ermöglicht eine höhere Energiedichte auf kleinerem Raum. Im Test hat uns das Gerät beeindruckt: Selbst nach einem intensiven Tag mit über 200 Fotos, mehreren Videodrehs und ständiger Navigation hatten wir am Abend noch gut 25 Prozent Restkapazität. Für normale Nutzer sind zwei Tage Laufzeit durchaus im Bereich des Möglichen.

Xiaomi 17 UltraWenn der Akku dann doch leer ist, geht es gewohnt schnell. Mit dem mitgelieferten 90-Watt-HyperCharge-Netzteil ist das Gerät in rund 40 Minuten von Null auf Hundert Prozent geladen. Auch kabellos spielt das Ultra mit 50 Watt in der obersten Liga mit. Ein nettes Detail ist der spezielle Notfallmodus: Wenn der Akku die 1-Prozent-Marke erreicht, schaltet das Gerät in einen extremen Sparmodus, der nur noch Telefonie und das Versenden von Standorten erlaubt, was die Erreichbarkeit um bis zu zwei Stunden verlängern kann. Dass Xiaomi weiterhin ein Ladegerät und eine Schutzhülle in den Karton legt, ist löblich und hebt sie von vielen Mitbewerbern ab.

Fazit: Fotoqualität hat ihren Preis

Das Xiaomi 17 Ultra ist kein Smartphone für jedermann. Es ist ein hochspezialisiertes Werkzeug für Menschen, die die bestmögliche Kamera in ihrer Hosentasche haben wollen und bereit sind, dafür sowohl beim Preis als auch beim Gewicht Kompromisse einzugehen.

Xiaomi 17 UltraWer jedoch nicht plant, das Smartphone primär als Kameraersatz zu nutzen, könnte mit dem normalen Xiaomi 17 glücklicher werden, da das Ultra durch seine Kopflastigkeit und das massive Modul im Alltag durchaus eine Umstellung erfordert. Wer sich aber auf das Konzept einlässt, bekommt ein technisches Meisterwerk, das aktuell die Messlatte für mobile Fotografie ein ganzes Stück höher legt.

Verfügbarkeit, Preise und Vorbesteller-Aktionen

Das Xiaomi 17 Ultra ist ab sofort offiziell im Handel erhältlich. Die von uns getestete Variante mit 16 GB RAM und 512 GB Speicher ist für eine unverbindliche Preisempfehlung von 1.499,90 Euro zu erwerben. Für Nutzer, die noch mehr Platz benötigen, bietet Xiaomi auch eine 1 TB Version an, deren Preis bei 1.699,90 Euro liegt.

Wer bei diesem stattlichen Preis nicht sofort zuschlagen möchte, sollte einen Blick auf die Vorbesteller-Aktionen werfen, die Xiaomi gestartet hat. Im Aktionszeitraum erhalten Käufer eines Xiaomi 17 Ultra das Xiaomi 17 Ultra Photography Kit kostenlos zum Gerät dazu. Obendrauf gibt es die neue Xiaomi Watch 5, was den hohen Einstiegspreis durch ein attraktives Bundle-Paket deutlich relativiert.

Für Fans des Ökosystems und Hobby-Fotografen ist dies eine Gelegenheit, das volle Potenzial der Leica-Kooperation zu einem fairen Gesamtpaketpreis zu nutzen. Das Gerät ist in den Farben Schwarz, White und Starlit Green verfügbar.

mehr zu Xiaomi

Test

Xiaomi 17 Ultra

8.3 Punkte

Das Xiaomi 17 Ultra ist ein beeindruckendes Stück Technik, das die Grenzen der Smartphone Fotografie dank der Kooperation mit Leica und dem 1 Zoll LOFIC Sensor erneut verschiebt. Während die Kamera und die brachiale Performance begeistern, werfen die reduzierte Displayauflösung und die hohe Kopflastigkeit Fragen auf. Ein Werkzeug für Enthusiasten.

PROS

  • Überragende Bildqualität durch 1 Zoll LOFIC Sensor
  • Mechanischer Zoom mit exzellenter Schärfe
  • Brutale Performance dank Snapdragon 8 Elite
  • Sehr gute Akkulaufzeit und schnelles Laden
  • Hochwertige Verarbeitung

CONS

  • Hoher Preis von 1.499,90 Euro
  • Nur 1,5K Displayauflösung statt WQHD Plus
  • Spürbare Kopflastigkeit im Alltag

Fazit

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Tags: FotografieLeicareviewTestXIAOMIXiaomi 17 Ultra
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