Samsung setzt beim Galaxy A57 nicht auf eine radikale Neuerfindung seiner erfolgreichen Mittelklasse. Stattdessen verbessert der Hersteller das bekannte Konzept an einigen entscheidenden Stellen. Das Smartphone wird schlanker, leichter und leistungsfähiger, erhält mehr Arbeitsspeicher und übernimmt optisch noch stärker die Designsprache der teureren Galaxy S Modelle. Dazu kommen ein hochwertiges AMOLED Display, eine robuste Verarbeitung, ein großer Akku und ein ungewöhnlich langes Updateversprechen.
Ein Design, das deutlich teurer aussieht
Schon beim ersten Kontakt hinterlässt das Galaxy A57 einen ausgesprochen hochwertigen Eindruck. Samsung hat die Mittelklasse in den vergangenen Jahren immer näher an seine Premiumserie herangeführt. Beim neuen Modell wird dieser Ansatz konsequent fortgesetzt. Vorderseite und Rückseite bestehen aus Glas, der Rahmen aus Aluminium. Billig wirkt hier praktisch nichts.
Mit einer Gehäusedicke von lediglich 6,9 Millimetern fällt das Galaxy A57 ungewöhnlich schlank aus. Gleichzeitig reduziert Samsung das Gewicht auf rund 179 Gramm. Im Vergleich zum Galaxy A56, das noch knapp 200 Gramm auf die Waage bringt, ist der Unterschied deutlich spürbar. Das neue Modell wirkt in der Hand weniger schwerfällig und lässt sich trotz des großen Displays angenehmer bedienen. Das Galaxy A57 ist zwar weiterhin kein kleines Smartphone, wirkt aber nicht mehr ganz so wuchtig wie sein Vorgänger. Samsung hat die Abmessungen leicht reduziert und auch die Ränder rund um das Display schmaler gestaltet. Dadurch erscheint die Vorderseite moderner und etwas näher an den deutlich teureren Modellen der Galaxy S Serie.
Die flachen Seiten sorgen für einen zeitgemäßen Look. Gleichzeitig liegen sie nicht ganz so angenehm in der Hand wie stärker abgerundete Rahmen. Ohne Schutzhülle kann das Smartphone vor allem bei längerer Nutzung etwas kantig wirken. Die glatte Glasrückseite zieht außerdem Fingerabdrücke an und bietet nur begrenzt Halt. Eine dünne Hülle ist daher trotz des eleganten Designs empfehlenswert.
Die Verarbeitung bewegt sich auf einem sehr hohen Niveau. Spaltmaße sind gleichmäßig, die Tasten sitzen fest und das Gehäuse lässt sich nicht verwinden. Der Vibrationsmotor vermittelt allerdings nicht ganz jene präzise Rückmeldung, die man von teureren Samsung Geräten kennt. Er erfüllt seinen Zweck, wirkt aber etwas weniger fein abgestimmt. Mit der IP68 Zertifizierung bietet das Galaxy A57 einen zuverlässigen Schutz gegen Staub und Wasser. In der Mittelklasse ist das mittlerweile zwar keine Seltenheit mehr, aber noch immer keine Selbstverständlichkeit. Gerade für ein Smartphone, das mehrere Jahre genutzt werden soll, ist dieser Punkt nicht zu unterschätzen.
Samsung bietet das Gerät in mehreren zurückhaltenden und etwas auffälligeren Farbvarianten an. Das grundlegende Design bleibt jedoch unabhängig von der gewählten Farbe angenehm minimalistisch. Die drei Kameras auf der Rückseite sind einzeln angeordnet und stehen leicht aus dem Gehäuse hervor. Auf einem Tisch liegend wackelt das Smartphone dadurch etwas, bleibt aber insgesamt stabiler als viele Modelle mit großen Kamerainseln.
Das AMOLED Display bleibt eine der größten Stärken
Beim Bildschirm spielt Samsung seine langjährige Erfahrung aus. Das Galaxy A57 besitzt ein 6,7 Zoll großes Super AMOLED Plus Display mit einer Auflösung von 2340 mal 1080 Pixeln. Die Bildwiederholrate erreicht 120 Hertz. Bereits auf dem Papier klingen diese Werte gut, im Alltag überzeugt das Panel aber noch deutlicher. Inhalte wirken scharf, Farben kräftig und Schwarzflächen tief. Gerade beim Ansehen von Serien, YouTube Videos oder Fotos macht das Display viel Freude. Der hohe Kontrast sorgt dafür, dass selbst dunkle Szenen plastisch und detailreich dargestellt werden.
Die 120 Hertz machen sich vor allem beim Scrollen durch Webseiten, soziale Netzwerke und Menüs bemerkbar. Bewegungen erscheinen deutlich flüssiger als auf einem klassischen 60 Hertz Display. Samsung erlaubt eine adaptive Darstellung zwischen 60 und 120 Hertz, verzichtet in dieser Preisklasse aber auf eine besonders fein abgestufte LTPO Technik. Das ist im Alltag kein großes Problem, hätte die Energieeffizienz jedoch weiter verbessern können.
Die Farbdarstellung fällt ab Werk typisch für Samsung relativ kräftig aus. Wer natürlichere Farben bevorzugt, kann in den Einstellungen auf einen zurückhaltenderen Modus wechseln. Beide Varianten sehen gut aus. Die Blickwinkelstabilität überzeugt ebenfalls. Selbst bei seitlicher Betrachtung bleiben Helligkeit und Farben weitgehend konstant. Auch im Freien schlägt sich das Display gut. Samsung gibt eine maximale Helligkeit von bis zu 1900 Nits an. Solche Spitzenwerte werden nur unter bestimmten Bedingungen und nicht über die gesamte Fläche erreicht. Trotzdem lässt sich das Galaxy A57 auch an sonnigen Tagen ordentlich ablesen. Lediglich bei direkter Mittagssonne können Spiegelungen auf dem Glas stören.
Das Display wird durch Corning Gorilla Glass Victus Plus geschützt. Dieses Glas bietet einen besseren Schutz gegen Kratzer und Stürze als die Lösungen vieler günstiger Mittelklassemodelle. Unzerstörbar ist es natürlich nicht. Eine Schutzfolie bleibt vor allem bei langfristiger Nutzung sinnvoll. Der Fingerabdrucksensor befindet sich unter dem Display. Er arbeitet im Alltag zuverlässig, ist aber nicht besonders schnell. Gelegentlich braucht er einen Moment länger, bis der Finger erkannt wird. Die Position könnte zudem etwas höher liegen. Wer das Smartphone mit einer Hand hält, muss den Daumen relativ weit nach unten bewegen. Alternativ steht eine Gesichtserkennung über die Frontkamera zur Verfügung. Diese funktioniert bei guten Lichtverhältnissen schnell, bietet aber nicht das Sicherheitsniveau einer dreidimensionalen Gesichtserkennung.
Exynos 1680: Mehr Leistung, aber kein Tempowunder
Im Inneren arbeitet der neue Samsung Exynos 1680. Der Prozessor wird im modernen 4 Nanometer Verfahren gefertigt und stellt gegenüber dem Exynos 1580 des Vorgängers eine nachvollziehbare Weiterentwicklung dar. Die Prozessorleistung steigt moderat, während vor allem die Grafik und die Berechnung künstlicher Intelligenz profitieren.
Im alltäglichen Einsatz liefert das Galaxy A57 eine gute Vorstellung. Apps öffnen schnell, Menüs reagieren flüssig und auch der Wechsel zwischen mehreren Anwendungen bereitet keine größeren Probleme. Samsung kombiniert den Chip je nach Variante mit 8 oder 12 GB Arbeitsspeicher. Für die meisten Nutzer reichen 8 GB vollkommen aus. Wer das Smartphone sehr lange behalten und viele Anwendungen parallel nutzen möchte, profitiert dennoch von der größeren Speicherausstattung.
Die Benutzeroberfläche wirkt insgesamt flüssig, gelegentlich treten aber kleine Verzögerungen auf. Diese machen sich vor allem beim schnellen Wechsel zwischen anspruchsvollen Apps oder unmittelbar nach dem Entsperren bemerkbar. Störend sind sie selten, ganz auf dem Niveau eines aktuellen Oberklassegeräts arbeitet das Galaxy A57 aber nicht. Bei Spielen zeigt sich ein ähnliches Bild. Weniger anspruchsvolle Titel laufen problemlos und meist auch mit hohen Bildraten. Aufwendige Spiele funktionieren ebenfalls, verlangen bei maximalen Grafikeinstellungen aber nach Kompromissen. Wer regelmäßig grafisch intensive Titel spielt, findet bei Herstellern wie Poco oder Xiaomi teilweise deutlich mehr Leistung fürs Geld.
Nach längeren Spielsessions wird das Gehäuse spürbar warm. Kritische Temperaturen erreicht das Smartphone im normalen Einsatz nicht, die Leistung kann bei dauerhafter Belastung jedoch etwas zurückgehen. Samsung stimmt den Prozessor eher auf Stabilität und Energieeffizienz als auf maximale Spitzenleistung ab. Für die Zielgruppe ist diese Entscheidung grundsätzlich sinnvoll. Das Galaxy A57 soll kein Gaming Smartphone sein, sondern ein zuverlässiger Begleiter für den Alltag. Genau diese Aufgabe erfüllt es gut. Dennoch muss sich Samsung den Vergleich mit der Konkurrenz gefallen lassen. In derselben Preisklasse bieten einige Hersteller deutlich stärkere Chips, die vor allem langfristig mehr Leistungsreserven versprechen.
Beim internen Speicher stehen je nach Markt und Ausführung 128, 256 oder 512 GB zur Verfügung. Eine Erweiterung per Speicherkarte ist nicht vorgesehen. Wer viele Videos aufnimmt, große Spiele installiert oder das Smartphone mehrere Jahre verwenden möchte, sollte daher zumindest zur Variante mit 256 GB greifen.
One UI gehört weiterhin zu den besten Android Oberflächen
Das Galaxy A57 wird mit Android 16 und Samsungs Benutzeroberfläche One UI 8.5 ausgeliefert. Die Software zählt weiterhin zu den größten Stärken des Geräts. Samsung bietet zahlreiche Funktionen, eine verständliche Struktur und viele Möglichkeiten zur Anpassung, ohne die Bedienung unnötig kompliziert zu machen.
Optisch wirkt One UI modern und aufgeräumt. Viele wichtige Schaltflächen befinden sich in der unteren Hälfte des Displays und sind dadurch trotz des großen Bildschirms vergleichsweise gut erreichbar. Nutzer anderer Samsung Geräte finden sich sofort zurecht. Auch der Wechsel von einem älteren Galaxy Modell gelingt über Smart Switch unkompliziert. Samsung installiert einige eigene Anwendungen und zusätzliche Dienste vor. Ein Teil davon ist nützlich, anderes wirkt verzichtbar. Die meisten vorinstallierten Apps lassen sich jedoch entfernen oder zumindest deaktivieren. Aufdringliche Werbung innerhalb der Benutzeroberfläche bleibt erfreulicherweise aus.
Besonders überzeugend ist die enge Verzahnung mit anderen Samsung Geräten. Wer bereits ein Galaxy Tablet, eine Galaxy Watch, Galaxy Buds oder einen Samsung Fernseher verwendet, profitiert von einer gut abgestimmten Gerätefamilie. Zwischenablage, Dateiübertragung, Kopfhörerwechsel und die Synchronisation verschiedener Inhalte funktionieren weitgehend reibungslos. Auch Funktionen wie Samsung Knox, der Sichere Ordner, umfangreiche Datenschutzoptionen und die Wartungsfunktionen des Systems erhöhen den praktischen Nutzen. Das Galaxy A57 fühlt sich dadurch nicht wie ein abgespecktes Einsteigermodell an, sondern wie ein vollwertiges Samsung Smartphone.
Künstliche Intelligenz mit praktischen Grenzen
Samsung bündelt die intelligenten Funktionen der A Serie unter dem Begriff Awesome Intelligence. Dahinter verbergen sich verschiedene Werkzeuge zur Bildbearbeitung, Suche und Organisation. Mit dem Objektradierer lassen sich störende Personen oder Gegenstände aus Bildern entfernen. Die Ergebnisse hängen stark vom Motiv ab. Bei einfachen Hintergründen funktioniert die Funktion erstaunlich gut. Bei komplexen Strukturen entstehen dagegen sichtbare Wiederholungen oder künstlich wirkende Flächen.
Edit Suggestion analysiert Fotos und schlägt passende Verbesserungen vor. Dazu gehören Anpassungen von Farben, Reflexionen oder Bildausschnitten. Best Face kann bei Gruppenbildern aus mehreren Aufnahmen passendere Gesichtsausdrücke auswählen. Gerade bei Kindern oder größeren Gruppen kann diese Funktion tatsächlich hilfreich sein. Circle to Search ermöglicht die Suche nach Bildschirminhalten, ohne die aktuell geöffnete Anwendung verlassen zu müssen. Ein Objekt, ein Text oder ein Produkt wird dazu einfach eingekreist. Die Funktion ist inzwischen zwar nicht mehr exklusiv, zählt aber weiterhin zu den nützlichsten KI Werkzeugen im Alltag.
Sprachtranskription und weitere intelligente Hilfen ergänzen das Angebot. Nicht jede Funktion arbeitet vollständig auf dem Gerät. Teilweise sind eine Internetverbindung und ein Samsung oder Google Konto erforderlich. Außerdem erhält das Galaxy A57 nicht den vollständigen Funktionsumfang der teureren Galaxy S Serie.Das ist angesichts der Preisklasse nachvollziehbar. Trotzdem wirkt das KI Angebot teilweise stärker wie eine Sammlung praktischer Zusatzfunktionen als wie ein entscheidender Kaufgrund. Viele Werkzeuge sind angenehm, verändern die Nutzung des Smartphones aber nicht grundlegend.
Sechs Jahre Updates sind ein starkes Argument
Samsung verspricht für das Galaxy A57 sechs Generationen von Android Updates sowie sechs Jahre Sicherheitsaktualisierungen. Damit gehört das Gerät in seiner Preisklasse zu den am längsten unterstützten Android Smartphones.
Dieses Versprechen ist wichtiger als viele kleine Hardwareverbesserungen. Wer sein Smartphone drei, vier oder sogar fünf Jahre verwenden möchte, erhält eine verlässliche Perspektive. Sicherheitslücken werden länger geschlossen, neue Android Funktionen kommen über mehrere Generationen hinzu und das Gerät bleibt voraussichtlich länger mit aktuellen Anwendungen kompatibel. Wie schnell große Aktualisierungen tatsächlich erscheinen, hängt von Samsungs Zeitplan ab. Die Galaxy S Modelle werden üblicherweise zuerst versorgt. Die A Serie folgt meist etwas später. Trotzdem hat Samsung in den vergangenen Jahren gezeigt, dass das Unternehmen seine Updateversprechen ernst nimmt. Gerade im Vergleich mit Herstellern, die zwar spektakulärere Hardware bieten, ihre Mittelklasse aber nur wenige Jahre pflegen, ist das ein starkes Argument für das Galaxy A57.
Hauptkamera mit zuverlässigen Ergebnissen bei Tageslicht
Auf der Rückseite sitzt eine Dreifachkamera. Die Hauptkamera löst mit 50 Megapixeln auf und verfügt über eine optische Bildstabilisierung. Dazu kommen eine 12 Megapixel Ultraweitwinkelkamera sowie eine 5 Megapixel Makrokamera.
Die Hauptkamera liefert bei guten Lichtverhältnissen ansprechende Bilder. Details werden sauber erfasst, die Schärfe stimmt und der automatische HDR Modus gleicht helle und dunkle Bereiche meist ordentlich aus. Samsung stimmt Farben traditionell etwas kräftiger ab. Himmel, Pflanzen und Hauttöne wirken dadurch häufig lebendiger, gelegentlich aber auch weniger natürlich. Die Kamera reagiert schnell. Zwischen dem Drücken des Auslösers und der Aufnahme liegt am Tag kaum eine spürbare Verzögerung. Bewegte Motive bleiben dennoch eine Herausforderung. Kinder, Haustiere oder Sportaufnahmen können bei ungünstigem Licht leicht verwischen.
Standardmäßig fasst die Kamera mehrere Bildpunkte zusammen und erzeugt Aufnahmen mit geringerer Auflösung. Das verbessert die Lichtausbeute und reduziert das Bildrauschen. Ein Modus mit voller Auflösung steht ebenfalls zur Verfügung, bringt bei normaler Betrachtung aber nur unter optimalen Bedingungen sichtbare Vorteile. Porträtaufnahmen gelingen ordentlich. Die Trennung zwischen Motiv und Hintergrund arbeitet bei Personen zuverlässig, kann sich bei Haaren oder transparenten Gegenständen jedoch verschätzen. Die künstliche Hintergrundunschärfe lässt sich nachträglich anpassen.
Eine eigene Telekamera fehlt. Zweifache Vergrößerungen entstehen durch einen Ausschnitt aus dem Hauptsensor und sehen bei Tageslicht noch brauchbar aus. Darüber hinaus nimmt die Qualität schnell ab. Wer häufig Konzerte, Tiere oder weiter entfernte Motive fotografiert, sollte zu einem Smartphone mit optischem Zoom greifen.
Bei wenig Licht zeigt sich das Alter der Kamerahardware
In der Dämmerung und bei Nacht kann die optische Bildstabilisierung Bewegungen der Hand ausgleichen. Der Nachtmodus kombiniert mehrere Aufnahmen und hellt dunkle Bereiche sichtbar auf. Das funktioniert bei ruhigen Motiven grundsätzlich gut. Trotzdem erreicht die Hauptkamera nicht das Niveau der besten Modelle dieser Preisklasse. Feinheiten werden durch die Rauschunterdrückung teilweise geglättet, Lichtquellen können überstrahlen und dunkle Bereiche verlieren Struktur. Die Verarbeitung benötigt zudem länger als bei Tageslicht. Wer das Smartphone während der Aufnahme zu früh bewegt, riskiert ein unscharfes Ergebnis.
Der neue Bildprozessor verbessert die Verarbeitung zwar, kann die weitgehend bekannte Kamerahardware aber nicht vollständig kompensieren. Gerade hier hätte dem Galaxy A57 ein größerer Sensor oder eine grundsätzlich modernisierte Hauptkamera gutgetan. Für gelegentliche Nachtaufnahmen reicht die Qualität aus. Wer großen Wert auf Fotografie legt, findet bei einigen Konkurrenzmodellen aber sichtbar bessere Lösungen.
Ultraweitwinkel brauchbar, Makrokamera verzichtbar
Die Ultraweitwinkelkamera bietet mit 12 Megapixeln eine ordentliche Auflösung und eignet sich gut für Landschaften, Architektur oder größere Gruppen. Bei Tageslicht entstehen brauchbare Bilder mit ansprechenden Farben. Im direkten Vergleich zur Hauptkamera fallen jedoch Unterschiede auf. Die Randbereiche wirken weicher, feine Strukturen gehen schneller verloren und der Dynamikumfang ist geringer. Farben und Belichtung können zwischen den beiden Kameras leicht abweichen. Bei schwachem Licht sinkt die Qualität deutlich. Bildrauschen nimmt zu und Details werden geglättet. Für soziale Netzwerke reichen die Ergebnisse meist aus, für größere Ausschnitte oder hochwertige Ausdrucke eher nicht.
Die 5 Megapixel Makrokamera wirkt wie ein Relikt aus einer Zeit, in der möglichst viele Kameras auf der Rückseite ein wichtiges Verkaufsargument waren. Unter idealen Bedingungen lassen sich nette Nahaufnahmen erstellen. Der richtige Abstand zum Motiv muss jedoch exakt getroffen werden und mangels Autofokus fällt die Schärfe nicht immer zuverlässig aus. Eine hochwertige Ultraweitwinkelkamera mit Autofokus hätte die Makrofunktion übernehmen und gleichzeitig einen größeren praktischen Nutzen bieten können. Die separate Makrokamera erhöht vor allem die Zahl der Objektive, nicht aber den tatsächlichen Mehrwert.
Frontkamera mit guten Selfies und Super HDR Video
Die Frontkamera löst mit 12 Megapixeln auf. Selfies überzeugen bei Tageslicht mit guten Details und weitgehend natürlichen Hauttönen. Samsung glättet Gesichter auf Wunsch, die entsprechenden Filter lassen sich aber reduzieren oder vollständig deaktivieren. Der Porträtmodus erkennt Personen zuverlässig.
Bei schwierigen Konturen arbeitet die Freistellung nicht immer perfekt, für soziale Netzwerke und Videoanrufe reicht die Qualität aber problemlos aus. Videos profitieren von Super HDR, wodurch helle und dunkle Bereiche differenzierter dargestellt werden können. Das ist besonders bei Gegenlicht hilfreich. Insgesamt gehört die Frontkamera zu den zuverlässigeren Komponenten des Kamerasystems.
Videoaufnahmen mit ordentlicher Stabilisierung
Das Galaxy A57 nimmt Videos mit der Hauptkamera in bis zu 4K Auflösung auf. Die Bildqualität ist bei Tageslicht gut, Farben wirken kräftig und die Stabilisierung reduziert kleinere Bewegungen wirkungsvoll. Beim Gehen bleiben Aufnahmen relativ ruhig, erreichen aber nicht die Qualität eines echten Gimbals oder der besten Oberklassemodelle. Schnelle Schwenks können ruckelig aussehen. Bei wenig Licht nimmt das Bildrauschen deutlich zu und Bewegungen werden weniger sauber verarbeitet.
Für Familienvideos, Urlaubsaufnahmen und Inhalte für soziale Netzwerke ist die Videoqualität absolut ausreichend. Professionellere Ansprüche erfüllt das Gerät jedoch nur eingeschränkt. Insbesondere der fehlende optische Zoom begrenzt die Flexibilität.
Der Akku bringt das Galaxy A57 zuverlässig durch den Tag
Der Akku besitzt eine Kapazität von 5000 mAh. Angesichts des sehr schlanken Gehäuses ist das ein guter Wert. Im Alltag hält das Smartphone zuverlässig einen langen Tag durch. Bei einer typischen Mischung aus Nachrichten, Browser, Kamera, Navigation, sozialen Netzwerken und Videostreaming bleibt am Abend in der Regel noch eine Reserve. Bei moderater Nutzung sind auch eineinhalb Tage realistisch. Zwei vollständige Tage gelingen nur bei eher zurückhaltender Verwendung.
Das AMOLED Display, der Exynos 1680 und die adaptive Bildwiederholrate arbeiten insgesamt effizient. Spiele, längere Navigation mit hoher Displayhelligkeit und Videoaufnahmen belasten den Akku naturgemäß stärker. Die Akkulaufzeit zählt zwar nicht zu den absoluten Spitzenwerten der aktuellen Mittelklasse, ist aber verlässlich. Genau das dürfte für viele Nutzer wichtiger sein als besonders beeindruckende Laborwerte.
Geladen wird mit bis zu 45 Watt. Samsung bezeichnet dies als Superschnellladen 2.0. Im Vergleich zu älteren Modellen des Herstellers ist das eine ordentliche Leistung, gegenüber vielen chinesischen Konkurrenzgeräten wirkt sie jedoch wenig spektakulär. Nach rund einer halben Stunde erreicht der Akku unter optimalen Bedingungen etwa 60 Prozent. Eine vollständige Ladung dauert deutlich länger. Für das Nachladen während einer kurzen Pause reicht das Tempo aus. Wer Ladeleistungen von 80, 100 oder mehr Watt kennt, wird das Galaxy A57 trotzdem als langsam empfinden.
Ein passendes Netzteil befindet sich nicht im Lieferumfang. Um die maximale Ladeleistung zu erreichen, wird ein kompatibles USB C Netzteil benötigt, das den passenden Ladestandard unterstützt. Kabelloses Laden fehlt. In der klassischen Mittelklasse ist das noch immer üblich, angesichts des Preises wäre die Funktion aber eine willkommene Aufwertung gewesen. Besonders Nutzer von kabellosen Ladeflächen im Auto oder auf dem Schreibtisch müssen darauf verzichten.
… und sonst?
Das Galaxy A57 verfügt über Stereo Lautsprecher. Einer sitzt an der Unterseite, der zweite wird über die Hörmuschel realisiert. Die Lautstärke reicht für Videos, Podcasts und gelegentliches Musikhören aus. Stimmen werden klar wiedergegeben und auch bei höherer Lautstärke bleiben Verzerrungen weitgehend im Rahmen. Tiefbass darf man von dem dünnen Gehäuse allerdings nicht erwarten. Musik klingt funktional, aber nicht besonders räumlich oder druckvoll.
Das Galaxy A57 unterstützt 5G, Dual SIM und schnelles Wi Fi 6E. Der Mobilfunkempfang präsentiert sich im Alltag stabil. Auch die Gesprächsqualität überzeugt. Stimmen werden klar übertragen und störende Umgebungsgeräusche vernünftig reduziert. Wi Fi 6E ist eine sinnvolle Verbesserung gegenüber dem Vorgänger. In Verbindung mit einem passenden Router kann das Smartphone zusätzlich das 6 GHz Frequenzband nutzen. Das bringt vor allem in dicht belegten WLAN Umgebungen Vorteile. NFC für kontaktloses Bezahlen ist ebenfalls vorhanden. Samsung Wallet und Google Wallet lassen sich problemlos verwenden. Standortdienste arbeiten zuverlässig und eignen sich auch für längere Navigation.
Einige Komfortfunktionen der Oberklasse fehlen allerdings. Dazu zählen je nach Markt etwa besonders schnelle USB Datenübertragungen, Ultra Wideband oder eine vollwertige Desktopoberfläche über einen externen Monitor. Für die meisten Nutzer spielt das im Alltag kaum eine Rolle.
Das Galaxy A57 ist ein Meister der Vernunft
Samsung versucht mit dem Galaxy A57 nicht, einzelne Rekorde zu brechen. Das Smartphone besitzt weder die schnellste Ladefunktion noch den leistungsfähigsten Prozessor oder die beste Kamera seiner Preisklasse. Stattdessen konzentriert sich der Hersteller auf ein ausgewogenes und langfristig verlässliches Gesamtpaket.
Genau darin liegt die Stärke des Geräts. Das Display ist ausgezeichnet, die Verarbeitung hochwertig und die Software ausgereift. Die Akkulaufzeit bereitet keine Sorgen und das lange Updateversprechen schafft Vertrauen. Dazu kommen der Schutz gegen Wasser und Staub sowie ein vergleichsweise schlankes und leichtes Gehäuse.
Die Schwächen liegen vor allem in Bereichen, die auf dem Datenblatt weniger auffallen. Der Exynos 1680 reicht für den Alltag, bietet aber weniger Leistungsreserven als manche Konkurrenzchips. Die Hauptkamera ist zuverlässig, wurde jedoch nicht konsequent genug modernisiert. Ultraweitwinkel und Makrokamera bleiben durchschnittlich. Auch der Verzicht auf kabelloses Laden und ein Netzteil im Lieferumfang fällt angesichts des Preises negativ auf.
Preis und Konkurrenz
In Österreich startet das Galaxy A57 regulär bei rund 499 Euro für 128 GB Speicher. Die Variante mit 256 GB liegt zum Start bei ungefähr 559 Euro. Je nach Händler, Speichergröße und laufender Aktion können die tatsächlichen Preise deutlich niedriger ausfallen.
Zum regulären Listenpreis ist das Smartphone schwerer zu empfehlen. In diesem Bereich konkurriert es mit Modellen, die einen schnelleren Prozessor, stärkere Kameras, wesentlich schnelleres Laden oder größere Akkus bieten. Auch Samsungs eigene ältere Geräte können durch Preisnachlässe attraktiver werden. Sobald das Galaxy A57 auf etwa 400 Euro oder darunter fällt, verändert sich die Bewertung. Dann wird das ausgewogene Gesamtpaket aus AMOLED Display, hochwertigem Gehäuse, IP68 Schutz, guter Akkulaufzeit und langem Software Support deutlich interessanter.
Besitzer eines Galaxy A56 müssen nicht wechseln. Das leichtere und dünnere Gehäuse sowie der schnellere Prozessor sind angenehme Verbesserungen, rechtfertigen allein aber keinen Neukauf. Wer von einem drei oder vier Jahre alten Mittelklassemodell kommt, spürt den Fortschritt dagegen deutlich.
Fazit: Sehr gut im Alltag, zu vorsichtig bei den Neuerungen
Das Samsung Galaxy A57 ist ein ausgesprochen solides Mittelklasse Smartphone. Es sieht hochwertig aus, fühlt sich angenehm leicht an und bietet mit seinem großen AMOLED Display eine der besten Darstellungen seiner Klasse. One UI läuft weitgehend flüssig, bietet zahlreiche Funktionen und wird ungewöhnlich lange mit Aktualisierungen versorgt. Auch der Akku überzeugt im Alltag. Die Leistung reicht für praktisch alle gewöhnlichen Anwendungen und selbst Spiele sind möglich, solange nicht immer höchste Grafikeinstellungen erwartet werden. Die Hauptkamera liefert bei Tageslicht gute Ergebnisse und arbeitet zuverlässig.
Trotzdem bleibt das Galaxy A57 an einigen Stellen zu konservativ. Samsung verwendet erneut eine Kamerakombination, die kaum echte Fortschritte erkennen lässt. Die Makrokamera ist verzichtbar und eine Telekamera fehlt vollständig. Der Prozessor kann mit besonders leistungsstarken Konkurrenzmodellen nicht mithalten und die 45 Watt Ladefunktion wirkt nur innerhalb des Samsung Universums wirklich schnell.
Die größte Schwäche ist daher nicht eine einzelne technische Eigenschaft, sondern das Verhältnis zwischen Preis und Fortschritt. Das Galaxy A57 ist ein gutes Smartphone, aber kein besonders mutiges. Zum Listenpreis gibt es spannendere Alternativen. Mit einem passenden Rabatt entwickelt es sich dagegen zu einem sehr vernünftigen Begleiter für Nutzer, die Wert auf Zuverlässigkeit, ein hervorragendes Display, lange Updates und die vertraute Samsung Erfahrung legen.
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Test
Samsung Galaxy A57
Das Galaxy A57 ist ein hochwertiger und zuverlässiger Allrounder mit ausgezeichnetem AMOLED Display, schlankem Gehäuse und langer Updategarantie. Kamera und Prozessor bleiben jedoch hinter einigen Konkurrenten zurück. Zum Listenpreis ist es zu teuer, mit Rabatt aber durchaus eine Überlegung wert.
PROS
- Hervorragendes AMOLED Display
- Schlankes und leichtes Gehäuse
- Hochwertige Verarbeitung
- IP68 Schutz
- Gute Akkulaufzeit
- lange Update-Dauer
CONS
- Kameras nur Durchschnitt
- kein kabelloses Laden
- Konkurrenz teilweise leistungsstärker
- zu hohe UVP
















