Es gibt Geräte, die überraschen einen nicht mit revolutionären Ideen, sondern mit dem schlichten Gefühl: „Das ist richtig rund.“ Das neue Redmi Pad 2 Pro gehört genau in diese Kategorie. Xiaomi hat mit den ersten beiden Redmi Pads schon ein Gespür dafür bewiesen, was die Menschen wirklich brauchen: solide Hardware, gutes Display, vernünftige Software – und das Ganze bitte zum vernünftigen Preis. Jetzt legt die Marke mit der „Pro“-Variante nach, und die hat es in sich.
Denn hier steckt nicht einfach ein leicht verbessertes Tablet, sondern ein ziemlich durchdachtes Gesamtpaket aus Leistung, Verarbeitung und Alltagstauglichkeit Und das für einen Preis, bei dem man sich fragt, warum man überhaupt doppelt so viel für ein iPad oder Galaxy Tab zahlen sollte. Wir haben das Gerät mit Stift und Tastatur getestet und uns dabei gefragt: Ist das Redmi Pad 2 Pro das „Produktivitätswunder“ der Mittelklasse oder nur ein hübsches Upgrade mit großem Namen?
Matte Eleganz trifft auf Alltag
Manchmal merkt man einem Gerät schon beim ersten Anfassen an, ob der Hersteller verstanden hat, worum es geht. Das Redmi Pad 2 Pro ist so ein Fall. Das Aluminiumgehäuse fühlt sich erstaunlich hochwertig an, die Verarbeitung ist tadellos. Kein Wackeln, kein Knarzen. Alles sitzt fest und sauber. Mit 7,5 Millimetern Dicke und 610 Gramm Gewichtist es nicht ultraleicht, aber angenehm ausbalanciert, egal ob man es in der Hand hält oder auf dem Tisch nutzt.
Optisch gibt sich das Tablet erfreulich erwachsen. Die schlichten Farbtöne (Silber, Space Grey und ein dezentes Lavendel) verleihen ihm eine elegante Note. Besonders die matten Oberflächen wirken stilvoll und vermeiden Fingerabdrücke weit besser als viele glänzende Konkurrenten.
Das eigentliche Highlight aber ist das Display. Xiaomi hat dem Redmi Pad 2 Pro ein 12,1-Zoll-LCD-Panel spendiert, das nicht nur scharf (2560×1600 Pixel), sondern vor allem matt ist. Diese Entscheidung ist goldrichtig. Wo andere Tablets zu Spiegeln mutieren, bleibt das Redmi angenehm reflexionsarm. Ein echter Vorteil beim Arbeiten oder Lesen unter hellen Lichtquellen. Mit bis zu 600 Nits Helligkeit, 120 Hz Bildwiederholrate und TÜV-zertifizierter Blaulichtfilterung liefert das Panel eine durchweg angenehme Darstellung. Farben wirken natürlich, Texte gestochen scharf, und das Scrollen fühlt sich butterweich an.
Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die matte Oberfläche die Nutzung des Stifts enorm verbessert. Wer gerne zeichnet, Notizen schreibt oder Skizzen anfertigt, wird das fast papierähnliche Gefühl sofort zu schätzen wissen. In dieser Preisklasse ist das Display schlicht außergewöhnlich und ehrlich gesagt: eines der besten Argumente für das Gerät.
Stark, ausdauernd, fast kompromisslos
Unter der Haube arbeitet der Snapdragon 7s Gen 4, ein moderner Achtkern-Prozessor im 4-Nanometer-Verfahren, kombiniert mit 8 GB RAM und 256 GB Speicher (alternativ 6 GB). Das klingt nüchtern, entfaltet aber im Alltag beeindruckend viel Power.
Das System mit HyperOS, Xiaomis neue Benutzeroberfläche auf Basis von Android 15, läuft erstaunlich flüssig. Egal ob man zwischen mehreren Apps wechselt, Videos streamt, PDFs bearbeitet oder Games startet: Das Tablet bleibt ruhig, reagiert schnell und lässt einen selten warten. Selbst anspruchsvollere Titel wie Genshin Impact oder Call of Duty Mobilelaufen in hohen Einstellungen stabil. Multitasking mit Splitscreen oder Floating Windows funktioniert reibungslos und erinnert fast an ein kleines Notebook-Erlebnis.
Kleine Eigenheiten gibt es trotzdem. Beim YouTube-Streaming traten im Test immer wieder kleine Hänger oder kurze Ladepausen auf, die man bei anderen Apps wie Netflix oder Prime Video nicht beobachtete. Es wirkt wie ein Software-Fehler, kein Leistungsproblem, aber einer, der hoffentlich bald per Update verschwindet. Auch manche Streaming-Apps, etwa die österreichische Joyn-App, ließen sich zwar installieren, aber nicht wirklich nutzen. Ein Problem, das wohl an HyperOS selbst liegt.
Dafür überzeugt die Akkulaufzeit umso mehr. Mit 12.000 mAh ist der Akku riesig und liefert je nach Nutzung zwischen 13 und 16 Stunden Laufzeit. Im Standby gar mehrere Wochen. Beim Lesen oder Office-Arbeiten hält das Tablet locker den ganzen Tag durch, bei Video-Streaming ebenfalls. Das 33-Watt-Fast-Charging sorgt dafür, dass es in rund zwei Stunden wieder voll ist. Nur schade, dass Xiaomi kein Netzteil mehr beilegt. Im Karton findet man lediglich ein USB-A-auf-C-Kabel.
Im Alltag spielt das Redmi Pad 2 Pro seine Stärken voll aus. Ob als digitales Notizbuch, Netflix-Maschine oder produktive Ergänzung im Homeoffice: es passt sich flexibel an. Durch die Kombination aus großem Bildschirm, schnellem Prozessor und hoher Bildwiederholrate entsteht das Gefühl, ein deutlich teureres Gerät in den Händen zu halten. Selbst einfache Dinge wie das Scrollen durch Feeds, das Zeichnen mit dem Stift oder das Wechseln zwischen Apps machen einfach Spaß und das ist oft das beste Qualitätsmerkmal.
Fast wie ein Laptop, wenn man will
Wirklich spannend wird das Redmi Pad 2 Pro erst, wenn man es mit den beiden offiziellen Zubehörteilen kombiniert: dem Xiaomi Pen und dem Keyboard-Cover. Zusammen verwandeln sie das Tablet in eine kleine mobile Arbeitsstation – mit Licht und Schatten.
Der Xiaomi Pen kostet rund 60 Euro und ist in dieser Preisklasse ein echter Glücksgriff. Mit 4096 Druckstufen, einer 240-Hz-Abtastrate und kaum wahrnehmbarer Latenz schreibt und zeichnet er äußerst präzise. Egal ob feine Linien, Schraffuren oder schnelle Notizen, die Umsetzung ist präzise und reaktionsschnell. Besonders angenehm: das matte Display, das beim Schreiben einen dezenten Widerstand bietet und das Gefühl vermittelt, wirklich auf Papier zu arbeiten.
Der Stift besitzt zwei Tasten, mit denen man zwischen verschiedenen Werkzeugen wechseln oder per Langdruck Screenshots auslösen kann. Das klingt banal, funktioniert aber hervorragend im Alltag. Kritisch ist nur das Laden: Der Stift wird über USB-C geladen und haftet nicht magnetisch am Gerät. Kabelloses Laden gibt es ebenfalls nicht. Trotzdem: Wer gern zeichnet oder handschriftlich arbeitet, bekommt hier ein Werkzeug, das weit über dem üblichen Mittelklasse-Niveau liegt.
Das Keyboard-Cover schlägt mit rund 100 Euro zu Buche und überzeugt mit ordentlicher Verarbeitung. Die Tasten haben einen klaren Druckpunkt, das Schreiben geht flott von der Hand und auch längere Texte sind problemlos möglich. Das Gehäuse besteht aus robustem Kunststoff, das Tablet sitzt sicher darin und wird magnetisch verbunden.
Allerdings gibt es einige Eigenheiten, die man kennen sollte: Das Keyboard hat ein US-Layout, kein deutsches, was für Vielschreiber anfangs gewöhnungsbedürftig ist. Der Aufstellwinkel ist fix, lässt sich also nicht verstellen. Für große Personen oder ungewohnte Sitzpositionen kann das etwas unbequem sein. Auch ein Trackpad fehlt. Trotzdem fühlt sich die Kombination aus Tastatur und Tablet angenehm mobil an; sie eignet sich ideal, um unterwegs E-Mails zu schreiben, Dokumente zu bearbeiten oder zu recherchieren.
Etwas umständlich ist das Lade-Management: Tablet, Tastatur und Stift besitzen jeweils eigene Akkus und müssen einzeln geladen werden. Wer alle drei nutzt, wird öfter mal ein Kabel suchen. Es ist kein Drama, aber ein Punkt, an dem Xiaomi noch nachlegen könnte.
Dennoch: In der Summe ist das Zubehör kein bloßes Gimmick, sondern macht das Tablet erst richtig komplett. Besonders Studierende, Kreative oder Vielreisende werden den Mehrwert schnell erkennen und feststellen, dass man auch ohne Laptop erstaunlich produktiv sein kann.
Das neue Maß der Mittelklasse?
Das Redmi Pad 2 Pro ist ein Paradebeispiel dafür, wie weit die Tablet-Mittelklasse inzwischen gekommen ist. Es vereint eine hochwertige Verarbeitung, ein herausragend gutes Display, kräftige Lautsprecher und eine Laufzeit, die selbst teurere Geräte alt aussehen lässt. In vielen Bereichen erinnert es an Geräte, die doppelt so viel kosten, und das ist wohl das größte Kompliment, das man machen kann.
Natürlich ist nicht alles perfekt. Die fehlende Netzteil-Beigabe, die YouTube-Ruckler, der feste Tastaturwinkel und das separate Laden aller Komponenten zeigen, dass das „Pro“ noch ein paar Schönheitsfehler hat. Doch im Verhältnis zum Preis sind das kleine Flecken auf einer ansonsten glänzenden Bilanz.
Besonders hervorzuheben ist die Kombination aus mattem 120-Hz-Display, satter Akkulaufzeit und solider Rechenleistung. Eine Mischung, die man in dieser Preisklasse praktisch nirgends sonst findet. Auch die vier Lautsprecher mit Dolby Atmos sind bemerkenswert und sorgen dafür, dass Filme und Serien auf dem Tablet echten Spaß machen.
Im täglichen Gebrauch bleibt das Redmi Pad 2 Pro angenehm unaufdringlich. Es ist kein Gerät, das mit Spezialfunktionen prahlt, sondern eines, das einfach funktioniert – und das zuverlässig. Wer ein Tablet sucht, das sich sowohl zum Arbeiten als auch zum Entertainment eignet, das hochwertig aussieht, sich gut anfühlt und dabei nicht das Konto sprengt, der findet hier einen der derzeit besten Deals auf dem Markt.
Fazit:
Das Redmi Pad 2 Pro ist kein Blender, sondern ein ehrliches Arbeitstier mit Stil. Es zeigt, dass „Pro“ nicht immer teuer heißen muss. Manchmal bedeutet es einfach: gut durchdacht, sauber umgesetzt und rundum brauchbar. Wenn Xiaomi beim nächsten Modell noch kleine Komfortlücken schließt, könnte das Redmi Pad endgültig den Platz an der Spitze der Mittelklasse übernehmen.
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Test
Redmi Pad 2 Pro
Das Redmi Pad 2 Pro überzeugt mit mattem 120-Hz-Display, kräftigem Sound und starker Akkulaufzeit. Kleine Schwächen bei YouTube-Performance und Tastaturwinkel trüben das Bild kaum. Ein rundes, leistungsfähiges Tablet mit echtem Mehrwert zum fairen Preis.
PROS
- Hochwertiges Aluminiumgehäuse
- Mattes 120-Hz-Display mit Top-Schärfe
- Starke Akkulaufzeit (12.000 mAh)
- Gute Lautsprecher mit Dolby Atmos
- Guter Stift mit präziser Erkennung
CONS
- Kein Netzteil im Lieferumfang
- Teilweise Ruckler im Test
- Tastatur nur mit US-Layout
- Fester Aufstellwinkel der Tastatur
















