Insta360 Luna Ultra startet in Deutschland: Gimbal Kamera mit Leica Optik, 1 Zoll Sensor und 8K Video

Mit 8K Aufnahmen, 4K Zeitlupe, Deep Track 5.0 und einem bis zu 20 Meter entfernten Kontrolldisplay will die Luna Ultra neue Maßstäbe setzen und DJI das Wasser abgraben.

Nach ihrem internationalen Marktstart ist die gemeinsam mit Leica entwickelte Insta360 Luna Ultra ab heute endlich auch offiziell in Deutschland erhältlich. Die kompakte Gimbal Kamera kombiniert einen großen 1 Zoll Sensor mit einer zusätzlichen Telekamera, 8K Video, intelligenter Motivverfolgung und einem abnehmbaren OLED Bildschirm.

Etwas Geduld war gefragt, nun ist die Insta360 Luna Ultra auch offiziell auf dem deutschen Markt angekommen. Während die kompakte Gimbal Kamera in anderen Ländern bereits seit einiger Zeit erhältlich ist, startet der reguläre Verkauf in Deutschland erst heute. Damit können nun auch deutsche Creator, Vlogger und mobile Filmschaffende auf das neue Spitzenmodell von Insta360 zugreifen, ohne auf Importe oder Händler aus dem Ausland angewiesen zu sein.

Die Luna Ultra markiert für Insta360 den Einstieg in eine neue Produktkategorie. Bekannt ist der Hersteller bislang vor allem für seine 360 Grad Kameras, kompakten Action Kameras und vielseitigen Aufnahmelösungen. Mit der Luna Ultra widmet sich das Unternehmen nun erstmals einer vollständig integrierten Handheld Kamera mit mechanischem 3 Achsen Gimbal, die sich als mobiles Komplettpaket für hochwertige Videoaufnahmen versteht.

Dabei trifft das technische Know how von Insta360 auf die Optik und Bildästhetik von Leica. Die Kamera wurde gemeinsam mit dem traditionsreichen Kamerahersteller entwickelt und soll professionelle Bildqualität mit einem möglichst unkomplizierten Aufnahmeerlebnis verbinden. Im Zentrum stehen ein 1 Zoll Hauptsensor mit Leica Summicron Objektiv, eine zusätzliche Telekamera und Videoaufnahmen mit bis zu 8K bei 30 Bildern pro Sekunde.

Insta360 Luna UltraHinzu kommen ein abnehmbarer 2 Zoll OLED Touchscreen, eine KI gestützte Motivverfolgung, professionelle Farbprofile sowie verschiedene Werkzeuge für aufwendigere Videoproduktionen. Die Luna Ultra soll damit nicht nur spontane Reisevideos und kurze Beiträge für soziale Netzwerke aufnehmen, sondern auch als kompakte Ergänzung bei Interviews, Reportagen und umfangreicheren Produktionen dienen.

Der verspätete Deutschlandstart ändert nichts an der grundsätzlichen Positionierung. Insta360 ordnet die Luna Ultra klar als hochwertiges Creator Werkzeug ein und verlangt entsprechend selbstbewusste Preise. Das Standard Bundle kostet 729 Euro, während für das umfangreichere Creator Bundle 929 Euro fällig werden. Erhältlich ist die Kamera in den Farben Nacht Schwarz und Astralweiß.

Technisch hebt sich die Luna Ultra vor allem durch ihr Dual Kamera System von vielen bisherigen Gimbal Kameras ab. Statt ausschließlich auf ein Weitwinkelobjektiv und digitale Ausschnittsvergrößerungen zu setzen, kombiniert Insta360 zwei unterschiedliche Sensoren und Brennweiten. Dadurch soll die Kamera sowohl weite Perspektiven als auch deutlich engere Bildausschnitte mit stärkerer Hintergrundunschärfe abdecken können.

Zwei Kameras statt reinem Digitalzoom

Das auffälligste technische Merkmal der Insta360 Luna Ultra ist ihr Kamerasystem. Während viele kompakte Gimbal Kameras lediglich ein einzelnes Weitwinkelobjektiv verwenden, kombiniert Insta360 gleich zwei unterschiedliche Kameramodule.

Die Hauptkamera setzt auf einen vergleichsweise großen 1 Zoll Sensor und ein Leica Summicron Objektiv mit einer Lichtstärke von f/1,8. Die Brennweite entspricht umgerechnet auf das Kleinbildformat 20 mm, wodurch sich die Kamera besonders für Landschaften, Architektur, Gruppenaufnahmen, Vlogs und Aufnahmen in engen Räumen eignen dürfte.

Die Naheinstellgrenze der Hauptkamera liegt bei 9 Zentimetern. Damit sollten auch Detailaufnahmen kleiner Gegenstände oder Produktaufnahmen aus kurzer Entfernung möglich sein, ohne unmittelbar auf separates Makrozubehör angewiesen zu sein.

Ergänzt wird die Hauptkamera durch ein Teleobjektiv mit einem 1/1,3 Zoll Sensor, einer Lichtstärke von f/2,0 und einer äquivalenten Brennweite von 60 mm. Die Telekamera bietet damit eine dreifach längere Brennweite als die Hauptkamera und soll sich unter anderem für Porträts, Detailaufnahmen und Motive eignen, bei denen sich der Nutzer nicht direkt auf das Geschehen zubewegen kann.

Auch die Naheinstellgrenze der Telekamera fällt mit 15 Zentimetern ungewöhnlich kurz aus. Das eröffnet zusätzliche Möglichkeiten für Nahaufnahmen, bei denen eine längere Brennweite und eine stärkere Hintergrundunschärfe gewünscht sind.

Insta360 spricht von natürlichen Bokeh Effekten über fünf Brennweiten hinweg. Insgesamt steht ein Zoombereich von 1fach bis 12fach zur Verfügung. Bis zu einer sechsfachen Vergrößerung soll die Kamera laut Hersteller ohne sichtbaren Qualitätsverlust arbeiten. Ob dieser Übergang zwischen den beiden Sensoren und den verschiedenen Zoomstufen tatsächlich ohne erkennbare Unterschiede bei Schärfe, Farbe und Dynamikumfang gelingt, dürfte allerdings erst ein ausführlicher Praxistest zeigen.

8K Video, 4K Zeitlupe und vertikale Formate

Bei der Videoauflösung setzt Insta360 erwartungsgemäß auf hohe Zahlen. Die Luna Ultra nimmt Videos mit bis zu 8K bei 30 Bildern pro Sekunde auf. Dabei stehen sowohl das klassische Seitenverhältnis 16:9 mit einer Auflösung von 7680 × 4320 Pixeln als auch ein breiteres Kinoformat mit einem Seitenverhältnis von 2,35:1 zur Verfügung.

Für flüssigere Bewegungen kann die Kamera in 4K mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde filmen. Das ermöglicht vierfache Zeitlupen bei einer Ausgabe mit 30 Bildern pro Sekunde. In Full HD sind sogar Aufnahmen mit bis zu 240 Bildern pro Sekunde möglich.

Die Luna Ultra unterstützt außerdem unterschiedliche Aufnahmeformate für Social Media Inhalte. Vertikale Videos können direkt in 3K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet werden. Daneben stehen vertikale Auflösungen in 2,7K und Full HD zur Verfügung. Auch quadratische 3K Aufnahmen im Format 1:1 sind möglich.

Das erspart Creatorn in vielen Situationen das nachträgliche Beschneiden horizontaler Videos. Inhalte für YouTube, Instagram, TikTok oder andere Plattformen lassen sich somit bereits während der Aufnahme passend zum gewünschten Format gestalten.

Neben dem normalen Videomodus bietet die Kamera Zeitlupenaufnahmen, Zeitraffer, TimeShift und einen Barrel Roll Modus. Letzterer nutzt die Beweglichkeit des Gimbals für kontrollierte Drehbewegungen der Kamera und soll dynamische Übergänge oder ungewöhnliche Perspektiven ermöglichen.

Videos werden im H.265 Format mit einer maximalen Bitrate von 120 Mbit pro Sekunde gespeichert. Angesichts der hohen Auflösungen und Bildraten ist eine effiziente Komprimierung notwendig, gleichzeitig dürfte die Bearbeitung von 8K Material entsprechende Anforderungen an Computer, Tablet und Schnittsoftware stellen.

Dolby Vision, I Log und bis zu 14 Blendenstufen

Die Luna Ultra richtet sich nicht nur an Nutzer, die fertige Videos direkt aus der Kamera verwenden möchten. Für eine umfangreichere Nachbearbeitung unterstützt sie 10 Bit I Log Aufnahmen. Durch die höhere Farbtiefe bleiben mehr Farbinformationen erhalten, was insbesondere bei Farbkorrekturen und beim Angleichen mehrerer Kameras hilfreich sein kann.

Insta360 nennt einen Dynamikumfang von bis zu 14 Blendenstufen. Dadurch soll die Kamera auch bei kontrastreichen Szenen möglichst viele Details in hellen und dunklen Bildbereichen bewahren. Besonders bei Aufnahmen im Freien, Gegenlicht oder Innenräumen mit hellen Fenstern kann ein großer Dynamikumfang entscheidend sein.

Zusätzlich unterstützt die Luna Ultra Dolby Vision Video im erweiterten Rec. 2020 Farbraum. Standardaufnahmen werden im Rec. 709 Farbraum gespeichert. Die Kamera bietet damit sowohl einen unkomplizierten Modus für direkt verwendbare Aufnahmen als auch flexiblere Optionen für eine professionelle Nachbearbeitung.

Die Belichtung lässt sich in einem Bereich von plus oder minus 4 EV korrigieren. Der ISO Bereich reicht von ISO 100 bis ISO 6400, während der Weißabgleich zwischen 2000 und 10.000 Kelvin eingestellt werden kann. Bei Fotos stehen Belichtungszeiten zwischen 1/8000 Sekunde und 30 Sekunden zur Verfügung.

Für Aufnahmen bei wenig Licht gibt es den bereits von anderen Insta360 Kameras bekannten PureVideo Modus. Dieser verwendet eine KI gestützte Bildverarbeitung, um Rauschen zu reduzieren sowie Helligkeit und Detailwiedergabe zu verbessern. PureVideo kann mit bis zu 4K bei 60 Bildern pro Sekunde genutzt werden.

Im Inneren arbeitet dafür ein System aus drei KI Chips. Insta360 verspricht dadurch eine schnellere Bildverarbeitung und eine bessere Leistung bei rechenintensiven Funktionen. Wie natürlich die Rauschreduzierung arbeitet und ob feine Strukturen erhalten bleiben, wird vor allem bei Nachtaufnahmen eine entscheidende Rolle spielen.

Fotos mit bis zu 37 Megapixeln und 200 MP Panorama

Obwohl die Luna Ultra in erster Linie als Videokamera positioniert wird, bietet sie auch verschiedene Fotofunktionen. Im UltraPhoto Modus nimmt die Kamera Bilder mit bis zu 37 Megapixeln auf. Je nach gewähltem Seitenverhältnis stehen Auflösungen von 7040 × 5288, 6144 × 6144 oder 7680 × 4320 Pixeln zur Verfügung.

Im Standardmodus entstehen Fotos mit 8 oder 9 Megapixeln. Neben klassischen JPEG Dateien kann die Luna Ultra Bilder auch gleichzeitig als JPEG und RAW speichern. Damit bleibt bei anspruchsvolleren Aufnahmen mehr Spielraum für eine spätere Bearbeitung.

Für besonders hochauflösende Landschaftsaufnahmen gibt es einen speziellen Panoramamodus mit 200 Megapixeln. Die resultierenden Bilder erreichen eine Auflösung von 20.224 × 10.112 Pixeln. Dieser Modus arbeitet mit einer dreifachen Vergrößerung und kombiniert mehrere Einzelaufnahmen zu einem großen Panorama.

Darüber hinaus unterstützt die Kamera klassische 360 Grad Panoramen und sogenannte Live Frames. Durch die Kombination aus mechanischer Bewegung und automatischer Bildverarbeitung soll die Luna Ultra Panoramaaufnahmen weitgehend selbstständig erstellen können.

Mechanische Stabilisierung trifft auf elektronische Korrektur

Für ruhige Videoaufnahmen verwendet die Luna Ultra ein 3 Achsen Stabilisierungssystem. Dieses gleicht Bewegungen mechanisch über Schwenk, Neigung und Rollen aus. Zusätzlich setzt Insta360 auf eine elektronische Bildstabilisierung, um kleinere Erschütterungen und verbleibende Bewegungen weiter zu reduzieren.

Der Gimbal erreicht eine maximale Steuergeschwindigkeit von 210 Grad pro Sekunde. Damit soll das Kameramodul auch schnelleren Bewegungen folgen können. Insta360 gibt die Winkelabweichung durch Vibrationen mit lediglich plus oder minus 0,005 Grad an.

Die Kombination aus mechanischer und elektronischer Stabilisierung dürfte besonders beim Gehen, Laufen oder Filmen aus fahrenden Fahrzeugen Vorteile bieten. Gleichzeitig ermöglicht der Gimbal automatisierte Kamerafahrten und kontrollierte Schwenks, die mit einer rein elektronisch stabilisierten Action Kamera nur eingeschränkt möglich wären.

Für die Motivverfolgung kommt Deep Track 5.0 zum Einsatz. Das Tracking System erkennt Personen und andere Motive und richtet die Kamera automatisch entsprechend aus. Unterstützt werden automatisches Tracking, aktives Zoom Tracking, Gruppen Tracking und intelligentes Framing.

Beim aktiven Zoom Tracking kann die Kamera ihre Brennweite automatisch anpassen, während sich ein Motiv auf die Kamera zubewegt oder davon entfernt. Gruppen Tracking soll dagegen mehrere Personen gleichzeitig berücksichtigen. Das kann bei Familienaufnahmen, Interviews, Präsentationen oder Aufnahmen kleiner Gruppen hilfreich sein.

Smart Framing versucht, das Motiv nicht lediglich in der Bildmitte zu halten, sondern die Bildgestaltung an die jeweilige Szene anzupassen. Dadurch sollen die Aufnahmen weniger statisch und natürlicher wirken. Wie zuverlässig das System bei verdeckten Personen, schnellen Bewegungen oder wechselnden Lichtverhältnissen arbeitet, bleibt vorerst offen.

Abnehmbarer OLED Bildschirm als Fernbedienung

Ein besonderes Merkmal der Luna Ultra ist der abnehmbare 2 Zoll OLED Touchscreen. Der Bildschirm kann direkt an der Kamera verwendet oder vom Gehäuse gelöst werden. Anschließend dient er als kabelloser Kontrollmonitor und Fernbedienung.

Die Bildübertragung funktioniert laut Insta360 in HD Qualität über eine Distanz von bis zu 20 Metern. Dadurch kann die Kamera beispielsweise auf einem Stativ, an einem Fahrzeug oder an einer schwer erreichbaren Position montiert werden, während der Nutzer das Bild weiterhin kontrolliert.

Gerade bei Solo Aufnahmen kann der Bildschirm einen deutlichen Vorteil bieten. Creator müssen nicht ständig zur Kamera zurückgehen, um den Bildausschnitt zu überprüfen, eine Aufnahme zu starten oder Einstellungen zu verändern. Auch bei tiefen, hohen oder ungewöhnlichen Kamerapositionen lässt sich der Bildausschnitt komfortabler beurteilen.

Der abnehmbare Bildschirm besitzt einen eigenen Akku mit 210 mAh. Zusätzlich ist darin eines der insgesamt vier Mikrofone der Luna Ultra integriert. Die drei weiteren Mikrofone befinden sich am Hauptgehäuse.

Insta360 bezeichnet den abnehmbaren Bildschirm als branchenweit einzigartige Lösung. Tatsächlich unterscheidet sich das Konzept deutlich von fest integrierten oder lediglich drehbaren Displays. Gleichzeitig entsteht dadurch ein zusätzliches Bauteil, das geladen und unterwegs sicher aufbewahrt werden muss.

Kompaktes Gehäuse mit 47 GB internem Speicher

Trotz des Dual Kamera Systems und des abnehmbaren Displays bleibt die Luna Ultra vergleichsweise kompakt. Das Gehäuse misst 52,4 × 169,9 × 38,5 Millimeter.

Die schwarze Variante wiegt 233 Gramm, die weiße Ausführung 235 Gramm. Damit ist die Kamera schwerer als ein typisches Smartphone, bleibt aber kompakt genug, um sie in einer Jackentasche oder kleineren Kameratasche mitzunehmen.

Im Inneren stehen 47 GB nutzbarer Speicher zur Verfügung. Für kurze Aufnahmen oder den spontanen Einsatz kann das ausreichen. Bei längeren 4K oder 8K Videos dürfte der interne Speicher jedoch schnell belegt sein.

Deshalb unterstützt die Luna Ultra zusätzlich microSD Karten mit bis zu 1 TB. Die Kombination aus internem Speicher und Speicherkarte bietet den Vorteil, dass die Kamera auch dann einsatzbereit bleibt, wenn gerade keine Karte eingesetzt wurde oder diese vollständig belegt ist.

Die Datenübertragung erfolgt über USB C mit USB 3.0 Geschwindigkeit. Das ist angesichts der großen Videodateien sinnvoll, da insbesondere 8K Material über langsamere Anschlüsse entsprechend lange Übertragungszeiten verursachen würde.

Die Hauptkamera unterstützt WiFi 6 sowie Bluetooth. Für die Nutzung der Insta360 App werden bei Apple Geräten mindestens iOS 15 und ein A14 Chip oder neuer vorausgesetzt. Bei Android nennt Insta360 Android 10 sowie mindestens einen Snapdragon 855, Exynos 2200, Dimensity 9000 oder Google Tensor G1. Geräte mit schwächerer Hardware können die Kamera grundsätzlich ebenfalls steuern, einige KI Funktionen und rechenintensive Bearbeitungsoptionen könnten dort allerdings nur eingeschränkt funktionieren.

Bis zu vier Stunden Akkulaufzeit

Der integrierte Akku des Hauptgehäuses besitzt eine Kapazität von 1550 mAh. Insta360 gibt eine maximale Laufzeit von 240 Minuten an. Dieser Wert wurde allerdings unter kontrollierten Bedingungen bei 1080p mit 24 Bildern pro Sekunde, deaktiviertem Bildschirm und ausgeschaltetem WiFi ermittelt.

In der Praxis dürfte die Laufzeit bei 4K oder 8K Aufnahmen, aktiviertem Tracking, eingeschaltetem Bildschirm und permanenter Funkverbindung deutlich geringer ausfallen. Dennoch verspricht die Kamera auf dem Papier genügend Reserven für längere Drehs oder einen großen Teil eines Reisetages.

Über einen kompatiblen USB C Charger kann der Akku innerhalb von etwa 23 Minuten auf 80 Prozent geladen werden. Für diese Geschwindigkeit ist ein Ladegerät mit 45 Watt sowie Unterstützung für PD 3.0 PPS erforderlich.

Eine vollständige Ladung sollte entsprechend länger dauern. Die schnelle Wiederherstellung eines Großteils der Akkukapazität kann im mobilen Einsatz dennoch entscheidend sein, da bereits eine kurze Pause ausreichen könnte, um die Kamera wieder für einen längeren Aufnahmeblock vorzubereiten.

Eine Angabe zu einem austauschbaren Akku macht Insta360 nicht. Auch eine offizielle Schutzklasse gegen Wasser oder Staub wird im technischen Datenblatt nicht genannt. Für Aufnahmen bei Regen, am Strand oder in besonders staubigen Umgebungen sollte daher zunächst auf entsprechende Angaben und Zubehörlösungen geachtet werden.

Vier Mikrofone und direkte Verbindung mit Insta360 Mic

Für den Ton verwendet die Luna Ultra ein System aus vier Mikrofonen. Drei Mikrofone befinden sich am Gimbal Gehäuse, ein weiteres ist in den abnehmbaren Bildschirm integriert. Dadurch kann die Kamera abhängig von der Aufnahmesituation unterschiedliche Tonquellen erfassen.

Zur Auswahl stehen die Audiomodi Windreduzierung, Sprachverbesserung und Originalton. Ein integrierter Windschutz soll insbesondere bei Außenaufnahmen störende Windgeräusche reduzieren.

Die Kamera kann direkt mit Insta360 Mic Air und Insta360 Mic Pro verbunden werden. Je nach Mikrofonsystem lassen sich ein oder zwei drahtlose Sender verwenden. Ein zusätzlicher Empfänger an der Kamera soll dadurch nicht notwendig sein.

Für Interviews, Moderationen und Vlogs dürfte diese direkte Verbindung eine deutlich aufgeräumtere Lösung darstellen. Gleichzeitig bleiben der USB Anschluss und der Bereich rund um die Kamera frei von zusätzlichen Kabeln oder Adaptern.

Audio wird mit einer Abtastrate von 48 kHz gespeichert. Insta360 nennt außerdem eine Verarbeitung mit 32 Bit und AAC Kodierung. Entscheidend wird letztlich sein, wie gut die internen Mikrofone Sprache von Umgebungsgeräuschen trennen und wie zuverlässig die Windreduzierung arbeitet.

Leica Farbprofile und professioneller Workflow

Die Zusammenarbeit mit Leica beschränkt sich nicht auf Objektive und Sensorabstimmung. Die Luna Ultra enthält mehrere speziell abgestimmte Leica Farbprofile. Dazu gehören Leica Natural, Leica Vivid und Leica Chrome.

Leica Natural soll eine möglichst natürliche Farbwiedergabe liefern, während Leica Vivid stärker gesättigte und kontrastreichere Bilder erzeugt. Leica Chrome orientiert sich an einer charakteristischeren, filmähnlichen Darstellung.

Ergänzt werden die Profile durch verschiedene cineastische Filter, die bereits während der Aufnahme oder direkt in der Kamera angewendet werden können. Nutzer können dadurch einen fertigen Look erzeugen, ohne das Material zwingend in einer professionellen Schnittsoftware bearbeiten zu müssen.

Für umfangreichere Produktionen unterstützt die Luna Ultra ACES, das Academy Color Encoding System. Dieses System erleichtert die gemeinsame Verarbeitung von Material unterschiedlicher Kameras und sorgt für einen standardisierten Farbraum während der Postproduktion.

Ein integrierter Timecode ermöglicht die Synchronisierung mehrerer Kameras und Tonquellen. Insta360 nennt ausdrücklich die Zusammenarbeit mit Programmen wie Final Cut Pro und Adobe Premiere Pro.

Über QR Color Share können Farbeinstellungen zwischen mehreren Geräten übertragen werden. Dadurch lässt sich ein bestimmter Look schneller auf verschiedene Kameras anwenden, ohne sämtliche Werte manuell eingeben zu müssen.

Diese Funktionen zeigen, dass Insta360 die Luna Ultra nicht ausschließlich als unkomplizierte Vlogging Kamera versteht. Timecode, I Log, ACES und Farbabgleich richten sich klar an Nutzer, die das Gerät auch als Teil eines umfangreicheren Produktionssystems einsetzen möchten.

KI Bearbeitung direkt in der Insta360 App

Neben der Aufnahme spielt auch die Insta360 App eine zentrale Rolle. Die Software analysiert das aufgezeichnete Material, erkennt interessante Szenen und kann daraus automatisch kurze Clips erstellen.

Diese KI gestützte Bearbeitung soll insbesondere Nutzern entgegenkommen, die möglichst schnell veröffentlichungsfertige Inhalte benötigen. Reiseaufnahmen, Familienvideos oder kurze Social Media Beiträge können dadurch automatisch ausgewählt und zusammengeschnitten werden.

Wie bei vergleichbaren Automatikfunktionen hängt die Qualität stark davon ab, welche Szenen die Software als relevant erkennt. Für einfache Rückblicke und schnelle Beiträge kann die Funktion Zeit sparen. Bei gezieltem Storytelling oder komplexeren Videos dürfte eine manuelle Bearbeitung jedoch weiterhin notwendig bleiben.

Insta360 kombiniert damit erneut Hardware und Software zu einem gemeinsamen System. Viele Funktionen der Kamera entfalten ihren vollständigen Nutzen erst zusammen mit der App, was gleichzeitig eine gewisse Abhängigkeit von kompatiblen Smartphones und der langfristigen Softwareunterstützung mit sich bringt.

Umfangreiches Zubehör für unterschiedliche Aufnahmen

Zum Start bietet Insta360 mehrere speziell für die Luna Ultra entwickelte Zubehörprodukte an. Ein POV Kopf Tracker ermöglicht freihändige Aufnahmen und überträgt Kopfbewegungen an den Gimbal. Dadurch kann die Kamera automatisch in jene Richtung schwenken, in die der Nutzer blickt.

Ein Black Mist Filter sorgt für weichere Spitzlichter und eine leichte Diffusion. Dieser Effekt wird häufig verwendet, um digitale Bilder weniger klinisch wirken zu lassen und Hauttöne etwas weicher darzustellen.

Zusätzlich ist ein Weitwinkelobjektiv erhältlich, das das Sichtfeld auf bis zu 108 Grad erweitert. Dieses Zubehör dürfte vor allem für Vlogs aus kurzer Distanz, Innenräume oder besonders weite Landschaftsaufnahmen interessant sein.

ND Filter reduzieren die einfallende Lichtmenge und ermöglichen dadurch auch bei hellem Tageslicht längere Belichtungszeiten. Das ist wichtig, um bei Videoaufnahmen eine natürliche Bewegungsunschärfe zu erhalten und nicht auf extrem kurze Verschlusszeiten ausweichen zu müssen.

Ob das Zubehör einzeln oder teilweise im Creator Bundle enthalten sein wird, geht aus den vorliegenden Informationen nicht vollständig hervor. Vor einem Kauf lohnt sich daher ein genauer Vergleich des jeweiligen Lieferumfangs.

Sechs Jahre Zusammenarbeit mit Leica

Insta360 und Leica arbeiten nach eigenen Angaben seit mittlerweile sechs Jahren zusammen. Die Partnerschaft umfasst inzwischen fünf gemeinsam entwickelte Produkte.

Leica bringt dabei seine Erfahrung in den Bereichen Optik, Farbabstimmung und Bildästhetik ein. Insta360 ergänzt diese Kompetenzen durch elektronische Stabilisierung, KI Verarbeitung, Software und kompakte Kamerakonstruktionen.

Die Luna Ultra wurde am Leica Hauptsitz in Wetzlar vorgestellt. Damit unterstreichen beide Unternehmen den Anspruch, dass es sich nicht lediglich um ein Lizenzmodell mit Leica Schriftzug handelt, sondern um eine gemeinsame Entwicklung.

Für Leica ist die Luna Ultra gleichzeitig ein weiterer Schritt in Richtung mobiler Bildgestaltung. Nach Kooperationen im Smartphone Bereich und bei kompakten Kamerasystemen bringt das Unternehmen seine Bildphilosophie nun in eine vollständig stabilisierte Handheld Kamera ein.

Insta360 Luna Ultra gegen DJI Osmo Pocket 4 und Pocket 4 Pro

Der naheliegendste Vergleich führt zur DJI Osmo Pocket 4 (zum Test), die bereits seit April erhältlich ist und das Konzept der kompakten Gimbalkamera seit mehreren Generationen weiterentwickelt. Beide Modelle verwenden einen 1 Zoll Sensor, ein mechanisches 3 Achsen Gimbal und einen 2 Zoll großen OLED Bildschirm. Dennoch verfolgen Insta360 und DJI unterschiedliche Ansätze. Während DJI bei der regulären Pocket 4 weiterhin auf eine einzelne Kamera mit 20 mm Brennweite und f/2,0 setzt, kombiniert die Luna Ultra eine lichtstärkere Hauptkamera mit 20 mm und f/1,8 mit einer zusätzlichen Telekamera bei 60 mm und f/2,0.

Bei klassischen Videoaufnahmen hat die Luna Ultra durch ihre maximale Auflösung von 8K mit 30 Bildern pro Sekunde zunächst den größeren Spielraum. Die DJI Osmo Pocket 4 bleibt im normalen Aufnahmemodus bei 4K, kann dafür im Zeitlupenmodus beeindruckende 4K mit bis zu 240 Bildern pro Sekunde aufzeichnen. Die Luna Ultra erreicht in 4K maximal 120 Bilder pro Sekunde. Wer häufig schnelle Bewegungen, Sport oder besonders starke Zeitlupen filmt, erhält bei DJI somit die flexiblere Lösung. Für nachträgliche Ausschnittsvergrößerungen, hochauflösende Panoramen und detailreiche Landschaftsaufnahmen bietet Insta360 mit 8K dagegen mehr Reserven.

Auch bei Größe und Gewicht bleibt die Pocket 4 dem ursprünglichen Taschenkamerakonzept stärker treu. Mit rund 190 Gramm ist sie deutlich leichter als die etwa 233 Gramm schwere Luna Ultra. DJI bietet außerdem 107 GB internen Speicher, während bei Insta360 rund 47 GB nutzbar sind. Beide Kameras unterstützen zusätzliche microSD Karten und erreichen unter optimalen Bedingungen eine Laufzeit von bis zu vier Stunden. Die Pocket 4 lädt ihren Akku laut DJI in etwa 18 Minuten auf 80 Prozent, bei der Luna Ultra dauert derselbe Vorgang ungefähr 23 Minuten.

Dafür besitzt die Luna Ultra ein Ausstattungsmerkmal, das DJI in dieser Form nicht anbietet. Ihr OLED Bildschirm lässt sich vollständig vom Gehäuse abnehmen und in bis zu 20 Metern Entfernung als Vorschaumonitor und Fernbedienung verwenden. Der Bildschirm der Pocket 4 kann für horizontale und vertikale Aufnahmen gedreht werden, bleibt aber fest mit der Kamera verbunden. Für Selbstaufnahmen, ungewöhnliche Kamerapositionen oder Drehs mit der Kamera auf einem Stativ bietet die Insta360 Lösung daher deutlich mehr Freiheit.

Bei der Motivverfolgung treffen Deep Track 5.0 und ActiveTrack 7.0 aufeinander. DJI erlaubt mit der Pocket 4 eine Verfolgung von Motiven auch bei höheren digitalen Zoomstufen und unterstützt neben Personen unter anderem Fahrzeuge und Tiere. Insta360 setzt dagegen auf automatisches Zoom Tracking, Gruppen Tracking und Smart Framing. Welches System in der Praxis zuverlässiger arbeitet, lässt sich allein anhand der Funktionslisten kaum beurteilen. DJI kann allerdings auf mehrere Generationen Erfahrung mit kompakten Gimbalkameras zurückgreifen, während die Luna Ultra das erste Modell ihrer Art von Insta360 ist.

Auch preislich unterscheiden sich die beiden Modelle deutlich. Die DJI Osmo Pocket 4 beginnt in Deutschland bei 499 Euro, das Creator Paket kostet rund 619 Euro. Für die Insta360 Luna Ultra werden mindestens 729 Euro verlangt, während das Creator Bundle mit 929 Euro zu Buche schlägt. Die Luna Ultra rechtfertigt ihren Aufpreis vor allem mit dem zweiten Kameramodul, der 8K Aufnahme, dem abnehmbaren Bildschirm und zusätzlichen professionellen Funktionen wie Timecode und ACES Unterstützung. Die Pocket 4 ist hingegen leichter, günstiger und bietet den größeren internen Speicher sowie die stärkeren Zeitlupenfunktionen.

Noch spannender dürfte der Vergleich mit der DJI Osmo Pocket 4P werden, die häufig auch als Pocket 4 Pro bezeichnet wird. DJI hat dieses Modell bereits in China vorgestellt und einen internationalen Marktstart angekündigt. Ein genauer deutscher Verkaufstermin und die hiesigen Preise sind bislang allerdings noch nicht eindeutig kommuniziert. Die Pocket 4P übernimmt den 1 Zoll Hauptsensor mit 20 mm Brennweite, ergänzt ihn aber ebenfalls um eine zweite Kamera mit 60 mm Brennweite. Damit entspricht ihr grundlegendes Kamerakonzept nahezu exakt dem der Luna Ultra. DJI nennt für das neue Pro Modell zudem einen Dynamikumfang von bis zu 17 Blendenstufen und ein neues D Log 2 Profil.

Die Pocket 4P könnte damit zum eigentlichen direkten Konkurrenten der Luna Ultra werden. Beide Modelle decken mit ihren Kameras 20 und 60 mm ab, beide setzen auf einen großen Hauptsensor und beide richten sich klar an anspruchsvollere Creator. Insta360 hält vorerst Vorteile bei 8K, dem abnehmbaren Kontrollbildschirm und dem professionellen Workflow mit ACES und Timecode. DJI kann seinerseits mit dem reiferen Gimbalsystem, ActiveTrack 7.0, dem umfangreichen Mikrofonökosystem und voraussichtlich einem besonders großen Dynamikumfang punkten.

Entscheidend dürfte am Ende der Preis der Pocket 4P in Deutschland sein. In China wird das Modell für 3.799 Yuanangeboten. Eine direkte Umrechnung lässt sich aufgrund von Steuern, Vertriebskosten und regionaler Preisgestaltung zwar nicht auf den deutschen Markt übertragen, sie deutet jedoch darauf hin, dass DJI die Luna Ultra preislich unter Druck setzen könnte. Sobald beide Kameras regulär verfügbar sind, dürfte sich zeigen, ob Insta360 mit 8K, Leica Abstimmung und abnehmbarem Display genügend Argumente für den höheren Einstiegspreis liefert oder ob DJI seine langjährige Erfahrung in dieser Produktkategorie ausspielen kann.

Preise und Verfügbarkeit

Die Insta360 Luna Ultra ist ab dem 30. Juni über den Insta360 Store, Amazon und ausgewählte Händler erhältlich. Die Verfügbarkeit in Deutschland soll allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Einen konkreten Termin nennt Insta360 bislang nicht.

Das Standard Bundle kostet 729 Euro. Für das umfangreichere Creator Bundle werden 929 Euro verlangt. Damit liegt die Luna Ultra preislich klar im oberen Bereich kompakter Gimbal Kameras.

Zur Auswahl stehen die Farben Nacht Schwarz und Astralweiß. Das Gewicht unterscheidet sich abhängig von der Farbe geringfügig um zwei Gramm.

Welche Zubehörteile genau in den beiden Paketen enthalten sind, sollte vor dem Kauf geprüft werden. Bei einem Preisunterschied von 200 Euro dürfte der Lieferumfang des Creator Bundles entscheidend dafür sein, ob sich der Aufpreis lohnt.

Ambitionierter Einstieg in eine etablierte Kamerakategorie

Mit der Luna Ultra beschränkt sich Insta360 nicht darauf, ein bestehendes Konzept geringfügig zu erweitern. Der große Hauptsensor, die zusätzliche Telekamera, der abnehmbare OLED Bildschirm und die professionellen Farboptionen unterscheiden das Modell deutlich von einfacheren Pocket Kameras.

Besonders interessant wirkt die Kombination aus 1 Zoll Hauptsensor, 60 mm Telekamera, 8K Aufnahme, 4K Zeitlupe, mechanischer Stabilisierung und intelligentem Tracking. Auch Funktionen wie Timecode, I Log, ACES und die direkte Verbindung zu drahtlosen Mikrofonen machen deutlich, dass Insta360 neben klassischen Vloggern auch anspruchsvollere Videoproduktionen ansprechen möchte.

Allerdings ist die Luna Ultra mit einem Einstiegspreis von 729 Euro kein spontaner Mitnahmekauf. Das Creator Bundle nähert sich mit 929 Euro bereits dem Preisbereich größerer Kamerasysteme. Hinzu kommt, dass Aussagen zur Bildqualität, zur Zuverlässigkeit des Trackings und zur tatsächlichen Akkulaufzeit zunächst in der Praxis überprüft werden müssen.

Auf dem Papier liefert Insta360 dennoch einen bemerkenswert umfangreichen Einstand. Die Luna Ultra verbindet viele der bekannten Stärken des Herstellers mit Leica Optik und einem ungewöhnlich flexiblen Kamerasystem. Sollte die Umsetzung im Alltag halten, was die technischen Daten versprechen, könnte sie sich zu einer der spannendsten kompakten Creator Kameras des Jahres entwickeln.

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Bildquelle: Insta360

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