Samsung scheint seine Wearable-Strategie massiv auszubauen: Neben dem bereits angekündigten High-End-XR-Projekt arbeitet der Konzern offenbar an einer weiteren, deutlich dezenteren smarten Brille.
Unter dem internen Codenamen „Jinju“ sind nun erste Renderbilder aufgetaucht, die auf ein bewusst schlicht gehaltenes Design hindeuten. Das Ziel ist klar definiert: Die Brille soll im Alltag kaum als technisches Gadget auffallen, sondern wie ein klassisches Accessoire wirken.
Besonders spannend ist der technologische Ansatz: Die Brille kommt wohl komplett ohne eigenes Display aus. Statt virtueller Einblendungen setzt Samsung konsequent auf eine intuitive Bedienung über Sprache und smarte Assistenzfunktionen. Damit bewegt sich das Konzept stark in die Richtung der erfolgreichen Kooperation zwischen Meta und Ray-Ban. Der Fokus liegt hierbei nicht auf komplexer Augmented Reality (AR), sondern auf den Kernfeatures Kamera, Audio und KI-Integration.

Unter der Haube soll bewährte Technik für die nötige Leistung sorgen. Als Herzstück dient voraussichtlich ein Qualcomm Snapdragon AR1, der speziell für leichte Wearables optimiert wurde. Ergänzt wird die Hardware durch eine hochwertige 12-Megapixel-Kamera von Sony und einen kompakten 155-mAh-Akku. Mit einem angestrebten Gewicht von rund 50 Gramm wäre die Brille leicht genug, um sie ohne Komfortverlust über viele Stunden hinweg zu tragen.
Digitale Sinne ohne Display-Zwang
Als Softwarebasis dient Android XR, eine neue Plattform von Google, zu der es voraussichtlich auf der Google I/O im Mai weitere Details geben wird. Die tiefe Integration von Google Gemini soll die Brille zum ultimativen Alltagsbegleiter machen. Nutzer könnten so per Sprachbefehl Texte übersetzen, spontane Fotos aufnehmen oder sich die Navigation direkt ins Ohr flüstern lassen, ohne jemals das Smartphone aus der Tasche ziehen zu müssen.
Wer hingegen auf ein „echtes“ AR-Erlebnis mit visuellen Einblendungen hofft, muss sich noch etwas gedulden. Unter dem Codenamen „Haean“ plant Samsung parallel eine deutlich leistungsstärkere Version. Diese soll mit moderner Micro-LED-Technologie ausgestattet sein, wird jedoch erst für das Jahr 2027 erwartet. Preislich dürfte sich diese Premium-Variante in einem Rahmen von 600 bis 900 US-Dollar bewegen.
Für Fans der Galaxy-Reihe könnte es aber schon bald konkret werden. Eine erste offizielle Vorschau auf die neuen Galaxy Glasses – vermutlich zunächst auf das displaylose Modell „Jinju“ – könnte bereits in diesem Sommer folgen. Traditionell nutzt Samsung sein großes Unpacked-Event im Juli, um die neuesten Foldables und Wearables der Weltöffentlichkeit zu präsentieren. Es bleibt abzuwarten, ob Samsung damit den Markt der smarten Brillen ähnlich aufmischen kann wie zuvor den Bereich der faltbaren Smartphones.
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