Nothing geht einen Schritt, den sich viele andere Smartphone Hersteller kaum trauen würden. 2026 wird es kein Nothing Phone 4 geben. Das hat Firmenchef Carl Pei öffentlich bestätigt und damit eine klare Zäsur in der bisherigen Produktstrategie gesetzt. Statt im gewohnten Jahresrhythmus ein neues Flaggschiff zu präsentieren, bleibt das Nothing Phone 3 weiterhin das Topmodell im Portfolio.
Die Entscheidung wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich, passt aber zu dem Anspruch, den Nothing von Anfang an verfolgt hat. Pei macht deutlich, dass neue Geräte nicht erscheinen sollen, nur weil der Kalender es erwartet. Ein neues Modell müsse echte Fortschritte bringen, spürbar für Nutzer und nicht nur auf dem Datenblatt. Für 2026 sieht Nothing diesen Punkt offenbar nicht erreicht.

Warum ein neues Flaggschiff diesmal keinen Sinn ergibt
In seinen Aussagen klingt vor allem eines durch: Zurückhaltung statt Aktionismus. Die Entwicklungskosten steigen, neue Hardware Generationen liefern oft nur noch kleine Verbesserungen und gleichzeitig wächst der Druck, Preise stabil zu halten. Unter diesen Bedingungen wäre ein Phone 4 laut Pei kein ehrlicher Schritt gewesen.
Statt ein weiteres Flaggschiff mit moderaten Updates auf den Markt zu bringen, lässt Nothing dem Phone 3 aus dem Jahr 2025 bewusst mehr Zeit. Das Gerät soll länger im Mittelpunkt stehen und nicht nach wenigen Monaten vom eigenen Nachfolger verdrängt werden. Für Nutzer bedeutet das auch eine längere Relevanz und voraussichtlich stabilere Softwarepflege.
Ganz ohne neue Smartphones bleibt Nothing 2026 dennoch nicht. Der Fokus verschiebt sich deutlich auf die Phone 4A-Reihe, die eine größere Rolle einnehmen soll als frühere A-Modelle. Intern sieht Nothing hier offenbar das größte Potenzial, um viele Nutzer zu erreichen.
Die neue Generation soll spürbar aufgewertet werden. Im Raum stehen hochwertigere Displays, verbesserte Kameras und deutlich mehr Leistung als man es klassisch von der Mittelklasse kennt. Nothing möchte genau dort angreifen, wo viele Käufer heute unterwegs sind: bei Geräten, die sich schnell, modern und hochwertig anfühlen, ohne den Preis eines Flaggschiffs aufzurufen. Ein Marktstart im Frühjahr 2026 gilt als wahrscheinlich.
Ein Spiegel des aktuellen Smartphone Markts
Die Entscheidung fällt nicht zufällig. Die gesamte Branche kämpft mit steigenden Preisen für Speicher, Prozessoren und andere Kernkomponenten. Hersteller stehen vor der Wahl, entweder Geräte deutlich teurer zu machen oder bei der Ausstattung zu sparen. Nothing entscheidet sich für einen dritten Weg und streckt die Lebensdauer seiner Premiumprodukte.

Das ist auch ein stilles Signal an die Konkurrenz. Der jährliche Flaggschiffzwang wird zunehmend infrage gestellt. Viele Nutzer wechseln ohnehin seltener ihr Smartphone und erwarten eher langfristige Qualität als ständig neue Modellnummern.
Für Fans von Nothing heißt das zunächst Geduld. Wer auf ein neues High End Modell gehofft hat, wird 2026 keines bekommen. Gleichzeitig kann diese Pause aber auch Vertrauen schaffen. Ein Hersteller, der bewusst auf einen Release verzichtet, statt ein halbherziges Upgrade zu liefern, setzt ein klares Zeichen.
Spannend wird vor allem, wie gut Nothing seine ambitionierten Ziele für die Phone 4A-Modelle umsetzt. Gelingt es, echte Flaggschiff-Elemente in die Mittelklasse zu bringen, könnte 2026 ausgerechnet das Jahr werden, in dem Nothing ohne neues Flaggschiff besonders relevant bleibt.
Der Kurswechsel zeigt jedenfalls, dass Nothing bereit ist, eigene Regeln zu schreiben und nicht jedem Branchenmuster zu folgen. Ob sich dieser Mut auszahlt, wird sich im Laufe des kommenden Jahres zeigen.
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