Sonos Beam Gen 2 im Langzeittest

Kompakt. Kultiviert. Aber auch 2026 noch relevant?

Die Sonos Beam Gen 2 ist inzwischen kein Neuling mehr am Markt. Eingeführt als kompakte, wohnraumfreundliche Soundbar mit Dolby Atmos Anspruch hat sie sich schnell einen festen Platz im Premium Mittelklasse Segment gesichert. Doch Technik altert schnell. Streaming Formate entwickeln sich weiter. Konkurrenzprodukte werden aggressiver bepreist und technisch mutiger. Die spannende Frage lautet daher nicht mehr ob die Beam Gen 2 gut ist sondern ob sie 2026 noch eine empfehlenswerte Wahl darstellt.

Zeitlos statt trendgetrieben – und doch nicht ohne Fragezeichen

Auf den ersten Blick ist klar: Sonos verfolgt bei der Beam Gen 2 eine eindeutige Designphilosophie. Die Form ist bewusst zurückhaltend, die Kanten weich gerundet, das durchgängige Gitter aus fein perforiertem Kunststoff vermittelt eher einen hochwertigen Einrichtungsgegenstand als klassische Elektronik. In einem Wohnzimmer wirkt sie nicht wie ein Fremdkörper sondern wie ein organischer Teil der Einrichtung. Das ist ein Stil, der polarisiert, aber über Jahre hinweg getragen werden kann – kurzlebige Tech-Moden lassen sich so elegant ausblenden.

Sonos Beam Gen 2Die kompakte Größe ist dabei kein Kompromiss sondern ein klarer Vorteil. Anders als viele breitere Soundbars der Konkurrenz eignet sich die Beam Gen 2 problemlos für kleinere bis mittlere Fernseher und Räume. Sie verdeckt nicht den unteren Rand des Displays, sie wirkt nicht wuchtig und sie lässt sich unauffällig unter Regalen, an Sideboards oder auf Fernsehtischen platzieren ohne optisch zu dominieren.

Trotz ihres geringen Formfaktors spürt man die hochwertige Verarbeitung sofort. Die Oberfläche fühlt sich solide an, Knarzgeräusche oder scharfe Kanten gibt es nicht, und die gesamte Konstruktion wirkt so, als habe sie viele Jahre intensiver Nutzung vor sich ohne gleich alt auszusehen. In einer Welt in der viele Produkte bereits nach ein paar Saisons veraltet wirken schafft es Sonos mit diesem Design, auch Jahre nach Marktstart noch „nicht von gestern“ zu wirken.

Kritisch betrachtet ergibt sich aber auch ein kleines Aber. Gerade im Premiumsegment wo inzwischen auch andere Hersteller mutiger in Materialwahl und Formen sind kann die Sonos-Soundbar auch ein bisschen „zu brav“ wirken. Wer ein Statement setzen will ein akustisches Highlight im Raum sucht oder ein ungewöhnliches Design schätzt findet bei Konkurrenten Modelle mit auffälligeren Linienführungen und Materialmixen. Zudem setzt Sonos weiterhin nahezu ausschließlich auf Kunststoff. Zwar ist dieser sauber verarbeitet aber wer auf Aluminium-Elemente oder textilbezogene Fronten steht wird hier nicht bedient.

Minimalismus mit Konsequenzen – Komfort trifft Kompromiss

Bei der Sonos Beam Gen 2 zeigt sich ein Designprinzip das konsequent auf Reduktion setzt – und das gilt ganz klar auch für die Anschlüsse. Auf der Rückseite findet man einen HDMI Anschluss mit eARC Unterstützung sowie eine Ethernet-Buchse für kabelgebundene Netzwerkverbindungen. Das ist technisch sauber gelöst und deckt viele gängige Setups ab. Für Nutzer mit modernen Fernsehern und Streaming-Geräten ist das in der Praxis meist ausreichend.

Allerdings wirft dieser minimalistischer Ansatz auch ganz konkrete Fragen auf. Klassische Soundbars bieten heute häufig mehrere HDMI-Eingänge um etwa Spielekonsole Blu-Ray Player und Set-Top-Box parallel anzuschließen. Bei der Beam Gen 2 ist genau das nicht der Fall. Es gibt nur einen HDMI Port. Das heißt alle externen Zuspieler müssen über den Fernseher durchgeschleift werden. Das funktioniert zwar in vielen Fällen problemlos aber es bedeutet gleichzeitig Abhängigkeit von den HDMI-Fähigkeiten des Fernsehers. Besonders ältere TV-Modelle oder Modelle mit eingeschränktem eARC-Support können hier schnell zum Problem werden. Nutzer berichten in Einzelfällen von Lippensynchronisationsproblemen oder Tonartefakten bei verlustfreien Tonformaten wenn der Fernseher den eARC-Durchsatz nicht stabil handhabt.

Ein weiteres Detail das aufgefallen ist betrifft die klassische optische Tonausgabe. Sonos legt zwar einen kleinen Adapter bei mit dem man ältere Fernseher über Toslink digital anschließen kann. Das ist ein netter Zug und sorgt für Kompatibilität abwärtswärts. Gleichzeitig macht es aber klar dass man hier eigentlich ein „Notnagel-Feature“ benutzt und auf modernen Standard verzichtet. Im Jahr 2026 ist Optisch technisch gesehen ein Relikt das nur dann nötig wird wenn eARC schlicht nicht verfügbar ist. Viele Mitbewerber bieten daher weiterhin mehrere digitale Eingänge oder alternative Anschlusswege als echte Paralleloption.

Ein Punkt der regelmäßig für Diskussionen sorgt ist die Abwesenheit von Bluetooth. Sonos bleibt seiner Linie treu und verzichtet gänzlich auf diesen Funkstandard. Musik hören oder Inhalte streamen kann man ausschließlich über das heimische WLAN etwa via AirPlay 2 Spotify Connect oder direkt über die Sonos App. Für viele Sonos-Nutzer ist das kein Minuspunkt weil es konsistent ins Sonos-Ökosystem passt. Für Gelegenheitsnutzer oder Gäste ohne WLAN Zugang kann es aber Einschränkungen bedeuten, etwa wenn schnell ein YouTube-Video vom Smartphone abgespielt werden soll oder man Musik offline teilen möchte.

Schnell an Bord – aber nicht ohne Stolpersteine

Die Einrichtung der Sonos Beam Gen 2 zählt nach wie vor zu den benutzerfreundlichsten Prozessen, die man im Smart-Home-Audio-Bereich erleben kann. Schon beim ersten Einschalten signalisiert die Soundbar über ein sanftes LED-Licht und einen akustischen Hinweis Bereitschaft. Die Sonos App erkennt das neue Gerät automatisch und führt den Nutzer Schritt für Schritt durch den Setup-Prozess. Vom Verbinden mit dem eigenen WLAN bis zur Integration mit Sprachassistenten und Streamingdiensten vergehen selten mehr als wenige Minuten.

Ein großer Vorteil: Der Großteil der genannten Schritte ist selbsterklärend und durchdacht visualisiert. Die App fragt gezielt nach Berechtigungen für Mikrofonzugriff und Netzwerkfunktionen und erklärt in klarer Sprache warum diese Zugriffe notwendig sind. Ethernet-Nutzer erhalten die gleiche intuitive Führung wie WLAN-Nutzer was den Einstieg auch für technisch weniger versierte Anwender angenehm macht.

Ein echter Pluspunkt ist das Sonos-Feature Trueplay Raumakustik-Abgleich. Dabei misst die App über das Smartphone Mikrofon den Raum und errechnet eine Klangkorrektur, die den Sound an Positionen von Möbeln Wänden und Einrichtungsgegenständen ausgleicht. In der Praxis bewirkt Trueplay eine hörbare Verbesserung insbesondere bei Stimmwiedergabe und klarer Ortung von Effekten in Filmen. Der Haken dabei bleibt allerdings: Trueplay funktioniert ausschließlich mit iOS-Geräten. Android-nutzer schauen technisch zu und können diese automatische Optimierung bis heute nicht nutzen. Das ist nicht nur ein Ärgernis sondern ein echter funktionaler Nachteil im Jahr 2026, wo Android weltweit einen erheblichen Marktanteil hat.

Abseits von Trueplay bietet die Sonos App eine Reihe sinnvoller Funktionen. Die Lautstärkeregelung kann geräteübergreifend synchronisiert werden was bedeutet dass die Beam Gen 2 Lautstärke des Fernsehers und gekoppelte Sonos Lautsprecher über eine gemeinsame Steuerung reagiert. Auch Sprachassistenten lassen sich schnell einbinden und wechseln. Amazon Alexa oder Google Assistant kann man direkt in der App konfigurieren. Diese Integration läuft stabil und weitgehend reibungslos sofern entsprechende Konten vorhanden sind.

Ein weiterer Punkt der im Alltag überzeugt ist die Softwarepflege. Sonos liefert regelmäßig Firmware-Updates die neue Funktionen einführen oder bestehende verbessern. Nutzer eines Beam Gen 2 Systems aus den ersten Marktjahren berichten dass die Soundbar heute durch Software-Evolution in vielen Bereichen noch performanter wirkt als beim Kauf. Dieses langfristige Engagement ist ein echter Vorteil gegenüber vielen Konkurrenten die ihre Geräte nach kurzer Zeit „sich selbst überlassen“.

Kritisch betrachtet gibt es auch bei der App ein paar kleinere Schwächen. Die Nutzeroberfläche wirkt stellenweise etwas überladen. Menüstrukturen verstecken wichtige Optionen hinter mehreren Klicks und sehr technikunerfahrene Anwender könnten anfangs Schwierigkeiten haben bestimmte Einstellungen zu finden. Eine klarere Struktur oder kontextuelle Hilfe innerhalb der App wäre hier wünschenswert. Auch die Abhängigkeit von einem Kundenkonto kann manche Nutzer irritieren die lediglich lokal eine Soundbar betreiben möchten ohne sich registrieren zu müssen.

Überraschend erwachsener Klang für das Format

Wenn man die Sonos Beam Gen 2 das erste Mal hört fühlt man sich sofort bestätigt: Diese Soundbar spielt in einer Liga, die man von kompakten Produkten selten in dieser Form erwartet. Schon im direkten Vergleich mit vielen Mitbewerbern fällt auf wie gut ausgeglichen ihr Klangbild wirkt. Das ist kein Effekt der nur einzelne Frequenzbereiche betont sondern ein organisches Ganzes: kräftige Mitten klare Höhen und ein erstaunlich kontrollierter Bass.

Im Zentrum steht dabei stets der Mittenbereich. Stimmen – ob Dialoge im Film oder Gesang in der Musik – klingen sehr natürlich weder nasal noch künstlich hervorgehoben. Gerade hier unterscheidet sich die Beam Gen 2 von vielen Soundbars die versuchen Stimmen durch einfache Boost-Algorithmen nach vorn zu schieben und dadurch oft künstlich klingen. Bei der Beam Gen 2 sitzt jede Stimme fest im Klangbild ohne dass man permanent am Equalizer drehen möchte.

Wendet man sich dem Tiefbass zu zeigt die Soundbar, was in ihrem kompakten Gehäuse steckt. Natürlich erreicht sie keine Subwoofer-Tiefen mit Frequenzen unter 40 Hz. Doch was sie produziert ist präzise abgestimmt: Der Bass ist kein dumpfes Dröhnen sondern strukturiert und rhythmisch sauber. Das ergibt gerade bei Filmen mit actionreichen Szenen eine überzeugende Grundlage für Effekte. Wer auf noch mehr Druck steht kann jederzeit einen Sonos Sub oder Sub Mini ergänzen – doch für viele Wohnzimmer ist die vorinstallierte Bassabstimmung bereits eine gelungene Balance aus Volumen und Klarheit.

Der Hochtonbereich ist fein aufgelöst ohne zu scharf zu werden. Zischlaute bei Sprache oder Becken in Musikstücken bleiben kontrolliert und vermeiden das typische Zischen das manche Mitbewerber bei höheren Lautstärken entwickeln. Auch auf längere Hörsessions reagiert der Hochton angenehm unaufdringlich. Die Beam hier klar auf Präzision und Gelassenheit gebaut statt auf künstlichen Glanz.

Ein Thema das immer wieder diskutiert wird ist die räumliche Darstellung und insbesondere das virtuelle Dolby Atmos. Sonos verarbeitet Atmos Signale sauber und synthetisiert eine Art „Breite“ im Klang. In vielen Szenen entstehen Effekte die sich vom Bildschirm lösen und eher um den Zuhörer zu schweben scheinen als direkt aus den Lautsprechern zu kommen. Das funktioniert überraschend gut solange man zentral vor dem Fernseher sitzt. Entfernt man sich stark nach rechts oder links dann flacht die Illusion sichtbar ab. Der Grund ist simpel: Die Beam hat keine nach oben abstrahlenden Lautsprecher wie sie in teureren oder größeren Soundbars verbaut werden. Stattdessen nutzt sie phasenbasierte Techniken um Reflexionen zu simulieren.

Das bedeutet nicht dass das Ergebnis schlecht ist – im Gegenteil: Für den geringen Formfaktor entsteht eine bemerkenswert breite Bühne. Man sollte aber keine Wunder erwarten. Knackige Höhen über dem Kopf oder wirklich „umhüllende“ Effekte wie bei einem 5.1.2 Setup sind nicht realistisch. Atmos hier ist eher virtuelle Atmosphäre als physische Präsenz – und das ist zum großen Teil eine Frage der Technik nicht der Qualität.

Trotzdem bleibt die Gesamtperformance beeindruckend. Die Beam Gen 2 meistert unterschiedliche Genres von Rock über Klassik bis hin zu dialoglastigen Filmen ohne hörbare Schwächen. Rockmusik gewinnt an Drive und Präsenz, klassische Musik atmet in den Mitten und Filmen verleiht sie Gewicht ohne die Balance aus den Augen zu verlieren. Das ist eine Stärke die man sofort hört: kein Modus der künstlich alles lauter macht sondern ein Klangbild das organisch, homogen und ehrlich wirkt.

Kritisch könnte man anmerken dass ambitionierte Hörer bei sehr komplexen Filmmixes gelegentlich Details in extremen Höhen vermissen oder bei Ultra-Hochleistungstiefbass gewisse Grenzen sehen. Das ist aber kein Versagen der Beam Gen 2 sondern eher eine Frage der physikalischen Grenzen eines Kompaktgehäuses.

Dolby Atmos – Virtuelle Höhe statt physischer Effekte

Dolby Atmos ist eines der großen Verkaufsargumente der Sonos Beam Gen 2 und gleichzeitig der Bereich, in dem Erwartung und Realität besonders sauber voneinander getrennt werden müssen. Technisch unterstützt die Soundbar Dolby Atmos über HDMI eARC, was bedeutet, dass sie objektbasierte Tonspuren korrekt entgegennimmt und verarbeitet. Die entscheidende Frage lautet jedoch nicht ob Atmos unterstützt wird, sondern wie es umgesetzt ist.

Im Unterschied zu größeren und teureren Soundbars verzichtet Sonos bei der Beam Gen 2 vollständig auf nach oben abstrahlende Lautsprecher. Stattdessen setzt das System auf virtuelle Atmos Verarbeitung, also psychoakustische Algorithmen, die über Laufzeitverschiebungen, Phasenmanipulation und Frequenzverteilung versuchen, räumliche Effekte zu simulieren. Das Ziel ist klar: ein breiteres und tieferes Klangfeld ohne zusätzliche Treiber oder größere Gehäuse.

In der Praxis funktioniert dieser Ansatz überraschend gut – allerdings mit klaren Grenzen. Die Beam Gen 2 erzeugt ein deutlich luftigeres und offeneres Klangbild als herkömmliche Stereo Soundbars. Effekte lösen sich hörbar vom Bildschirm, seitliche Geräusche werden glaubwürdig platziert und es entsteht ein angenehmes Raumgefühl, das gerade bei Serien, Streaming Filmen und Spielen sofort auffällt. Regen, Wind, Umgebungsgeräusche oder Hallräume wirken größer und weniger flach als ohne Atmos.

Was die Beam Gen 2 jedoch nicht leisten kann, ist eine echte Höhenabbildung. Geräusche kommen nicht klar von oben, sondern eher aus einem erweiterten Raum vor und neben dem Hörer. Das ist kein Mangel in der Umsetzung, sondern eine Folge der fehlenden physischen Treiber. Wer schon einmal eine Soundbar mit echten Upfiring Speakern oder ein 5.1.2 Setup gehört hat, wird den Unterschied sofort erkennen. Die Beam Gen 2 vermittelt Atmosphäre, aber keine akustische Decke.

Hinzu kommt, dass der Atmos Effekt stark von der Sitzposition abhängt. Direkt vor dem Fernseher sitzend wirkt die virtuelle Bühne am überzeugendsten. Seitliche Sitzpositionen oder offene Raumkonzepte schwächen den Effekt spürbar ab. Auch Raumhöhe und Möblierung spielen eine Rolle. In niedrigen, eher geschlossenen Räumen funktioniert die Illusion besser als in sehr hohen oder offenen Wohnlandschaften.

Positiv fällt auf, dass Sonos Atmos nicht aggressiv einsetzt. Es gibt kein künstliches Aufblasen des Sounds, keine übertriebenen Effekte und keine ermüdende Räumlichkeit. Stattdessen bleibt das Klangbild stets ausgewogen und kontrolliert. Das macht die Beam Gen 2 besonders angenehm für längere Filmabende oder Serienmarathons, auch wenn man den Effekt nicht ständig bewusst wahrnimmt.

Wichtig ist außerdem die technische Voraussetzung: Um Dolby Atmos überhaupt nutzen zu können, wird ein Fernseher mit HDMI eARC benötigt, der Atmos Signale korrekt an die Soundbar weiterleitet. Über optische Anschlüsse ist Atmos grundsätzlich nicht möglich. In solchen Setups reduziert sich der Vorteil der Beam Gen 2 deutlich, da sie dann klanglich näher an klassische Dolby Digital Soundbars heranrückt.

Flexibel ausbaubar – aber nur innerhalb klarer Grenzen

Ein zentraler Bestandteil der Sonos Philosophie ist die modulare Erweiterbarkeit, und genau hier spielt die Beam Gen 2 eine ihrer größten Stärken aus. Als Standalone-Soundbar konzipiert funktioniert sie bereits überzeugend, lässt sich aber jederzeit zu einem vollwertigen Surround Setup ausbauen. Über die Sonos App können kabellose Rear Speaker sowie ein Sonos Sub oder Sub Mini nahtlos ergänzt werden. Diese Komponenten synchronisieren sich stabil im Netzwerk, Einmessung und Lautstärkeregelung erfolgen weitgehend automatisch und ohne zusätzliche Hardware wie Receiver oder AV-Verstärker.

Gerade dieser niedrige Einstieg ist attraktiv: Man beginnt mit einer kompakten Soundbar und kann das System später schrittweise erweitern, wenn Budget oder Wohnsituation es erlauben. Die Erweiterung fühlt sich organisch an und lässt dem Nutzer Raum für spätere Upgrades.

Ein weiteres modernes Beispiel für die Stärke des Sonos Ökosystems ist die Integration mit Sonos Ace Kopfhörern und der TV Audio Swap Funktion. Dank eines Software-Updates unterstützt die Beam Gen 2 inzwischen TV Audio Swap, mit dem der Ton vom Fernseher direkt auf kompatible Sonos Ace Kopfhörer übertragen werden kann. Das funktioniert über WLAN und erlaubt es, den TV-Ton kabellos und latenzarm an die Kopfhörer zu senden, ohne den Fernseher stumm zu schalten oder zusätzliche Verkabelung vorzunehmen. Die Einrichtung läuft über die Sonos App und ist sowohl mit iOS als auch Android möglich. Bis zu zwei Ace Headsets können an einer TV Audio Swap-Sitzung teilnehmen, was besonders für Haushaltssituationen attraktiv ist in denen man Filme oder Serien hören möchte ohne andere zu stören – etwa spätabends oder bei Hintergrundlärm im Raum .

Gleichzeitig bringt diese Flexibilität aber eine klare Einschränkung mit sich: Die Erweiterbarkeit ist ausschließlich innerhalb des Sonos Ökosystems möglich. Fremdlautsprecher oder alternative Subwoofer lassen sich nicht integrieren. Wer sich für Sonos entscheidet, entscheidet sich langfristig für Sonos – inklusive der entsprechenden Preisstruktur und des geschlossen-integrierten Systems. Besonders beim Ausbau zu einem vollständigen Surround System oder beim Hinzufügen von Premium-Features wie TV Audio Swap nähert man sich schnell Preisregionen, in denen Komplettlösungen anderer Hersteller mehr Hardware und teilweise stärkere Atmos-Effekte bieten.

Fazit: Reif statt revolutionär und genau deshalb noch relevant

Die Sonos Beam Gen 2 ist auch im Jahr 2026 keine Soundbar, die mit spektakulären Neuerungen oder aggressiver Feature-Liste auf sich aufmerksam macht. Ihre Stärke liegt vielmehr in der Reife des Gesamtkonzepts. Klanglich überzeugt sie mit ausgewogener Abstimmung hervorragender Sprachverständlichkeit und einem für ihre Größe erstaunlich erwachsenen Bassfundament. Gerade im Alltag zeigt sich wie gut Sonos die Balance zwischen Filmton Musik und TV-Sound getroffen hat.

Die virtuelle Dolby-Atmos-Umsetzung liefert spürbare räumliche Weite ohne physische Höheneffekte zu versprechen. Wer hier mit realistischen Erwartungen herangeht bekommt ein sauberes hörbares Upgrade gegenüber klassischem Stereo oder einfachem Surround. In Kombination mit der sehr stabilen App der einfachen Einrichtung und der langfristigen Softwarepflege entsteht ein Nutzungserlebnis das über Jahre hinweg trägt.

Einschränkungen bleiben dennoch bestehen. Die Anschlussvielfalt ist minimal Bluetooth fehlt weiterhin und Trueplay bleibt iOS-Nutzern vorbehalten. Auch die modulare Erweiterbarkeit ist an das geschlossene Sonos Ökosystem gebunden was preislich nicht immer die günstigste Lösung darstellt. Gleichzeitig zeigt gerade diese enge Integration mit Funktionen wie TV Audio Swap wie konsequent Sonos sein System weiterentwickelt.

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Test

Sonos Beam Gen 2

8 Punkte

Die Sonos Beam Gen 2 überzeugt auch 2026 mit ausgewogenem Klang exzellenter Sprachverständlichkeit und vorbildlicher App. Einschränkungen bei Anschlüssen, Bluetooth und echtem Atmos bleiben bestehen machen sie aber nicht weniger attraktiv für kleinere Räume.

Fazit

  • Klangqualität 9
  • Design & Verarbeitung 9
  • Funktionalität & Ausstattung 7
  • Bedienung & App 7
  • Preis/Leistung (2026) 8
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