OPPO Reno16 Pro 5G im Test: Schönling mit ernsthaften Ambitionen

Das Reno16 Pro 5G ist eines der spannendsten Reno Modelle seit Jahren, doch ausgerechnet OPPO selbst stellt ihm mit dem Find X9 die härteste Alternative daneben.

Manchmal ist ein Smartphone im Test nicht deshalb schwierig, weil es schlecht ist. Sondern weil man sich ehrlich fragen muss, wie man es überhaupt fair einordnet. Genau so ging es uns beim OPPO Reno16 Pro 5G. Auf der einen Seite steht hier ein Gerät, das sofort Interesse weckt: auffälliges Design, starke Kamera Ausstattung, sehr gute Frontkamera, schnelles Laden, viel Speicher und ein Format, das im Alltag angenehm handlich bleibt. Auf der anderen Seite steht aber ein Preisumfeld, das dem Reno16 Pro das Leben ziemlich schwer macht.

Denn OPPO hat aktuell ein kleines Luxusproblem im eigenen Portfolio. Der Vorgänger ist weiterhin stark, in vielen Bereichen gar nicht so weit weg und für Besitzerinnen und Besitzer eines Reno15 Pro sicher kein Grund zur Panik. Gleichzeitig steht mit dem OPPO Find X9 ein echtes Flaggschiff im Raum, das direkt bei OPPO aktuell für 799 Euroangeboten wird. Und spätestens dann wird aus einem normalen Testbericht eine ziemlich spannende Grundsatzfrage: Wie gut muss ein Reno sein, damit es neben einem so aggressiv bepreisten Find X9 trotzdem Sinn ergibt?

Genau mit diesem Gedanken sind wir an das Reno16 Pro 5G herangegangen. Nicht als klassisches Mittelklasse Smartphone, nicht als vollwertiges Flaggschiff und auch nicht als reines Lifestyle Gerät. Sondern als Smartphone, das irgendwo dazwischen sitzt und beweisen muss, dass sein eigener Charakter mehr zählt als die nüchterne Preis Leistungs Rechnung. Denn auf dem Papier liest sich das Paket durchaus selbstbewusst: 200 Megapixel Hauptkamera, 50 Megapixel Ultraweitwinkel, 50 Megapixel Telekamera, 50 Megapixel Frontkamera, 6,32 Zoll AMOLED Display mit bis zu 144 Hertz, 12 GB RAM, 512 GB Speicher, Dimensity 8550 SUPER, 6000 mAh Akku und 80 Watt SUPERVOOC.

Die Frage ist also nicht, ob das OPPO Reno16 Pro 5G ein interessantes Smartphone ist. Das ist es ziemlich eindeutig. Die spannendere Frage lautet: Ist es interessant genug, um sich gegen den eigenen Vorgänger und vor allem gegen das aktuell extrem attraktive Find X9 zu behaupten?

Auffallen ohne komplett abzudrehen

Optisch gehört das Reno16 Pro 5G zu den Smartphones, die man nicht lange erklären muss. In Pop White ist es fast schon ein kleines Statement Gerät. Die Rückseite spielt mit einem 3D Effekt, Lichtreflexen und einem sehr eigenen Look, der je nach Lichteinfall zwischen elegant, verspielt und ein wenig überinszeniert schwankt. Mir persönlich gefällt, dass OPPO überhaupt wieder versucht, ein Smartphone nicht einfach nur als matten Glasziegel zu verkaufen. Gleichzeitig wird genau dieses Design polarisieren. Wer es möglichst zurückhaltend mag, greift wohl eher zu Starlight Black.

Oppo Reno16 Pro 5GIn der Hand liegt das Gerät angenehm kompakt. Das liegt nicht nur an der Displaydiagonale von 6,32 Zoll, sondern auch an der Breite von rund 72,42 Millimetern. Viele moderne Smartphones sind inzwischen so groß geworden, dass man sie zwar gerne als Entertainment Maschinen nutzt, aber im Alltag doch immer wieder umgreifen muss. Das Reno16 Pro 5G fühlt sich dagegen handlicher an, ohne klein zu wirken. Mit rund 185 bis 188 Gramm bleibt es außerdem angenehm tragbar.

Die Verarbeitung wirkt hochwertig. Der Rahmen sitzt sauber, die Tasten haben einen ordentlichen Druckpunkt und die Rückseite vermittelt nicht den Eindruck eines günstigeren Modells. Natürlich ist das kein Luxusgefühl wie bei einem OPPO Find X9 Ultra oder einem iPhone Pro Max, aber im normalen Alltag ist das Reno16 Pro 5G näher an der Oberklasse als an klassischer Mittelklasse.

Ein großer Pluspunkt ist der Schutz gegen Staub und Wasser. Offiziell wird im europäischen Ökodesign Bereich IP68ausgewiesen, OPPO verweist zusätzlich auf Prüfungen bis IP69K. Praktisch bedeutet das: Regen, Spritzwasser, ein Missgeschick am Pool oder ein sehr nasser Festivalabend sollten dem Gerät weniger Sorgen bereiten als vielen Konkurrenten. Salzwasser und unnötige Experimente bleiben trotzdem eine schlechte Idee, aber das gilt für jedes Smartphone.

Klein genug für die Hand, gut genug fürs Auge

Das AMOLED Display gehört zu den stärkeren Argumenten des Reno16 Pro 5G. Die Auflösung von 2640 × 1216 Pixelnist mehr als ausreichend scharf, die Pixeldichte liegt bei 460 ppi, Farben wirken kräftig, ohne komplett überdreht zu sein, und die maximale Bildwiederholrate von 144 Hertz gibt dem Gerät eine angenehm flüssige Anmutung. Wichtig ist allerdings: Die 144 Hertz stehen nicht überall dauerhaft zur Verfügung, sondern nur in bestimmten Szenarien. Im Alltag bewegt man sich meist darunter, was aber kaum stört.

Beim Scrollen durch Webseiten, Social Media Feeds oder längere Chats wirkt das Gerät sehr geschmeidig. Gerade ColorOS profitiert davon, weil OPPOs Oberfläche ohnehin auf weiche Animationen setzt. Das Display ist hell genug für die meisten Alltagssituationen. Mit typischen 600 Nits und bis zu 1800 Nits im HBM Modus kommt man auch im Freien gut zurecht, solange nicht gerade die pralle Mittagssonne direkt auf das Panel knallt.

Was mir gefällt: Das Reno16 Pro 5G fühlt sich nicht wie ein Gerät an, das nur über Größe beeindrucken will. Viele Hersteller bauen inzwischen riesige Panels in Geräte, die dann zwar beeindruckend wirken, aber in der Hosentasche und mit einer Hand schnell nerven. OPPO findet hier einen angenehmen Kompromiss. Serien schauen, Fotos bearbeiten, Nachrichten schreiben, Kamera bedienen, alles funktioniert komfortabel. Für absolute Gaming Fans oder Filmjunkies mag ein größeres Display attraktiver sein, für den Alltag ist diese Größe fast ideal.

Schnell, aber nicht kompromisslos

Im Inneren arbeitet der MediaTek Dimensity 8550 SUPER mit einer ARM G720 MC8 GPU. Dazu kommen 12 GB LPDDR5X RAM und 512 GB UFS 3.1 Speicher. Das klingt nicht nur gut, es fühlt sich auch so an. Apps starten schnell, Multitasking läuft problemlos, große Fotogalerien lassen sich flüssig durchscrollen und auch das schnelle Wechseln zwischen Kamera, Messenger, Browser und Social Apps bringt das Reno16 Pro 5G nicht aus der Ruhe.

Man sollte das Gerät aber realistisch einordnen. Der Dimensity 8550 SUPER ist kein extremer High End Chip, der Snapdragon Spitzenmodellen oder Apples Pro Chips in jeder Disziplin davonläuft. Wer stundenlang grafikintensive Spiele auf maximalen Details spielt, wird irgendwann merken, dass OPPO hier eher auf Effizienz, Alltagstempo und thermische Stabilität setzt als auf maximale rohe Leistung. Genau das passt aber zum Charakter des Geräts.

Im normalen Alltag wirkt das Reno16 Pro 5G absolut souverän. Foto Bearbeitung, kurze Videos, Navigation, Streaming, Mail, Social Media und gelegentliches Gaming sind kein Problem. Auch längere Sessions bringen das Gerät nicht sofort ins Schwitzen. OPPO spricht beim Pro Modell von einer verbesserten Kühlung, und tatsächlich fühlt sich das Gerät eher kontrolliert als hektisch an. Es wird warm, aber nicht unangenehm heiß.

Kritisch bleibt der Speicher. 512 GB sind großzügig, keine Frage. Eine Speicherkarte wird aber nicht unterstützt. Wer sehr viel in 4K filmt, viele Fotos macht oder große Spiele installiert, sollte also mit dem vorhandenen Speicher haushalten. Für die meisten Nutzerinnen und Nutzer ist das aber eher ein theoretisches Problem.

Kamera: Viermal viel Auflösung, aber nicht viermal Flaggschiff

Die Kamera ist der eigentliche Kern dieses Smartphones. OPPO verbaut hinten eine 200 Megapixel Hauptkamera mit optischer Stabilisierung, eine 50 Megapixel Ultraweitwinkelkamera mit Autofokus und eine 50 Megapixel Telekamera mit optischer Stabilisierung. Vorne sitzt ebenfalls eine 50 Megapixel Kamera mit Autofokus und einem weiten Sichtfeld von 100 Grad. Das ist in dieser Preisklasse ungewöhnlich konsequent.

Die Hauptkamera liefert bei gutem Licht sehr detailreiche, lebendige Fotos. OPPO stimmt die Bilder eher gefällig ab. Farben wirken kräftig, Kontraste sitzen oft etwas knackiger, Hauttöne bleiben aber meistens angenehm. Wer absolut natürliche, zurückhaltende Bildverarbeitung sucht, wird bei manchen Motiven vielleicht ein wenig weniger Nachschärfung und weniger Sättigung wollen. Für die Zielgruppe des Reno16 Pro 5G ist die Abstimmung aber ziemlich treffend. Die Fotos sind schnell fertig zum Teilen.

Spannend ist die Telekamera. Viele Smartphones in diesem Bereich sparen beim Zoom oder ersetzen eine echte Telelösung durch Digital Cropping. OPPO geht hier den besseren Weg. Das Teleobjektiv bringt sichtbaren Mehrwert bei Porträts, Details, Architektur und Szenen, bei denen man nicht näher herangehen kann oder will. Die Bildqualität erreicht nicht ganz das Niveau der Hauptkamera, besonders bei wenig Licht, aber sie ist deutlich nützlicher als eine Alibi Linse.

Auch das Ultraweitwinkel überzeugt mehr als erwartet. Der Autofokus ist wichtig, weil dadurch nicht nur Landschaften und Gruppenfotos besser gelingen, sondern auch nähere Motive flexibler eingefangen werden können. Trotzdem sieht man bei schwierigen Lichtverhältnissen, dass die Sensoren abseits der Hauptkamera kleiner sind. Details werden weicher, Ränder verlieren etwas an Klarheit und nachts muss die Software stärker eingreifen.

Die Frontkamera ist fast schon das heimliche Highlight. 50 Megapixel, Autofokus und ein weites Sichtfeld machen sie für Selfies, Gruppenbilder, Reels, Vlogs und Videocalls deutlich besser als viele klassische Frontkameras. Gerade wer regelmäßig sich selbst filmt, merkt den Unterschied sofort. Das Bild ist scharf, der Fokus sitzt zuverlässiger und man muss den Arm nicht unnatürlich weit ausstrecken, um mehrere Personen ins Bild zu bekommen.

OPPOs Kamera App ist voll mit Modi, Filtern und kreativen Funktionen. POP Cam, Collage Effekte, AI Remix Collage und die vielen Stiloptionen sind nicht unbedingt etwas für Puristen, aber sie passen sehr gut zur Reno DNA. Das Smartphone will nicht nur aufnehmen, sondern gleich beim Gestalten helfen. Man kann das belächeln, aber im Alltag sind diese Funktionen oft näher an der Realität vieler Nutzerinnen und Nutzer als ein komplizierter Pro Modus, den am Ende kaum jemand öffnet.

Stark bei Video im Alltag und Social Media, weniger für Profis

Beim Video liefert das Reno16 Pro 5G viel von dem, was man heute erwartet. Die Hauptkamera nimmt 4K mit 60 Bildern pro Sekunde auf, auch die Frontkamera unterstützt 4K Video mit 60 Bildern pro Sekunde. Dazu kommen Stabilisierung, Dual View Video, HDR Video und Zoom Aufnahmen. Besonders praktisch ist die Möglichkeit, vorne und hinten gleichzeitig aufzunehmen. Für Reaktionen, Vlogs, Event Eindrücke oder kurze Social Clips ist das extrem nützlich.

Die Stabilisierung arbeitet ordentlich. Bewegungen werden sichtbar beruhigt, Gehen wirkt weniger hektisch, kurze Clips aus der Hand gelingen zuverlässig. Auch OPPOs Fokus auf Auto Straighten Video passt gut zur Zielgruppe. Wer viel spontan filmt, hält das Smartphone nicht immer perfekt gerade. Software, die das automatisch korrigiert, ist im Alltag oft hilfreicher als ein weiteres theoretisches Kamera Feature auf dem Datenblatt.

Trotzdem gibt es Grenzen. Wer professionell filmt, Log Profile, sehr hohe Bitraten, 4K mit 120 Bildern pro Sekunde oder besonders umfangreiche manuelle Kontrolle erwartet, wird beim Reno16 Pro 5G nicht vollständig glücklich. Das Gerät ist stark für Creator Alltag, Urlaub, Events, Familienvideos und Social Media. Es ist aber kein Ersatz für ein echtes Video Flaggschiff.

OPPO bleibt beim Akku und Laden angenehm pragmatisch

Der Akku ist in Österreich mit 6000 mAh angegeben. Das ist für ein Gerät dieser Größe sehr ordentlich. In der Praxis sollte das Reno16 Pro 5G problemlos durch einen langen Tag kommen, selbst wenn man viel fotografiert, streamt, chattet und navigiert. Bei moderater Nutzung ist auch mehr drin. OPPOs Stärke ist dabei nicht nur die Kapazität, sondern vor allem das Gefühl, sich um den Akku weniger kümmern zu müssen.

Das liegt an 80 Watt SUPERVOOC. Schnellladen ist bei OPPO seit Jahren ein Markenzeichen, und auch hier ist es im Alltag ein echter Komfortgewinn. Kurz anstecken, Kaffee machen, Tasche packen und schon ist wieder genug Energie für viele Stunden vorhanden. Wer einmal länger mit solchen Ladegeschwindigkeiten gelebt hat, tut sich schwer, zu trägeren Systemen zurückzugehen.

Schade ist nur: Kabelloses Laden fehlt. Bei einem Smartphone, das regulär in Richtung gehobener Oberklasse spielt, darf man das durchaus kritisieren. Natürlich lädt SUPERVOOC per Kabel viel schneller als die meisten Wireless Lösungen, aber viele Nutzerinnen und Nutzer haben inzwischen Ladepads am Schreibtisch, am Nachttisch oder im Auto. Gerade bei einem hochwertig positionierten Pro Modell wäre Wireless Charging ein schöner Komfortpunkt gewesen.

ColorOS 16 ist erwachsen geworden

Das Reno16 Pro 5G läuft mit ColorOS 16.0. OPPOs Oberfläche hat in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung hingelegt. Früher wirkte ColorOS stellenweise etwas verspielt, manchmal auch überladen. Inzwischen ist die Oberfläche deutlich reifer, flüssiger und besser strukturiert. Sie bleibt optisch eigenständig, aber sie drängt sich nicht mehr so stark in den Vordergrund.

Animationen laufen weich, Einstellungen sind logisch sortiert, Benachrichtigungen funktionieren zuverlässig und die vielen Komfortfunktionen machen im Alltag tatsächlich Sinn. Dazu gehören KI Werkzeuge für Übersetzungen, Texterkennung, Zusammenfassungen, Schreibvorschläge und Bildfunktionen. Nicht alles davon braucht man täglich, aber einiges ist praktisch. Besonders Übersetzung und Texterkennung sind Funktionen, die man erst dann wirklich schätzt, wenn man unterwegs vor einer Speisekarte, einem Schild oder einem Dokument steht.

Interessant ist auch OPPOs stärkere Verzahnung mit anderen Geräten. O Plus Connect macht das Teilen zwischen Smartphone und Computer angenehmer, auch wenn Apple Nutzerinnen und Nutzer natürlich weiterhin in einem geschlosseneren Ökosystem besser bedient sind. Wer ein MacBook nutzt, bekommt trotzdem mehr Komfort als früher. Dateien, Zwischenablage und Steuerung zwischen Geräten funktionieren inzwischen erstaunlich ordentlich.

Kritik gibt es vor allem bei vorinstallierten Apps und gelegentlichen Empfehlungen. OPPO ist hier besser geworden, aber komplett sauber fühlt sich das System nicht immer an. Bei einem günstigen Gerät würde man eher darüber hinwegsehen. Bei einem Smartphone mit Pro Anspruch sollte die Software ab Werk möglichst aufgeräumt sein.

Das Reno16 Pro 5G trifft einen Nerv

Was im Test besonders hängen bleibt, ist die Alltagstauglichkeit. Das Reno16 Pro 5G ist kein Smartphone, das nur mit einem einzelnen Extremwert glänzt. Es ist nicht das schnellste Gerät seiner Klasse, nicht das beste Kamera Smartphone am Markt, nicht das günstigste Angebot und auch nicht das kompromissloseste Arbeitsgerät. Aber es kombiniert viele Dinge auf eine Weise, die erstaunlich rund wirkt.

Die Größe ist angenehm. Das Display ist stark. Die Kameras sind vielseitig. Die Frontkamera ist deutlich überdurchschnittlich. Der Akku hält lange. Das Laden ist schnell. Die Software wirkt flüssig. Das Design fällt auf. Genau diese Mischung macht das Reno16 Pro 5G interessant. Es ist ein Smartphone, das weniger für Datenblatt Fetischisten gemacht ist, sondern für Menschen, die mit ihrem Gerät viel machen und dabei möglichst wenig nachdenken wollen.

Gerade im Vergleich zu manchen klassischen Flaggschiff Killern wirkt das OPPO weniger nüchtern. Xiaomi, Honor, Nothing oder Samsung liefern in dieser Preisklasse teils starke Alternativen, manchmal mit mehr Leistung, manchmal mit besserem Update Ruf, manchmal mit aggressiveren Preisen. OPPO setzt dagegen stärker auf Kamera Erlebnis, Selfies, Video, Design und Ladegeschwindigkeit. Das ist keine schlechte Strategie, aber sie funktioniert nur, wenn der Preis stimmt.

Vergleich zum Vorgänger: Evolution statt kompletter Neustart

Im direkten Vergleich zum OPPO Reno15 Pro 5G (zum Test) wirkt das Reno16 Pro 5G weniger wie ein radikaler Neustart, sondern eher wie eine gezielte Verfeinerung. OPPO hat nicht alles umgeworfen, sondern an den richtigen Stellen nachgeschärft. Das merkt man schon beim Format. Beide Geräte setzen auf ein angenehm handliches 6,32 Zoll AMOLED Display, beide liegen vergleichsweise kompakt in der Hand und beide verfolgen denselben Grundgedanken: Ein Reno Pro soll nicht das größte Smartphone in der Tasche sein, sondern eines, das man gerne täglich nutzt.

Der sichtbarste Unterschied liegt beim Display und bei der Performance. Während das Reno15 Pro 5G noch mit maximal 120 Hertz unterwegs war, geht das Reno16 Pro 5G auf bis zu 144 Hertz, allerdings nur in ausgewählten Szenarien. Das klingt auf dem Datenblatt größer, als es im Alltag immer spürbar ist. Ja, das Reno16 Pro fühlt sich noch einmal eine Spur flüssiger an, aber wer vom Reno15 Pro kommt, wird nicht plötzlich glauben, ein völlig anderes Smartphone in der Hand zu haben.

Der Wechsel vom MediaTek Dimensity 8450 auf den Dimensity 8550 SUPER ist ebenfalls ein klassisches Generationen Upgrade. Etwas mehr Luft bei Leistung, Grafik und Effizienz, aber kein Sprung in eine komplett neue Geräteklasse. Im Alltag dürfte man den Unterschied vor allem dann spüren, wenn viele Apps parallel laufen, wenn man länger spielt oder wenn die Kamera und KI Funktionen stärker gefordert werden. Für normales Messaging, Social Media, Streaming und Fotografie ist aber schon der Vorgänger weiterhin schnell genug.

Bei der Kamera bleibt OPPO seiner Linie treu. Schon das Reno15 Pro war mit 200 Megapixel Hauptkamera, 50 Megapixel Ultraweitwinkel, 50 Megapixel Telekamera und 50 Megapixel Frontkamera auffällig stark aufgestellt. Das Reno16 Pro übernimmt diesen Creator Fokus und wirkt in der Bildverarbeitung etwas reifer. Fotos sehen schneller fertig aus, Porträts profitieren von OPPOs Erfahrung bei Hauttönen und Freistellung, und die Video Funktionen fühlen sich im Alltag runder an. Das ist aber eher Feinschliff als Revolution.

Interessant wird es beim Akku. Auf dem globalen Datenblatt stehen beim Reno16 Pro teils andere Werte, in Österreich ist das Gerät jedoch mit 6000 mAh gelistet. Das Reno15 Pro wurde mit 6200 mAh geführt. In der Praxis dürfte die Laufzeit trotzdem auf einem sehr ähnlichen Niveau liegen, weil Chipsatz, Software und Energiemanagement ebenfalls eine Rolle spielen. Ein klarer Akkusprung ist das Reno16 Pro in unserem Markt aber nicht.

Genau deshalb würde ich Besitzerinnen und Besitzern eines Reno15 Pro eher zum Abwarten raten. Wer vom Reno13 Pro oder älter kommt, merkt das Upgrade deutlich stärker. Wer hingegen bereits das Reno15 Pro nutzt, sollte nur wechseln, wenn Design, neue Software Feinheiten, die etwas höhere Displayrate und die aktualisierte Performance wirklich reizen.

Vergleich zum OPPO Find X9: Wenn Reno auf echtes Flaggschiff trifft

Spannender ist fast der Blick nach oben, denn mit dem OPPO Find X9 steht im eigenen Haus eine Alternative bereit, die das Reno16 Pro 5G ziemlich direkt unter Druck setzt. Das Find X9 ist kein Lifestyle Ableger, sondern ein echtes Find Modell. Und das merkt man. Während das Reno16 Pro vor allem als Creator Smartphone mit starkem Selfie Fokus, auffälligem Design und schnellem Laden überzeugt, ist das Find X9 technisch breiter und erwachsener aufgestellt.

Der größte Unterschied liegt bei der Plattform. Im Reno16 Pro arbeitet der Dimensity 8550 SUPER, im Find X9 steckt der deutlich stärkere Dimensity 9500. Das ist nicht nur für Benchmarks relevant. Wer viele Fotos bearbeitet, längere Videos schneidet, aufwendige Spiele spielt oder sein Smartphone über mehrere Jahre intensiv nutzen will, bekommt beim Find X9 mehr Reserven. Das Reno16 Pro ist schnell genug für fast alles, aber das Find X9 fühlt sich eher nach Oberklasse mit Zukunftspuffer an.

Auch bei Akku und Laden hat das Find X9 einen klaren Vorteil. Der 7025 mAh Akku ist deutlich größer, gleichzeitig gibt es neben 80 Watt SUPERVOOC auch 50 Watt kabelloses AIRVOOC Laden. Genau das fehlt dem Reno16 Pro und genau hier wird der Preisvergleich unangenehm. Denn sobald das Reno16 Pro nahe an die Preisregion eines Find X9 rückt, wirkt der Verzicht auf Wireless Charging schwerer. Im Alltag ist das kein Drama, weil OPPO per Kabel extrem schnell lädt. Aber in dieser Geräteklasse ist kabelloses Laden schlicht ein Komfortmerkmal, das man erwarten darf.

Bei der Kamera ist der Vergleich differenzierter. Das Reno16 Pro setzt mit seiner 200 Megapixel Hauptkamera und der starken 50 Megapixel Frontkamera sehr klar auf Social Media, Porträts und schnelle Ergebnisse. Das Find X9 geht mit seinem Hasselblad Kamera System stärker in Richtung klassisches Flaggschiff. Die Hauptkamera nutzt nominell weniger Megapixel, setzt aber auf eine hochwertigere Abstimmung, mehr fotografische Kontrolle und eine insgesamt rundere Kamera Plattform. Dazu kommt eine stärkere Video Ausstattung, unter anderem mit mehr Reserven für ambitionierte Nutzerinnen und Nutzer.

Das Reno16 Pro hat dennoch seine Berechtigung. Es ist leichter, handlicher, verspielter und vermutlich für viele Nutzerinnen und Nutzer emotionaler. Gerade die Frontkamera, der kompakte Formfaktor und der Reno typische Look sprechen eine andere Zielgruppe an als das sachlichere, technisch überlegene Find X9. Wer hauptsächlich Selfies, Reels, Event Eindrücke und Alltagsfotos macht, wird mit dem Reno16 Pro sehr glücklich. Wer aber das bessere Gesamtpaket sucht, bekommt beim Find X9 mehr Smartphone fürs Geld, sofern der Preisabstand nicht zu groß ist.

Preis: Das eigentliche Problem sitzt im eigenen OPPO Regal

Und genau beim Preis muss man ehrlich sein. Das Reno16 Pro 5G ist technisch stark, aber seine Einordnung wird durch das aktuelle OPPO Portfolio kompliziert. Für sich allein betrachtet liefert es viel: großes Speicherpaket, starke Kameras, sehr gutes Display, schnelles Laden und auffälliges Design. In einem luftleeren Raum wäre das ein ziemlich überzeugendes Oberklasse Paket.

Nur existiert dieser luftleere Raum nicht. Aktuell wird das OPPO Find X9 direkt bei OPPO für 799 Euro angeboten. Damit kostet ein echtes Find Modell plötzlich so wenig, dass das Reno16 Pro 5G preislich unter massiven Druck gerät. Denn rational betrachtet bietet das Find X9 in vielen Bereichen mehr: stärkere Plattform, größerer Akku, kabelloses Laden, hochwertigeres Kamera System und insgesamt mehr Flaggschiff Gefühl.

Das bedeutet nicht, dass das Reno16 Pro 5G plötzlich ein schlechtes Smartphone wäre. Ganz im Gegenteil. Es ist ein sehr gutes Gerät. Aber es braucht den richtigen Preis. Bei einem Bereich um 650 bis 699 Euro wäre die Argumentation sofort deutlich einfacher. Dann könnte man sagen: Wer ein leichteres, kompakteres, kreativ ausgerichtetes Smartphone mit starker Selfie Kamera sucht, bekommt hier ein tolles Paket. Sobald das Reno16 Pro aber nah am Find X9 liegt oder sogar darüber, wird es schwierig.

OPPO macht sich mit dem Find X9 Angebot also selbst Konkurrenz. Für Käuferinnen und Käufer ist das natürlich gut. Für das Reno16 Pro 5G bedeutet es aber: Es muss sich über Charakter, Design, Selfie Kamera und Alltagssympathie verkaufen. Rein rational führt bei 799 Euro derzeit kaum ein Weg am Find X9 vorbei.

Kaufempfehlung: Reno16 Pro, Vorgänger oder doch Find X9?

Die Empfehlung hängt stark vom Preis ab. Zum vollen Preis ist das OPPO Reno16 Pro 5G schwerer zu verteidigen, weil es intern vom Find X9 bedrängt wird. Sobald der Abstand zum Find X9 klein ist, würde ich klar zum Find X9 greifen. Es bietet mehr Leistung, den größeren Akku, kabelloses Laden, die hochwertigere Kamera Plattform und die besseren Reserven für die nächsten Jahre. Das ist dann schlicht das komplettere Smartphone.

Gegenüber dem Reno15 Pro ist die Lage anders. Wer noch kein Reno besitzt und zwischen beiden Modellen wählen muss, sollte zum Reno16 Pro greifen, sofern der Preisunterschied überschaubar bleibt. Es ist das frischere Gerät, hat die modernere Plattform, das flüssigere Display und die aktuellere Abstimmung. Wer aber bereits ein Reno15 Pro nutzt, muss nicht nervös werden. Der Vorgänger ist noch immer stark, besonders bei Kamera, Display, Akku und Ladegeschwindigkeit. Ein Wechsel lohnt sich hier nur für Technik Fans oder dann, wenn ein sehr gutes Eintausch oder Bundle Angebot winkt.

Die rundeste Empfehlung lautet daher: Das Reno16 Pro 5G ist die richtige Wahl für alle, die ein kompaktes, auffälliges und sehr gutes Creator Smartphone suchen und es zu einem attraktiven Aktionspreis bekommen. Das Reno15 Pro bleibt für Besitzerinnen und Besitzer weiterhin absolut ausreichend. Das Find X9 ist die bessere Alternative für alle, die weniger Lifestyle und mehr Flaggschiff wollen. Bei 799 Euro direkt bei OPPO würde ich persönlich klar zum Find X9 greifen. Das Reno16 Pro wird erst dann zur vernünftigeren Wahl, wenn es spürbar günstiger angeboten wird.

Fazit: Ein starkes Creator Smartphone mit hausgemachtem Preisproblem

Das OPPO Reno16 Pro 5G ist eines der spannendsten Reno Modelle seit langer Zeit. Es nimmt die klassischen Stärken der Serie, also Design, Selfies, Porträts, schnelle Ladezeiten und eine gewisse Lifestyle Note, und verbindet sie mit einer deutlich erwachseneren technischen Basis. Das Ergebnis ist ein Smartphone, das im Alltag richtig Spaß macht und vor allem für Foto, Video und Social Media Nutzerinnen und Nutzer sehr gut passt.

Die Kamera ist vielseitig, die Frontkamera außergewöhnlich stark, das Display schön kompakt und hochwertig, die Leistung absolut ausreichend und der Akku angenehm ausdauernd. OPPO zeigt hier sehr gut, dass ein Smartphone nicht immer ein Ultra Flaggschiff sein muss, um sich hochwertig anzufühlen.

Ganz ohne Kritik geht es aber nicht. Kabelloses Laden fehlt, die Videofunktionen könnten für ambitionierte Nutzer noch professioneller sein, die Software dürfte ab Werk etwas sauberer wirken und der Preis ist selbstbewusst. Zum regulären Toppreis steht das Reno16 Pro 5G in harter Konkurrenz. Durch das aktuelle Find X9 Angebot wird diese Konkurrenz sogar noch härter, weil sie aus dem eigenen Haus kommt.

Am Ende bleibt das OPPO Reno16 Pro 5G ein starkes, eigenständiges und sehr angenehmes Smartphone. Es ist nicht perfekt, aber es hat Charakter und trifft die Reno Zielgruppe ziemlich gut. Das Problem sitzt weniger im Gerät selbst, sondern im eigenen OPPO Regal. Solange das Find X9 direkt bei OPPO für 799 Euro angeboten wird, ist es die rational bessere Wahl. Das Reno16 Pro 5G braucht daher entweder einen klar niedrigeren Preis oder Käuferinnen und Käufer, denen Design, Selfie Kamera und Reno Charakter wichtiger sind als das insgesamt stärkere Flaggschiff Paket.

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Test

Oppo Reno16 Pro 5G

8 Punkte

Das OPPO Reno16 Pro 5G ist ein starkes Creator Smartphone mit hochwertigem Display, sehr guter Frontkamera, vielseitigem Kamera Setup, schnellem Laden und eigenständigem Design. Kritik gibt es für fehlendes kabelloses Laden, den ambitionierten Preis und den aktuell sehr starken Druck aus den eigenen Reihen.

PROS

  • Starkes AMOLED Display
  • Handliches Format
  • Schnelles Laden
  • Vielseitiges Kamera-Setup
  • Auffälliges Design

CONS

  • Hohe UVP
  • kein kabelloses Laden
  • Video-Funktionen mit Luft nach oben
  • Nur bedingt für Hardcore-Gamer

Fazit

  • Design & Verarbeitung 9
  • Display 8
  • Kamera 8
  • Leistung 8
  • Akku & Laden 8
  • Preis/Leistung 7
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