Wer an Smartwatches denkt, landet oft bei den üblichen Verdächtigen aus Cupertino oder den sportlichen Schwergewichten aus Finnland und den USA. Doch Amazfit drängt mit der Active Max in eine Nische, die für viele Nutzer extrem spannend ist:
Ein Gerät, das optisch fast schon Premium-Ansprüche stellt, technisch ordentlich auftrumpft und preislich mit 169,90 Euro in einer Region bleibt, die den Geldbeutel nicht gleich kollabieren lässt. Ich habe mir das Teil für euch über mehrere Wochen im Alltag genauer angeschaut und kläre, ob das „Max“ im Namen wirklich Programm ist oder ob man hier nur an der Marketing-Schraube gedreht hat.
Design und Display: Ein echter Lichtblick am Handgelenk

Das eigentliche Prunkstück ist aber zweifellos das 1,5 Zoll AMOLED Display. Amazfit verspricht hier eine Spitzenhelligkeit von bis zu 3.000 Nits. Das ist ein Wert, der auf dem Papier absolut beeindruckend klingt und in der Realität hält, was er verspricht.
Ein wichtiger Hinweis für die Sparfüchse unter euch: Die volle Helligkeit regelt die Uhr erst ab einem Akkustand von über 30 Prozent ab, um die Laufzeit zu schonen. Das Display wird zudem von gehärtetem Glas geschützt, das im Test erstaunlich resistent gegen Kratzer blieb und dank der Anti-Fingerprint-Beschichtung nicht nach jeder Berührung wie ein verschmiertes Fenster aussieht.
Sport und Tracking: Zwischen KI-Coaching und harter Realität
Unter der Haube steckt mehr Technik, als man bei diesem Kurs vermuten würde. Über 170 Sportmodi sind an Bord, wobei die Uhr 25 Krafttrainingsübungen sogar automatisch erkennt. Das klappt bei Klassikern wie Bankdrücken oder Kniebeugen erstaunlich gut, bei komplexeren Bewegungen muss man manchmal manuell nachhelfen. Dennoch ist es ein Segen für alle, die im Gym den Fokus auf das Eisen und nicht auf das Display legen wollen.
Beim Thema Ortung greift die Active Max auf fünf Satellitensysteme zu. Die Genauigkeit ist für eine Uhr dieser Preisklasse absolut überzeugend. Klar, in Häuserschluchten oder dichten Wäldern gibt es minimale Abweichungen, aber für das normale Training ist das Jammern auf hohem Niveau. Ein echtes Killer-Feature sind die Offline-Karten inklusive Höhenlinien. Man kann sich Kartenausschnitte direkt auf die Uhr laden und so beim Wandern oder Trailrunning navigieren, ohne dass das Smartphone Akku fressen muss.
Gesundheit und Sensoren: Den Körper im 24-Stunden-Scan
Der verbaute BioTracker PPG Sensor ist das Herzstück der Gesundheitsüberwachung. Er liefert rund um die Uhr Daten zur Herzfrequenz, der Blutsauerstoffsättigung und zum aktuellen Stresslevel. Wer es eilig hat, nutzt die Ein-Klick-Messung, die in nur 45 Sekunden ein komplettes Bild der wichtigsten Vitalwerte inklusive Atemfrequenz erstellt. Ein spannender neuer Ansatz ist das BioCharge System. Es fungiert als eine Art Energiemonitor für den Menschen. Basierend auf Schlafqualität, täglicher Belastung und Erholungsphasen spuckt die Uhr einen Wert aus, der einem verrät, ob man heute Bäume ausreißen kann oder lieber auf der Couch regenerieren sollte.
Smarte Features und Ausdauer: Der Langstreckenläufer unter den Uhren
Was die smarten Funktionen angeht, hat Amazfit die Active Max ordentlich vollgepackt. Dank integriertem Mikrofon und Lautsprecher lassen sich Anrufe direkt über das Handgelenk führen, was beim Kochen oder Autofahren durchaus praktisch ist. Mit dem Sprachassistenten Zepp Flow kann man per Stimme Termine checken oder Einstellungen ändern.
Für Android-Nutzer gibt es ein besonderes Schmankerl: Eine vollständige QWERTZ-Tastatur auf dem kleinen Display ermöglicht es, schnell auf Nachrichten zu antworten. Das erfordert anfangs etwas Übung, funktioniert aber überraschend präzise.
Die größte Stärke ist jedoch die Ausdauer. Während andere Uhren nach zwei Tagen an die Steckdose müssen, liefert die Active Max bei typischer Nutzung bis zu 25 Tage Laufzeit. Selbst bei intensiver Nutzung mit permanentem Tracking und Sporteinheiten hält sie locker 13 Tage durch. Im reinen GPS-Dauerbetrieb sind es beachtliche 64 Stunden, womit sie selbst viele deutlich teurere Outdoor-Spezialisten in den Schatten stellt.
Fazit: Eine starke Ansage in der Mittelklasse
Die Amazfit Active Max ist ein beeindruckendes Gesamtpaket, das die Grenzen zwischen günstiger Smartwatch und teurem Sport-Tracker verschwimmen lässt. Sie punktet vor allem durch das phänomenale Display, die brachiale Akkulaufzeit und sinnvolle Ergänzungen wie die Offline-Navigation. Sicherlich wirkt die Software an der einen oder anderen Stelle etwas überladen und das Gehäuse fühlt sich nicht ganz so massiv an wie eine Edelstahl-Uhr für 600 Euro.
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Test
Amazfit Active Max
Die Amazfit Active Max überzeugt als Preis-Leistungs-König mit einem überragenden Display und einer Akkulaufzeit, die im Alltag für echte Freiheit sorgt. Trotz kleinerer Schwächen bei der Materialwahl und der Software-Tiefe bietet sie ein Gesamtpaket, das in der Mittelklasse seinesgleichen sucht.
PROS
- Extrem helles und scharfes AMOLED Display
- Überragende Akkulaufzeit im Alltag und bei GPS
- Offline Karten und Navigation direkt am Handgelenk
- Hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Umfangreiches Tracking inklusive KI-Trainer
CONS
- Gehäuseunterseite "nur" aus Kunststoff statt Metall
- Software wirkt an einigen Stellen etwas überladen
- Volle Displayhelligkeit nur bei hohem Akkustand
- Kontaktloses Bezahlen nicht mit allen Banken möglich