Samsung plant offenbar den großen Befreiungsschlag im Segment der faltbaren Smartphones. Ein neues Modell mit breiterem Display soll nicht nur dünner, sondern auch leichter als je zuvor werden.
Die Pionierzeit der faltbaren Mobiltelefone ist längst vorbei. Heute entscheidet nicht mehr nur die Frage, ob sich ein Bildschirm knicken lässt, sondern wie elegant diese Technologie verpackt ist. In den letzten Monaten haben insbesondere chinesische Marken die Grenzen des Machbaren verschoben. Modelle wie das Honor Magic V3 zeigten eindrucksvoll, dass ein faltbares Smartphone im geschlossenen Zustand nur noch knapp über neun Millimeter dünn sein muss. Für den einstigen Vorreiter Samsung war dies ein Weckruf. Die bisherige Designphilosophie, die eher auf Robustheit und bewährte Scharniersysteme setzte, geriet ins Hintertreffen. Verbraucher fordern zunehmend Geräte, die in der Hosentasche kaum mehr auftragen als ein herkömmliches Mobiltelefon. Um diese anspruchsvolle Kundschaft nicht an die Konkurrenz zu verlieren, hat das Entwicklungsteam in Seoul eine völlig neue Designoffensive gestartet. Das kommende Flaggschiff soll die technologische Führung mit Nachdruck zurückholen.
Der Kampf um die Millimeter im Faltsegment
Bisherige faltbare Flaggschiffe des südkoreanischen Giganten litten oft unter einem recht schmalen Außendisplay. Viele Nutzer empfanden die Handhabung im Alltag als gewöhnungsbedürftig. Mit dem neuen Wide Foldable geht der Hersteller diesen Kritikpunkt direkt an. Das äußere Display erhält ein deutlich breiteres Seitenverhältnis, das sich an normalen Smartphones orientiert. Die echte Sensation liegt jedoch in den physischen Dimensionen. Berichten zufolge soll das Gehäuse im zusammengeklappten Zustand eine Dicke von weit unter zehn Millimetern erreichen. Damit würde das Unternehmen ein Meisterwerk der Ingenieurskunst abliefern, das selbst extrem schlanke Konkurrenzmodelle in den Schatten stellt.

Ein zentraler Kritikpunkt der bisherigen Galaxy Fold Serie war stets das ungewöhnlich schmale und langgestreckte Coverdisplay. Im alltäglichen Gebrauch führte dies oft zu Tippfehlern auf der virtuellen Tastatur. Mit dem Wide Foldable korrigiert der Hersteller diesen Designansatz grundlegend. Das neue Konzept sieht ein Außendisplay vor, das in seinen Proportionen einem klassischen Smartphone gleicht. Dadurch lässt sich das Gerät im geschlossenen Zustand ohne Einschränkungen bedienen. Der eigentliche Clou offenbart sich jedoch beim Blick auf die Gehäusedicke. Durch eine radikale Reduzierung der einzelnen Schichten des Displaypanels und eine optimierte Anordnung der internen Hardwarekomponenten schrumpft das Profil im geschlossenen Zustand auf ein Minimum. Ziel ist eine Bauhöhe, die bisher für unmöglich gehalten wurde. Dieses extrem flache Design sorgt nicht nur für eine hervorragende Haptik, sondern reduziert auch das Gesamtvolumen des Gerätes spürbar, wodurch es sich nahtlos in den Alltag integriert.
Technologische Durchbrüche bei Materialien
Die größte Herausforderung bei der Reduzierung der Gehäusedicke liegt in der strukturellen Integrität. Ein dünnes Smartphone darf sich unter Belastung nicht verbiegen. Samsung setzt daher auf innovative Materialkombinationen. Berichten zufolge kommt eine hochentwickelte Titanlegierung zum Einsatz, die extrem leicht und gleichzeitig verwindungssteif ist. Ein weiterer technologischer Durchbruch betrifft die Energieversorgung. Um trotz des dünnen Gehäuses eine hervorragende Akkulaufzeit zu garantieren, werden neuartige Silizium Kohlenstoff Akkus verbaut. Diese Batterietechnologie bietet eine deutlich höhere Energiedichte als herkömmliche Lithium Ionen Akkus, wodurch die Zellen extrem flach gestaltet werden können. Auch das faltbare Display selbst wurde überarbeitet. Das verwendete ultradünne Glas ist flexibler und widerstandsfähiger geworden, was die ungeliebte Falte in der Mitte des Bildschirms fast unsichtbar macht. Das Scharnier, das Herzstück des Faltmechanismus, wurde ebenfalls verschlankt und kommt mit weniger mechanischen Bauteilen aus, was die Fehleranfälligkeit minimiert.
Optimierte Software für das breite Display
Ein dünnes und leichtes Gehäuse ist nur die halbe Miete für ein gelungenes Falttelefon. Die Software muss das neue Format optimal unterstützen. Mit dem breiteren Display eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten für das Multitasking. Die hauseigene Benutzeroberfläche One UI wird für dieses Modell umfassend angepasst. Nutzer können mehrere Apps gleichzeitig in einer komfortablen Anordnung nebeneinander ausführen, ohne dass die Inhalte gestaucht wirken. Auch die Anpassung beim Wechsel vom äußeren zum inneren Bildschirm soll noch flüssiger vonstattengehen. Durch künstliche Intelligenz lernt das System, welche Anwendungen der Nutzer bevorzugt auf dem großen Bildschirm verwendet, und bereitet diese im Hintergrund vor. Diese nahtlose Integration von Hard und Software soll dafür sorgen, dass das Wide Foldable nicht nur als Designobjekt, sondern auch als echtes Produktivitätswerkzeug im Arbeitsalltag glänzt.
Marktstart und strategische Ausrichtung
Die Veröffentlichung des neuen Premiumgerätes wird mit Spannung erwartet. Branchenkenner gehen davon aus, dass die offizielle Vorstellung im Rahmen eines großen Eventformats im nächsten Jahr erfolgen wird. Finanziell wird sich das Modell im absoluten Premiumsegment ansiedeln. Da die Herstellung der ultradünnen Komponenten und der Einsatz von Titan hohe Produktionskosten verursachen, dürfte der Einstiegspreis über dem der Standardmodelle liegen. Dennoch ist dieser Schritt für Samsung überlebenswichtig, um das technologische Image der Marke zu sichern. Das ultradünne Falttelefon fungiert als Technologieträger und zeigt, wohin die Reise der mobilen Kommunikation in den kommenden Jahren gehen wird. Sollte das Konzept aufgehen, dürften die hier erprobten Technologien bald auch in günstigeren Modellreihen Einzug halten.
mehr zu Samsung