iPadOS 27 vorgestellt: Mehr Leistung, Siri AI und neue Werkzeuge für produktives Arbeiten

Nach dem großen Multitasking Umbau konzentriert sich Apple diesmal auf Optimierungen. Die grundlegende Abgrenzung zum Mac bleibt trotzdem bestehen.

Apple entwickelt das iPad mit iPadOS 27 weiter in Richtung eines flexiblen Arbeitsgeräts. Das neue Betriebssystem bringt Siri AI, Visual Intelligence, eine verbesserte Dateiverwaltung und zahlreiche Leistungsoptimierungen. Hinzu kommen neue Möglichkeiten für Kalender, Apple Pencil und Familien.

Der grundlegende Umbau des Fenstersystems aus iPadOS 26 bleibt bestehen. Statt die Bedienung erneut neu zu erfinden, konzentriert sich Apple diesmal auf Verfeinerungen und eine stärkere Verbindung zwischen KI Funktionen und produktiven Arbeitsabläufen.

Siri AI arbeitet mit Dokumenten und Apps

Siri AI steht auch auf dem iPad im Zentrum. Der Assistent kann offene Fragen beantworten, Ideen entwickeln, persönliche Inhalte durchsuchen und Aktionen innerhalb verschiedener Apps ausführen.

Auf dem großen Display wird Siri stärker als Arbeitswerkzeug positioniert. Nutzer können mehrere Dokumente in eine Unterhaltung einbeziehen und daraus Zusammenfassungen, Vergleiche oder neue Texte erstellen lassen.

Die eigene Siri App sammelt Gespräche in einer Seitenleiste. Unterhaltungen lassen sich anheften, erneut öffnen und auf einem anderen Apple Gerät fortsetzen. Das eignet sich besonders für längere Recherchen und Aufgaben, die über eine kurze Sprachabfrage hinausgehen.

Siri berücksichtigt persönliche Informationen aus E Mails, Nachrichten, Fotos und Notizen. Der Assistent kann dadurch Inhalte finden, selbst wenn der genaue Dateiname oder Speicherort unbekannt ist.

Visual Intelligence nutzt den gesamten Bildschirm

Visual Intelligence analysiert auf dem iPad Inhalte, die gerade auf dem Display zu sehen sind. Nutzer können einen Bereich markieren und Siri Fragen dazu stellen, eine Bildersuche starten oder zusätzliche Informationen aufrufen.

Das funktioniert beispielsweise mit Bildern in Webseiten, Präsentationen, Dokumenten und Nachrichten. Ein Produkt auf einem Foto lässt sich suchen, während Texte oder Diagramme zusammengefasst und erklärt werden können.

Gerade auf dem iPad ist diese Funktion sinnvoll, weil häufig mehrere Apps und Dokumente gleichzeitig geöffnet sind. Statt Inhalte manuell zwischen verschiedenen Anwendungen zu übertragen, kann Siri direkt auf das sichtbare Material reagieren.

Apple Intelligence zieht tiefer in die Apps ein

Die neuen KI Werkzeuge stehen auch in Fotos zur Verfügung. Spatial Reframing verändert den Bildausschnitt und die Perspektive. Extend erweitert Aufnahmen über ihre ursprünglichen Grenzen hinaus, während Clean Up größere störende Elemente entfernt.

Siri kann Texte erstellen, vorhandene Entwürfe überarbeiten und in Mail oder Nachrichten den persönlichen Schreibstil berücksichtigen. Dazu analysiert das System Formulierungen, Zeichensetzung und Tonfall.

Nachrichten und Mail schlagen kontextabhängige Aktionen vor. Erkennt das System beispielsweise eine Aufgabe oder einen Termin, lässt sich daraus direkt eine Erinnerung oder ein Kalendereintrag erstellen.

Safari sortiert Tabs automatisch nach Themen und kann Änderungen auf Webseiten beobachten. Auch die Passwort App übernimmt auf unterstützten Seiten den Austausch unsicherer Kennwörter.

Kalender versteht natürliche Beschreibungen

Eine praktische Neuerung betrifft den Kalender. Termine lassen sich durch eine einfache Beschreibung erstellen und bearbeiten. Nutzer können beispielsweise angeben, dass am Nachmittag ein Gespräch in einem bestimmten Café stattfindet.

Ändert sich das Treffen später von einem Mittagessen zu einem Kaffee, genügt eine entsprechende Anpassung der Beschreibung. Der Kalender aktualisiert daraufhin Uhrzeit, Dauer und weitere Angaben.

Diese Funktion ist besonders auf dem iPad interessant, weil das Gerät häufig für Planung, Schule und Büroarbeit verwendet wird. Ob die automatische Interpretation zuverlässig genug ist, muss sich jedoch erst in der Praxis zeigen.

Dateien und externe Laufwerke werden schneller

Apple verspricht deutliche Fortschritte bei der Dateiverwaltung. Das Durchsuchen und Übertragen von Daten zwischen iPad und externen Laufwerken soll je nach Gerät und Datenträger bis zu fünfmal schneller erfolgen.

Auch App Starts, AirDrop Übertragungen und die allgemeine Reaktionsgeschwindigkeit wurden verbessert. Ein optimierter Prozessorplaner verteilt die vorhandene Leistung effizienter auf aktive Anwendungen und Hintergrundprozesse.

Gerade bei umfangreichen Foto und Videodateien war die Dateiverwaltung bisher häufig ein Schwachpunkt des iPad. Höhere Übertragungsraten können das Gerät für Kreative und mobile Arbeitsplätze deutlich attraktiver machen.

Trotzdem bleibt entscheidend, wie zuverlässig iPadOS mit verschiedenen Dateisystemen, Netzlaufwerken und professionellen Apps zusammenarbeitet. Reine Geschwindigkeit löst nicht alle Einschränkungen der bisherigen Dateiverwaltung.

Fenstersystem erhält Feinschliff statt Neustart

iPadOS 27 baut auf dem flexibleren Fenstersystem des Vorgängers auf. Fenster lassen sich frei skalieren, überlappen und über bekannte Bedienelemente anordnen.

Apple verbessert die Darstellung mehrerer Apps, die Reaktion bei Größenänderungen und das Verhalten auf externen Monitoren. Häufig verwendete Anordnungen sollen sich schneller wiederherstellen lassen.

Der große Schritt in Richtung Mac liegt damit bereits hinter dem System. iPadOS 27 versucht nun, die neuen Möglichkeiten stabiler und vorhersehbarer zu machen.

Das ist vernünftig, dürfte aber Nutzer enttäuschen, die auf eine vollständige Annäherung an macOS gehofft haben. Apple hält weiterhin bewusst an einer eigenständigen iPad Bedienung fest.

Apple Pencil und Handschrift werden vielseitiger

PencilKit erkennt zusätzliche Alphabete und Sprachen direkt auf dem Gerät. Entwickler können die Handschrifterkennung einfacher in ihre Anwendungen einbauen.

Mit PaperKit stellt Apple eine fertige digitale Papieroberfläche bereit. Apps können damit handschriftliche Notizen, Zeichnungen, Formen, Bilder und Textfelder kombinieren, ohne alle Werkzeuge selbst entwickeln zu müssen.

Für Nutzer könnte das langfristig mehr hochwertige Notiz und Zeichenapps bedeuten. Entscheidend ist allerdings, wie viele Entwickler die neuen Schnittstellen tatsächlich einsetzen.

Neue Familienfunktionen auch auf dem iPad

Die Kindersicherung entspricht weitgehend jener von iOS 27. Eltern wählen bei der Einrichtung aus, welche Systemapps verfügbar sind. Neue Webseiten können über Ask to Browse eine Freigabe erfordern.

Zeitkontingente lassen sich nach Kategorien wie Spiele, Unterhaltung und soziale Medien festlegen. Mit Zeitplänen können Eltern bestimmen, welche Anwendungen zu bestimmten Tageszeiten verwendet werden dürfen.

Communication Safety erkennt neben Nacktheit auch drastische Gewaltinhalte. Die Einstellungen wurden neu gestaltet und sollen einen schnelleren Überblick über Nutzungszeiten und Freigaben bieten.

Da iPads häufig gemeinsam innerhalb einer Familie oder als erstes eigenes Gerät eines Kindes verwendet werden, sind diese Änderungen besonders relevant.

Liquid Glass wird übersichtlicher

Auch iPadOS 27 verfeinert das Liquid Glass Design. Kontraste fallen stärker aus, Symbole wirken schärfer und transparente Bereiche sollen unabhängig vom Hintergrund besser lesbar bleiben.

Ein neuer Regler verändert die Intensität der Transparenz. Nutzer können zwischen einer besonders klaren und einer stärker getönten Darstellung wählen.

Die Änderungen sind keine optische Revolution. Sie zeigen vielmehr, dass Apple auf Kritik an der Lesbarkeit reagiert, ohne die grundlegende Designsprache wieder aufzugeben.

EU Nutzer müssen auf Siri AI verzichten

Siri AI erscheint zunächst nicht auf iPads innerhalb der Europäischen Union. Davon betroffen sind auch die neue Siri App, die erweiterten Schreibwerkzeuge, Teile von Visual Intelligence und weitere eng verbundene Funktionen.

Apple begründet die Verzögerung mit dem Digital Markets Act und Fragen rund um den Zugriff konkurrierender Assistenten auf Apps und persönliche Daten. Einen Termin für die Freigabe gibt es nicht.

Für europäische Nutzer wird iPadOS 27 dadurch vor allem zu einem Update für Leistung, Dateien, Kinderschutz und Design. Das zentrale Thema der Präsentation fehlt.

Ein sinnvolles Update ohne den nächsten Umbruch

iPadOS 27 ist weniger spektakulär als sein Vorgänger, dürfte im Alltag aber an wichtigen Stellen angenehmer werden. Schnellere Dateiübertragungen, verbesserte Fenster, ein optimierter Systemkern und eine bessere Lesbarkeit lösen konkrete Probleme.

Siri AI und Visual Intelligence könnten das iPad gleichzeitig zu einem leistungsfähigen Werkzeug für Recherche, Organisation und kreative Arbeit machen. Zum Start gilt das allerdings weder für alle Geräte noch für alle Regionen.

Apple setzt den eingeschlagenen Weg konsequent fort. Das iPad nähert sich dem Mac weiter an, ohne selbst zu einem Mac zu werden. Für manche Nutzer ist genau das die Stärke des Systems. Für andere bleibt es die größte Einschränkung.

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Bildquelle: Apple Newsroom

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