Kurz vor dem Start der CES 2026 in Las Vegas vom 6. bis 9. Januar meldet sich Xreal mit einem Update zurück, das auf den ersten Blick unspektakulär wirkt, bei genauerem Hinsehen aber viel über die strategische Ausrichtung des Unternehmens verrät. Mit der Xreal 1S bringt der Hersteller eine überarbeitete Version seiner bisherigen Einstiegslösung auf den Markt und setzt dabei konsequent auf Evolution statt Revolution. Zielgruppe sind all jene, die mobiles Entertainment auf Großbildniveau suchen, ohne sich auf komplexe AR Ökosysteme oder neue Bedienkonzepte einlassen zu müssen.
Persönliches Kino statt smarter Brille
Die Xreal 1S bleibt dem Grundprinzip der sogenannten Personal Cinema Glasses treu. Die Brille wird per USB C mit kompatiblen Geräten verbunden, darunter Smartphones Tablets Laptops oder Spielekonsolen, und projiziert ein virtuelles Display direkt vor die Augen. Statt die reale Welt mit digitalen Inhalten zu überlagern simuliert das System einen klassischen Bildschirm. Im Alltag entspricht dieser einer Diagonale von rund 171 Zoll, je nach Wahrnehmung und Fokus sind sogar deutlich größere virtuelle Leinwände möglich. Das Gefühl erinnert weniger an Augmented Reality als an ein privates Kino, das jederzeit aus der Tasche gezogen werden kann.

Mehr Schärfe mehr Helligkeit weniger Preis
Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist die Bildwiederholrate von 120 Hertz in Kombination mit einer sehr niedrigen Latenz. Gerade beim Spielen oder beim schnellen Scrollen durch Inhalte wirkt die Darstellung dadurch angenehm flüssig und direkt. In der Praxis entsteht schnell der Eindruck, vor einem echten großen Bildschirm zu sitzen, statt auf eine Projektionslösung zu schauen. Unterstützt wird dies durch integrierte Lautsprecher, die unauffällig im Bügel sitzen und für eine überraschend klare Tonwiedergabe sorgen, ohne komplett von der Außenwelt abzuschotten.
Neu hinzugekommen ist ein sogenannter Real 3D Modus, der zweidimensionale Inhalte in eine räumliche Darstellung umwandeln soll. Diese Funktion befindet sich zum Marktstart noch in einem frühen Stadium und richtet sich klar an experimentierfreudige Nutzer. Xreal versteht sie weniger als fertiges Feature, sondern als Ausblick darauf, wie sich klassische Inhalte künftig immersiver darstellen lassen könnten. Entscheidend ist dabei, dass dieser Modus optional bleibt und den klaren Fokus der Brille nicht verwässert.
Xreal Neo und mobiles Gaming
Parallel zur neuen Brille stellt Xreal mit dem Xreal Neo ein Zubehör vor, das vor allem mobile Gamer ansprechen dürfte. Der kompakte Adapter kombiniert einen DisplayPort Hub mit einer 10.000 mAh Powerbank und ermöglicht es, die Xreal 1S direkt mit der Nintendo Switch oder deren Nachfolger zu nutzen, ohne eine Dockingstation mitführen zu müssen. Gleichzeitig dient der Neo als externer Akku für angeschlossene Geräte und erweitert so die Einsatzdauer deutlich. Gerade auf Reisen oder bei längeren Sessions unterwegs wird die Brille damit deutlich flexibler.
Ein zentrales Argument der Xreal 1S ist der Preis. Mit 449 US Dollar liegt sie 50 Dollar unter dem bisherigen Einstiegsmodell und positioniert sich damit bewusst aggressiv im Markt. Angesichts der verbesserten Technik ist diese Preissenkung mehr als ein symbolischer Schritt. Sie unterstreicht den Anspruch, Personal Cinema Glasses aus der Nische herauszuführen und für ein breiteres Publikum attraktiv zu machen. Der Xreal Neo ergänzt das System für 99 US Dollarund bleibt damit ebenfalls vergleichsweise erschwinglich.
Während viele Hersteller versuchen, mit immer neuen Funktionen und Visionen vom allgegenwärtigen Spatial Computing Aufmerksamkeit zu erzeugen, konzentriert sich Xreal auf einen klar umrissenen Anwendungsfall. Die Xreal 1S will kein digitales Fenster in eine erweiterte Welt sein, sondern ein unkompliziertes Werkzeug für Filme Serien Spiele und produktives Arbeiten auf großem virtuellen Raum. Genau diese Klarheit könnte sich als Stärke erweisen in einem Markt, der zunehmend von überambitionierten Konzepten geprägt ist.
Ob die Xreal 1S langfristig gegen komplexere und teurere Brillen bestehen kann, wird sich zeigen. Für den Moment liefert Xreal jedoch ein rundes Update, das an den richtigen Stellen verbessert wurde, preislich attraktiver ist und seinem ursprünglichen Versprechen treu bleibt. Auf der CES 2026 präsentiert sich das Unternehmen damit als Hersteller, der nicht jedem Trend hinterherläuft, sondern seine Nische konsequent weiterentwickelt.
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