Vom Smart Home zum Smart Life: Samsungs KI Plan für die CES 2026

Mit „Your Companion to AI Living“ zeigt Samsung vor der CES 2026, wie Künstliche Intelligenz leise, persönlich und über Gerätegrenzen hinweg funktionieren kann.

Im Vorfeld der CES 2026 in Las Vegas lud Samsung zur First Look Keynote um einen Ausblick drauf zu geben was uns 2026 erwartet. Im Mittelpunkt stand eine vergleichsweise ruhige, fast schon entspannte Vision von Künstlicher Intelligenz. Samsung will KI aus der Rolle des Showstars befreien und sie zu etwas machen, das einfach funktioniert. Ohne großes Aufsehen, ohne permanente Aufmerksamkeit, ohne Technik Overload.

Samsung First Look CES 2026Das zentrale Schlagwort dafür lautet „Your Companion to AI Living“. Gemeint ist eine KI, die sich wie ein guter Begleiter verhält. Sie hört zu, lernt mit, hilft im richtigen Moment und hält sich zurück, wenn sie nicht gebraucht wird. Kein Dauerfeuer an Vorschlägen, sondern Unterstützung auf Augenhöhe.

Eine KI Vision mit enormer Reichweite

Samsung kann sich diesen Anspruch leisten, weil kaum ein anderes Unternehmen so viele Berührungspunkte mit dem Alltag der Menschen hat. Rund 500 Millionen Geräte pro Jahr verlassen weltweit die Produktionslinien. Diese enorme Reichweite ist kein Nebenaspekt, sondern das Fundament der gesamten KI Strategie. Denn je mehr Geräte miteinander vernetzt sind, desto besser kann KI Kontexte erkennen und sinnvoll reagieren.

Dabei geht es Samsung nicht darum, jedes einzelne Gerät maximal intelligent zu machen. Entscheidend ist das Zusammenspiel. Das Smartphone weiß, wann der Nutzer unterwegs ist. Der Fernseher erkennt Sehgewohnheiten. Haushaltsgeräte kennen Routinen. Zusammen entsteht ein Gesamtbild, das weit mehr kann als isolierte KI Funktionen. Wichtig ist dabei der technische Unterbau. Eine Kombination aus On Device KI für schnelle Reaktionen, Cloud Diensten für komplexe Analysen und ein klarer Fokus auf Personalisierung sollen dafür sorgen, dass sich KI individuell anpasst, ohne dabei aufdringlich zu wirken.

SmartThings als heimliches Kontrollzentrum

Im Zentrum dieses vernetzten Alltags steht SmartThings. Die Plattform ist längst mehr als eine Steuerzentrale für Lampen oder Thermostate. Mit über 430 Millionen Nutzern, 390 Partnermarken und mehr als 4700 unterstützten Gerätetypen ist SmartThings zu einer der größten IoT Plattformen weltweit geworden.

Samsung versteht SmartThings als das Gehirn des Zuhauses. Hier laufen Informationen zusammen, hier werden Muster erkannt, hier entstehen Automatismen. Das Ziel ist nicht, dass Nutzer ständig eingreifen oder alles manuell konfigurieren müssen. Im Gegenteil. SmartThings soll lernen, wie ein Haushalt funktioniert, und sich entsprechend verhalten. Wenn morgens immer zur gleichen Zeit Kaffee gekocht wird, übernimmt das System irgendwann selbst. Wenn niemand zu Hause ist, schaltet es automatisch in einen Sparmodus. Die Technik rückt in den Hintergrund, der Alltag in den Vordergrund.

KI mit Zurückhaltung statt Dauerpräsenz

Ein Punkt, den Samsung auffallend oft betont, ist Zurückhaltung. KI soll nicht ständig reden, Vorschläge machen oder Aufmerksamkeit einfordern. Systeme wie Bixby oder der neue Vision AI Companion sind darauf ausgelegt, Kontexte zu erkennen und nur dann aktiv zu werden, wenn es sinnvoll ist.

Das klingt simpel, ist aber eine der größten Herausforderungen moderner KI Systeme. Denn je mehr ein System weiß, desto größer ist die Versuchung, dieses Wissen ständig zu teilen. Samsung geht bewusst einen anderen Weg. KI soll helfen, ohne zu stören. Sie soll sich vertraut anfühlen. Egal ob auf dem Smartphone, dem Fernseher oder dem Kühlschrank. Gleiche Logik, ähnliche Bedienung, konsistentes Verhalten. KI wird damit nicht zur Hauptfigur, sondern zum zuverlässigen Mitspieler im Hintergrund.

Fernseher werden zu echten Entertainment Begleitern

Besonders deutlich wird diese Philosophie im Entertainment Bereich. Samsung denkt Fernseher schon lange nicht mehr als reine Bildschirme. Sie werden zu intelligenten Plattformen, die Inhalte verstehen und darauf reagieren. Neue Modelle wie der 130 Zoll Micro RGB mit extrem präziser Farbdarstellung oder der besonders schlanke OLED S95H stehen für den Anspruch, Technik und Design miteinander zu verbinden.

Der eigentliche Mehrwert entsteht aber durch Software. Der Vision AI Companion analysiert Inhalte in Echtzeit, passt Bild und Ton automatisch an und liefert Zusatzinformationen. Beim Sport lassen sich Atmosphäre und Tonmischung individuell anpassen. Bei Serien oder Filmen erkennt das System Stimmungen und optimiert die Darstellung entsprechend. Beim Kochen werden Gerichte erkannt und passende Rezepte direkt an andere Geräte im Haushalt weitergegeben. Der Fernseher wird so zum Knotenpunkt für Unterhaltung, Information und Alltag.

Sound, Design und ein Versprechen für die Zukunft

Auch beim Klang setzt Samsung auf Vernetzung statt Insellösungen. Q Symphony sorgt dafür, dass Fernseher und Soundsysteme gemeinsam arbeiten und nicht gegeneinander. Neue Wi Fi Lautsprecher ergänzen das Setup und setzen bewusst auf ein reduziertes, wohnraumtaugliches Design. Entwickelt wurden sie gemeinsam mit Designer Erwan Bouroullec, der für klare Formen und zeitlose Ästhetik steht.

Ein besonders wichtiges Signal ist zudem das Versprechen von sieben Jahren Tizen OS Updates für Fernseher. Damit adressiert Samsung ein Problem, das viele Nutzer kennen. Hardware hält oft länger als die Software. Mit langfristigen Updates sollen Fernseher nicht nur länger nutzbar bleiben, sondern sich über Jahre hinweg weiterentwickeln. Neue Funktionen sollen auch auf älteren Geräten ankommen. Das stärkt Vertrauen und Nachhaltigkeit gleichermaßen.

Haushaltsgeräte, die wirklich helfen sollen

Im Smart Home Bereich verfolgt Samsung einen bewusst pragmatischen Ansatz. Haushaltsgeräte sollen nicht nur smarter wirken, sondern konkret entlasten. Der Family Hub Kühlschrank erkennt Lebensmittel, hilft bei der Essensplanung und reduziert Lebensmittelverschwendung. Funktionen wie Video to Recipe verwandeln Kochvideos direkt in umsetzbare Anleitungen.

In der Waschküche übernimmt der Bespoke AI Laundry Combo gleich mehrere Schritte in einem Gerät und spart Zeit. Der AirDresser kümmert sich um zerknitterte Kleidung, ohne dass gebügelt werden muss. Der Jet Bot erkennt sogar Flüssigkeiten auf dem Boden und kann zusätzlich als mobile Überwachungslösung dienen, wenn niemand zu Hause ist. Samsung verfolgt dabei ein klares Ziel. Technik soll Stress abbauen und den Alltag vereinfachen, nicht zusätzliche Komplexität schaffen.

Wenn vernetzte Geräte bares Geld sparen

Ein eher ungewöhnlicher, aber besonders greifbarer Aspekt ist die Zusammenarbeit mit Hartford Steam Boiler Insurance. Vernetzte Haushaltsgeräte erkennen Risiken frühzeitig und melden Auffälligkeiten, bevor Schäden entstehen. Leckagen, Überhitzung oder Fehlfunktionen lassen sich so rechtzeitig beheben.

In einem Pilotprojekt führte dieser Ansatz zu niedrigeren Versicherungsprämien für Nutzer. Nach erfolgreichen Tests wird das Modell nun ausgeweitet. Samsung zeigt damit, dass vernetzte Technik nicht nur Komfort bringt, sondern auch ganz konkrete finanzielle Vorteile haben kann. Ein Argument, das über Technik Begeisterte hinaus Wirkung entfalten dürfte.

Gesundheit mit Blick nach vorn

Auch im Gesundheitsbereich setzt Samsung auf langfristige Perspektiven. Der Samsung Health Assistant bündelt Daten aus Smartphones, Wearables und Haushaltsgeräten und richtet den Fokus auf Schlaf, Bewegung, Ernährung und Prävention. KI soll helfen, Muster zu erkennen und frühzeitig auf mögliche Risiken hinzuweisen.

Dabei geht es ausdrücklich nicht um medizinische Diagnosen. Vielmehr soll KI sensibilisieren, motivieren und im Zweifel dabei helfen, den nächsten sinnvollen Schritt zu gehen. Besonders für Familien mit älteren Angehörigen könnte dieser Ansatz eine wichtige Rolle spielen, etwa bei der Erkennung kognitiver Veränderungen oder ungewöhnlicher Verhaltensmuster.

Vertrauen bleibt die Basis

So locker und alltagsnah Samsungs Vision auch klingt, beim Thema Sicherheit zieht der Konzern klare Grenzen. Samsung Knox und Knox Matrix bilden das Fundament des gesamten KI Ökosystems. Datenschutz, Transparenz und Nutzerkontrolle sind keine optionalen Extras, sondern Voraussetzung dafür, dass KI überhaupt akzeptiert wird.

Samsung macht deutlich, dass Vertrauen nicht verhandelbar ist. Nutzer sollen wissen, welche Daten genutzt werden und warum. KI soll helfen, ohne Kontrolle zu übernehmen.

Fazit vor der CES 2026

Die First Look Keynote zeichnet ein klares Bild davon, was Samsung auf der CES 2026 zeigen will. Keine lauten Einzelprodukte, keine kurzfristigen Effekte, sondern ein durchgängiges KI Konzept, das Geräte verbindet, Abläufe vereinfacht und sich möglichst unauffällig in den Alltag einfügt. KI soll nicht beeindrucken, sondern begleiten. Und vielleicht ist genau diese Unaufgeregtheit der spannendste Schritt in eine wirklich smarte Zukunft.

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