Der Smartphone Markt erlebt einen weiteren Einschnitt. ASUS wird im gesamten Jahr 2026 keine neuen Smartphones veröffentlichen. Diese Entscheidung betrifft ausnahmslos alle bekannten Reihen des Herstellers und damit sowohl die Zenfone Serie als auch die auf Gaming spezialisierte ROG Phone Familie. Für viele Beobachter kommt dieser Schritt überraschend, denn ASUS war nie ein Massenanbieter, hatte sich aber über Jahre hinweg eine treue Fangemeinde mit klar positionierten Geräten aufgebaut.
Anders als bei früheren Verzögerungen oder ausgelassenen Modellgenerationen handelt es sich diesmal nicht um eine punktuelle Entscheidung. ASUS plant für 2026 keinerlei Smartphone Neuheiten. Weder kompakte Premiumgeräte noch neue Gaming Flaggschiffe befinden sich offiziell in der Pipeline. Damit wird es weder ein Zenfone der nächsten Generation noch ein neues ROG Phone geben.
Branchenintern gilt dieser Schritt als bewusste strategische Zäsur. Die Smartphone Entwicklung wird nicht nur verlangsamt, sondern vollständig pausiert. Das ist bemerkenswert in einem Markt, in dem selbst kleinere Hersteller zumindest einzelne Modelle pro Jahr nachschieben.
Warum ASUS den Smartphone Markt verlässt
Der globale Smartphone Markt ist seit Jahren extrem gesättigt. Technische Innovationen sind kostspielig geworden, während sich viele Geräte in ihrer Ausstattung immer stärker ähneln. Für Hersteller mit vergleichsweise geringem Marktanteil wird es zunehmend schwieriger, wirtschaftlich mitzuhalten.
ASUS hatte sich zuletzt auf zwei Nischen konzentriert. Einerseits auf kompakte High End Smartphones mit den Zenfone Modellen und andererseits auf leistungsstarke Gaming Smartphones mit den ROG Phones. Beide Konzepte fanden Anerkennung bei Enthusiasten, blieben aber mengenmäßig überschaubar.
Hinzu kommt, dass ASUS seine Stärken traditionell eher im PC Bereich sieht. Notebooks, Mainboards, Grafikkarten und Gaming Hardware sind Kerngeschäftsfelder, in denen das Unternehmen deutlich profitabler agiert. Die frei werdenden Ressourcen sollen künftig verstärkt in PC Hardware und KI bezogene Technologien fließen. Gerade künstliche Intelligenz gilt intern als zentraler Wachstumstreiber für die kommenden Jahre.
Für aktuelle Besitzer eines ASUS Smartphones gibt es zunächst Entwarnung. Service, Garantie und Software Updates bleiben weiterhin bestehen. Sicherheitsupdates und Systempflege sollen für die vorgesehenen Zeiträume ausgeliefert werden. Bestehende Geräte werden also nicht plötzlich sich selbst überlassen.
Langfristig bedeutet die Entscheidung jedoch, dass ASUS Nutzer bei einem späteren Gerätewechsel keine direkte Nachfolgeoption mehr innerhalb der Marke finden werden. Wer bisher gezielt zu ASUS gegriffen hat, etwa wegen der vergleichsweise schlanken Software oder der Gaming Features, wird sich künftig bei anderen Herstellern umsehen müssen.
Ein stiller Abschied mit Signalwirkung
Der Rückzug von ASUS unterstreicht, wie hart umkämpft der Smartphone Markt inzwischen ist. Selbst etablierte Technikunternehmen mit hoher Ingenieurskompetenz stoßen an wirtschaftliche Grenzen, wenn Skaleneffekte fehlen. Gleichzeitig zeigt die Entscheidung, dass sich Prioritäten in der Tech Branche verschieben. KI, leistungsfähige PCs und spezialisierte Hardware gewinnen an Bedeutung, während klassische Smartphones für viele Hersteller an Attraktivität verlieren.
Ob ASUS nach dieser Pause jemals wieder in den Smartphone Markt zurückkehrt, ist offen. Aktuell deutet jedoch vieles darauf hin, dass 2026 ein bewusstes Jahr ohne Smartphones ist und kein bloßer Betriebsunfall. Für Technikfans markiert diese Entscheidung einen leisen, aber spürbaren Abschied eines Herstellers, der nie der größte war, aber oft eigene Wege gegangen ist.
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