Volvo EX60: Der erste Elektro-Volvo, der den Alltag wirklich versteht

800-Volt-Architektur, bis zu 400 Meilen Reichweite und neue Software-Basis: Der EX60 markiert Volvos technologischen Neustart im EV-Segment.

Volvo hat den EX60 offiziell vorgestellt – und ich sag’s direkt: Als zufriedener Volvo-Fan macht mir dieses Auto richtig Hoffnung. Nicht, weil es wieder irgendein „neues Elektro-SUV“ ist (davon gibt’s inzwischen genug), sondern weil Volvo beim EX60 scheinbar genau an den Punkten ansetzt, die im EV-Alltag oft nerven: Laden, Reichweite, Effizienz – und am Ende auch die Frage, ob sich das Ganze für Volvo überhaupt lohnt.

Optisch wirkt der EX60 vertraut – typisch Volvo eben: clean, skandinavisch, eher „stilvoll“ als „laut“. Wer den EX90 oder die neueren Hybrid-Modelle kennt, erkennt die Linie sofort. Spannend wird’s aber unter dem Blech: Der EX60 steht auf einer komplett neuen Basis namens SPA3. Und genau hier wird klar: Das ist nicht nur ein weiteres Modell – das ist Volvos nächster Schritt.

Volvo EX60
Foto: Volvo

800 Volt, endlich!

Und genau das wollte ich hören.

Was mich persönlich am meisten freut: Volvo steigt endlich in die 800-Volt-Welt ein. Das ist einer der wichtigsten Punkte, wenn man E-Autos wirklich alltagstauglich machen will. Der EX60 soll von 10 auf 80 Prozent in rund 19 Minutenladen – und in 10 Minuten ordentlich Reichweite nachschieben. Das ist genau die Art von Ladeperformance, die viele bei Volvo bisher vermisst haben.

Dazu kommt: NACS-Anschluss ab Werk. Bedeutet in der Praxis: Tesla-Supercharger werden (je nach Region) einfacher nutzbar. Für viele ist das ein echtes Komfort-Upgrade, weil das Ladenetz damit nochmal stressfreier wird.

Bis zu 400 Meilen Reichweite – klingt nach „Volvo will wieder vorne mitspielen“

Volvo spricht von bis zu 400 Meilen Reichweite (je nach Version). Klar: Am Ende zählt, was real auf der Straße passiert – aber allein, dass Volvo hier so offensiv rangeht, zeigt mir: Der EX60 soll nicht nur „okay“ sein, sondern richtig konkurrenzfähig.

Foto: Volvo

Geplant sind drei Varianten:

Ich mag übrigens die Idee, dass der Einstieg als Hecktriebler kommt – leichter, einfacher, oft sogar effizienter. Und wer will, nimmt AWD für mehr Punch und Traktion.

Volvo setzt auf neue Produktion: Megacasting & „Batterie als Teil der Struktur“

Was im Hintergrund fast noch wichtiger ist: Volvo will den EX60 nicht nur technisch besser machen, sondern auch günstiger und effizienter bauen.

Stichwort Megacasting: große Aluminiumteile aus einem Guss statt gefühlt hundert Einzelteilen. Das spart Gewicht, Zeit, Komplexität – und am Ende Geld.

Dazu kommt ein Ansatz, den man bisher eher aus der Tech- und EV-Welt kennt: eine strukturelle Batterie, die nicht nur Energiespeicher ist, sondern Teil der Fahrzeugstruktur wird. Wenn das sauber umgesetzt ist, kann das richtig was bringen.

Innen wird’s „smarter“: Gemini zieht ins Auto ein

Der EX60 wird außerdem Volvos erstes Modell mit Google Gemini als KI-Assistent. Ich bin ehrlich: Ich finde das mega spannend – gerade weil ich selbst sehe, wie viel besser moderne Assistenten werden, wenn sie wirklich natürlich reagieren und nicht wie ein Menü wirken.

Foto: Volvo

Volvo spricht von einer neuen zentralen Architektur (HuginCore) mit Tech-Partnern wie Google, Nvidia und Qualcomm. Bedeutet im Klartext: viel Rechenleistung, schnelle Bedienung, und Updates sollen dauerhaft neue Funktionen bringen.

Ob es wirklich „lagfrei“ ist? Muss man testen. Aber die Richtung stimmt.

Was ich ebenfalls sehr positiv finde: Volvo bietet eine globale 10-Jahres-Batteriegarantie bis 240.000 km. Das ist nicht nur Marketing, sondern auch ein Statement:
„Wir glauben an unsere Batterien.“

Gerade für Leute, die ihre Autos lange fahren wollen, ist das ein echter Pluspunkt.

Mein Fazit: Der EX60 wirkt wie Volvos „Jetzt aber richtig“-Moment

Ich bin Volvo gegenüber sowieso nicht neutral – ich fahre die Marke seit Jahren gern, und das aus gutem Grund: Sicherheit, Komfort, Design und dieses ruhige, erwachsene Fahrgefühl.

Aber bei EVs hatte ich zuletzt oft das Gefühl, dass Volvo zwar gute Ideen hat, beim Thema Tempo, Laden und Tech-Plattform aber noch einen Schritt nachholen muss.

Und genau deshalb wirkt der EX60 auf mich wie ein Modell, bei dem Volvo sagt:
„Okay, wir haben verstanden – jetzt liefern wir.“

Wenn Preis, Ladeperformance und Software in der Realität stimmen, könnte der EX60 genau das Auto werden, das viele Volvo-Fans (mich eingeschlossen) sich schon länger wünschen.

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