DJI Osmo Mobile 8P im Test: Das kleine Kamerateam für die Hosentasche

Mit FrameTap, starkem Tracking und zuverlässiger Stabilisierung richtet sich der DJI Osmo Mobile 8P besonders an alle, die häufig alleine filmen.

Smartphones filmen heute so gut, dass es für viele Videos kaum noch an der Kamera scheitert. Meist scheitert es an der Bewegung, am Bildausschnitt oder ganz banal daran, dass niemand hinter der Kamera steht. Genau an diesem Punkt setzt der DJI Osmo Mobile 8P an. Er möchte nicht nur verwackelte Aufnahmen beruhigen, sondern gleich die Rolle eines kleinen Kamerateams übernehmen.

Das klingt zunächst nach dem üblichen Marketing für einen Smartphone Gimbal. In der Praxis ist der entscheidende Fortschritt aber erstaunlich greifbar. Mit der abnehmbaren Osmo FrameTap Fernbedienung kann man den Gimbal aufstellen, sich selbst vor der Kamera positionieren und Bildausschnitt, Aufnahme sowie Motivverfolgung aus der Entfernung kontrollieren. Aus einem Zubehör für weichere Kamerafahrten wird dadurch ein Werkzeug, das Solo Aufnahmen tatsächlich einfacher macht.

Vertrautes DJI Konzept mit sinnvoller Feinarbeit

Am grundsätzlichen Aufbau hat DJI wenig verändert. Der Osmo Mobile 8P lässt sich zusammenklappen, das Smartphone wird über eine magnetische Klemme befestigt und im Griff stecken sowohl ein kleines Stativ als auch ein ausziehbarer Verlängerungsstab. Das System ist schnell einsatzbereit. Klemme mittig am Smartphone befestigen, magnetisch einrasten lassen, Gimbal aufklappen und einschalten. Ein minutiöses Ausbalancieren ist bei normalen Smartphones nicht nötig.

DJI Osmo Mobile 8PZusammengefaltet misst der Gimbal 196 × 105 × 38 Millimeter. Mit Klemme, FrameTap und Multifunktionsmodul bringt das vollständige System ungefähr 386 Gramm auf die Waage. Das ist kompakt genug für einen Rucksack oder eine größere Jackentasche, aber nicht so klein, dass man es ständig gedankenlos mitnehmen würde. Genau das bleibt ein Grundproblem fast aller Smartphone Gimbals. Sie sind mobil, aber nicht unsichtbar.

Die Verarbeitung wirkt ordentlich und entspricht dem, was man von aktuellen DJI Produkten kennt. Der Griff liegt angenehm in der Hand, die Gelenke machen einen vertrauenerweckenden Eindruck und der Magnet hält das Smartphone ausgesprochen sicher. Unterstützt werden Geräte mit 170 bis 300 Gramm, einer Breite von 67 bis 84 Millimetern und einer Dicke von maximal 11 Millimetern. Damit passen auch größere aktuelle Smartphones samt dünner Schutzhülle. Bei sehr massiven Hüllen, Zusatzobjektiven oder besonders schweren Kameramodellen sollte man vorher dennoch genau nachmessen.

Der integrierte Verlängerungsstab lässt sich um bis zu 215 Millimeter ausziehen. Für Selfies, leicht erhöhte Perspektiven oder Aufnahmen knapp über dem Boden ist das praktisch. Das eingebaute Stativ spart zusätzliches Zubehör und ist für Innenräume völlig ausreichend. Auf unebenem Untergrund oder bei Wind würde ich ihm mit einem schweren Smartphone allerdings nicht blind vertrauen. Die schmale Konstruktion ist eine Komfortlösung, kein Ersatz für ein ordentliches Stativ.

FrameTap macht aus dem Gimbal ein kleines Kamerateam

Das auffälligste Element des Osmo Mobile 8P sitzt vorne im Griff. Osmo FrameTap ist eine magnetisch befestigte Fernbedienung mit 1,4 Zoll großem Touchscreen, 240 × 240 Pixeln und einer Helligkeit von 800 cd/m². Sie kann am Gimbal verbleiben oder mit einem Handgriff abgenommen werden.

Der Nutzen erschließt sich schneller, als man zunächst vermuten würde. Bei klassischen Gimbals muss man die Aufnahme am Smartphone starten, zur gewünschten Position laufen und darauf hoffen, dass Bildausschnitt und Tracking stimmen. Mit FrameTap sieht man das Kamerabild auf der Fernbedienung, kann die Ausrichtung korrigieren, die Aufnahme starten und bei Bedarf ein Motiv auswählen. Unter idealen Bedingungen reicht die Bildübertragung über WLAN bis zu 25 Meter, während die direkte Steuerung des Gimbals für Distanzen bis etwa 10 Meter vorgesehen ist.

Gerade für Präsentationen, Produktvideos, Reiseaufnahmen oder kurze Moderationen ist das ein echter Gewinn. Auch in einem Technikmagazin ergibt sich ein naheliegendes Szenario. Das Smartphone steht vor dem Tisch, daneben liegt das Testgerät und man kann die Aufnahme beginnen, ohne nach jedem Versuch wieder hinter die Kamera laufen zu müssen. Solche Kleinigkeiten sparen keine Stunden, aber sie reduzieren die Reibung. Und genau diese Reibung entscheidet oft darüber, ob eine zusätzliche Aufnahme noch gemacht wird oder eben nicht.

Der Touchscreen reagiert ordentlich und ist hell genug, um auch draußen brauchbar zu bleiben. Als vollwertiger Kontrollmonitor sollte man ihn wegen seiner Größe dennoch nicht betrachten. Für den Bildausschnitt und die Kontrolle, ob das Tracking korrekt sitzt, reicht er. Feine Details oder eine kritische Beurteilung der Belichtung bleiben auf dem kleinen Display naturgemäß schwierig.

Nicht jede Änderung ist gelungen. DJI verlagert mehrere Bedienfunktionen auf FrameTap und reduziert damit die Zahl der direkten Bedienelemente. Der Joystick fällt kleiner aus und das vom Osmo Mobile 8 bekannte Rad für Zoom oder Fokus ist verschwunden. Wer während einer Kamerafahrt gern blind mit den Fingern arbeitet, wird die ältere Lösung teilweise angenehmer finden. Der 8P ist vielseitiger, aber nicht in jeder Situation unmittelbarer zu bedienen.

Stabilisierung bleibt die sichere Bank

Bei der eigentlichen Stabilisierung liefert DJI das erwartbar hohe Niveau. Die Drei Achsen Konstruktion gleicht normale Schritte, leichte Drehungen und kleinere Bewegungen zuverlässig aus. Beim Gehen entstehen deutlich ruhigere Aufnahmen als mit der elektronischen oder optischen Stabilisierung eines Smartphones allein. Kamerafahrten um ein Produkt, langsame Schwenks und begleitete Gehaufnahmen wirken kontrollierter und bewusster.

Trotzdem sollte man die Physik nicht vergessen. Ein Gimbal entfernt nicht automatisch jede Aufwärtsbewegung des Körpers. Wer steif läuft oder Treppen hinuntergeht, sieht weiterhin ein leichtes Wippen. Mit etwas Übung und einem weicheren Gang lassen sich sehr gute Ergebnisse erzielen. Ohne Übung wird das Video zwar ruhiger, aber noch nicht automatisch filmisch.

Besonders praktisch ist die unbegrenzte horizontale 360 Grad Rotation. Sie ermöglicht lange Schwenks, kreative Drehbewegungen und flüssige Übergänge, ohne dass der Gimbal früh an einen mechanischen Anschlag stößt. Auch Aufnahmen aus niedriger Position gelingen unkompliziert. Hier merkt man, wie ausgereift das Grundkonzept inzwischen ist. Man beschäftigt sich weniger mit der Technik und mehr mit der eigentlichen Aufnahme.

Tracking mit mehreren Wegen zum Ziel

DJI bietet beim Osmo Mobile 8P gleich mehrere Möglichkeiten zur Motivverfolgung. In der DJI Mimo App steht ActiveTrack 8.0 zur Verfügung. Bei kompatiblen iPhones kann außerdem Apple DockKit verwendet werden. Das optionale Multifunktionsmodul 2 ermöglicht Tracking wiederum auch in der normalen Kamera App und in vielen anderen Anwendungen.

Das neue Modul kann nicht nur Menschen und Tiere verfolgen, sondern auch Fahrzeuge und frei ausgewählte Objekte. In der Praxis ist das vor allem dann interessant, wenn man nicht in der DJI App filmen möchte. Viele Nutzer bevorzugen die native Kamera App ihres Smartphones, weil dort alle Auflösungen, Bildprofile und herstellerspezifischen Funktionen verfügbar sind. Genau hier war das zusätzliche Tracking Modul schon bei früheren Modellen ein wichtiges Zubehör.

Die Verfolgung wirkt schnell und erstaunlich hartnäckig. Verlässt eine Person kurz den Bildausschnitt oder wird teilweise verdeckt, findet das System das Motiv häufig wieder. Auch die Position innerhalb des Bildes lässt sich anpassen. Das ist wichtig, denn eine Person muss nicht ständig exakt in der Mitte stehen. Für Interviews, Präsentationen oder Aufnahmen mit sichtbarem Produkt wirkt ein leicht versetzter Bildaufbau meist deutlich professioneller.

Das Tracking ist allerdings nicht unfehlbar. Bei sehr kleinen Motiven, wenig Kontrast oder mehreren ähnlich aussehenden Personen kann die Automatik den Überblick verlieren. Ein Gimbal ersetzt weiterhin keinen aufmerksamen Kameramann. Er übernimmt aber inzwischen erstaunlich viele seiner Routineaufgaben.

Das Multifunktionsmodul ist nützlich, aber nicht zwingend perfekt

Das Multifunktionsmodul 2 sitzt nahe der Smartphone Klemme und erweitert den Gimbal um Tracking sowie ein kleines Aufhelllicht. Die Leuchte erreicht bis zu 40 Lux und lässt sich zwischen 2500 und 6500 Kelvin anpassen. Für Gesichter auf kurze Distanz kann sie Schatten sichtbar reduzieren oder bei wärmerem Licht eine angenehmere Hautwirkung erzeugen.

Wunder darf man nicht erwarten. Das Modul ist kein Ersatz für ein größeres Videolicht und kann einen dunklen Raum nicht überzeugend ausleuchten. Seine Stärke liegt darin, ein Gesicht beim Vloggen oder bei einer kurzen Moderation etwas klarer hervorzuheben. Als ständig aktive Lichtquelle zieht es zudem spürbar am Akku.

Ein kleiner Rückschritt betrifft die Audioseite. Das neue Modul dient nicht mehr in derselben Form als direkter Empfänger für ein kompatibles DJI Funkmikrofon. Im Creator Paket liegt deshalb ein separater Empfänger für das Smartphone bei. Das funktioniert, ist aber weniger elegant als eine vollständig integrierte Lösung. Gerade bei einem Produkt mit dem Zusatz P hätte ich erwartet, dass DJI Komfortfunktionen eher zusammenführt als wieder auf mehrere Komponenten verteilt.

Mimo App, native Kamera und die Frage nach dem Smartphone

Die DJI Mimo App bleibt das Zentrum für Firmware, Einstellungen, ActiveTrack und verschiedene kreative Aufnahmemodi. Dazu gehören etwa dynamische Zoomfahrten, Panorama Funktionen, Zeitraffer und automatische Schnittvorschläge. Die Oberfläche ist zugänglich und führt Einsteiger recht gut durch die wichtigsten Funktionen.

Trotzdem gefällt mir am Osmo Mobile 8P besonders, dass man nicht dauerhaft an Mimo gebunden ist. Mit Apple DockKit oder dem Multifunktionsmodul lässt sich die Motivverfolgung auch außerhalb der DJI App nutzen. Das ist im Alltag wichtiger als noch ein weiterer Effektmodus.

Android Geräte können per NFC gekoppelt werden und die Bildschirmanzeige direkt auf FrameTap spiegeln. Beim iPhone erfolgt die Spiegelung über die DJI Mimo App. Die Unterschiede zwischen den Plattformen sind damit kleiner geworden, vollständig identisch ist die Erfahrung aber weiterhin nicht. Vor dem Kauf lohnt sich deshalb ein Blick in die offizielle Kompatibilitätsliste.

Bei Ultraweitwinkel Aufnahmen kann je nach Smartphone ein Teil des Gimbals ins Bild ragen. Meist lässt sich das durch eine leicht versetzte Position der Magnetklemme korrigieren. Außerdem sind weder der Gimbal noch FrameTap wasserdicht. Bei Regen oder Aufnahmen am Wasser ist also deutlich mehr Vorsicht gefragt, als es die robuste Optik vermuten lässt.

Akku zwischen sehr gutem Prospektwert und realistischer Nutzung

Im Osmo Mobile 8P steckt ein Akku mit 3350 mAh. DJI nennt eine Laufzeit von bis zu 10 Stunden. Dieser Wert gilt allerdings unter sehr günstigen Bedingungen, bei ausbalanciertem und weitgehend ruhendem Gimbal ohne zusätzliches Tracking Modul.

Mit aktiviertem Multifunktionsmodul 2 sinkt die Laufzeit ohne Licht auf ungefähr fünf Stunden. Bei aktivem Tracking und maximaler Helligkeit bleiben rund vier Stunden. Das ist für die meisten Drehs immer noch ordentlich, zeigt aber, wie wenig die große Zehn Stunden Zahl über den tatsächlichen Creator Alltag aussagt.

Geladen wird über USB C. Eine vollständige Ladung dauert ungefähr zweieinhalb Stunden. Über einen zusätzlichen USB C Anschluss kann der Gimbal auch das Smartphone mit Energie versorgen. Das ist bei längeren Aufnahmen praktisch, reduziert aber natürlich die eigene Laufzeit. Im Alltag würde ich die Ladefunktion eher als Notreserve sehen und nicht als Ersatz für eine Powerbank.

Preis und Pakete: Das mittlere Modell ergibt am meisten Sinn

Der Osmo Mobile 8P startet als Standard Combo bei 159 Euro. Darin sind der Gimbal, die magnetische Smartphone Klemme und FrameTap bereits enthalten. Die Advanced Tracking Combo kostet 189 Euro und ergänzt das Multifunktionsmodul 2. Für 219 Euro gibt es das Creator Combo mit zusätzlichem DJI Mic Mini 2 Sender und passendem Smartphone Empfänger.

Das Standard Paket ist fair kalkuliert, weil die wichtigste Neuerung nicht künstlich in ein teureres Paket verschoben wird. Wer den Gimbal hauptsächlich in der DJI Mimo App oder mit einem kompatiblen iPhone nutzt, erhält bereits viel Funktionalität.

Für Solo Creator, Redaktionen und Nutzer, die in der nativen Kamera App filmen möchten, erscheint die Advanced Tracking Combo dennoch als die sinnvollste Variante. Der Aufpreis von 30 Euro ist überschaubar und erschließt genau jene Tracking Funktionen, die den 8P von einem guten Stabilisator zu einem flexiblen Aufnahmewerkzeug machen.

Besitzer eines Osmo Mobile 8 müssen nicht automatisch wechseln. Stabilisierung, Bauform, Verlängerungsstab, Stativ und viele Grundfunktionen sind sehr ähnlich. Das Upgrade lohnt sich vor allem dann, wenn die Fernbedienung im eigenen Workflow tatsächlich einen Unterschied macht. Wer bisher nie alleine vor der Kamera steht, bekommt für sein Geld eher Komfort als eine sichtbar bessere Bildqualität.

Fazit: Ein starker Gimbal mit einer wirklich sinnvollen neuen Idee

Der DJI Osmo Mobile 8P erfindet den Smartphone Gimbal nicht neu. Er löst aber eines der größten praktischen Probleme dieser Produktklasse. FrameTap macht es deutlich einfacher, sich selbst aufzunehmen, den Bildausschnitt zu kontrollieren und eine Szene aus der Entfernung zu starten. Das ist keine Funktion für das Datenblatt, sondern ein Werkzeug, das im Alltag tatsächlich Zeit und Nerven spart.

Die Stabilisierung ist zuverlässig, das Tracking gehört zu den stärksten Lösungen seiner Klasse und die Kombination aus Stativ, Verlängerungsstab und magnetischer Befestigung funktioniert angenehm unkompliziert. Gleichzeitig ist der 8P nicht frei von Kritik. Die Bedienung über den kleinen Touchscreen ist weniger direkt als echte Tasten, das Zoom und Fokusrad fehlt, die maximale Akkulaufzeit ist nur unter idealen Bedingungen erreichbar und das neue Tracking Modul integriert DJI Funkmikrofone nicht mehr so elegant wie zuvor.

Trotzdem bleibt der Gesamteindruck klar positiv. Für Reisende, mobile Journalisten, Familien, Vlogger und kleine Videoteams ist der Osmo Mobile 8P eines der vielseitigsten Werkzeuge, um mit dem Smartphone kontrollierter zu filmen. Besonders stark ist er aber für Menschen, die häufig gleichzeitig vor und hinter der Kamera stehen müssen. Genau dann fühlt sich FrameTap nicht wie ein nettes Extra an, sondern wie der eigentliche Grund, diesen Gimbal zu kaufen.

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Test

DJI Osmo Mobile 8P

8.4 Punkte

Der DJI Osmo Mobile 8P verbindet zuverlässige Stabilisierung mit einer wirklich praktischen Fernbedienung. FrameTap vereinfacht Solo Aufnahmen deutlich und macht den Gimbal zu einem vielseitigen Werkzeug für Reisen, Social Media und redaktionelle Videos. Kleine Schwächen bei Bedienung, Mikrofonintegration und Akkulaufzeit trüben den starken Gesamteindruck nur geringfügig.

PROS

  • Sehr zuverlässige Stabilisierung
  • Frame Tap mit Livebild und Remote
  • Starkes Tracking
  • Integriertes Stativ und Verlängerung
  • Schnelle Einrichtung
  • Fairer Preis

CONS

  • Weniger Tasten als beim Vorgänger
  • Touchscreen-Bedienung manchmal mühsam
  • nicht gegen Wasser und Staub geschützt

Fazit

  • Verarbeitung 8
  • Stabilisierung 9
  • Tracking & Funktionen 9
  • Bedienung & App 8
  • Akku & Preis 8
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