GTA 6 erneut verschoben – Rockstar lässt Fans weiter warten

Take-Two-Chef bleibt gelassen, Entlassungen bei Rockstar sorgen für Unruhe

Na toll, schon wieder. Rockstar hat den Release von GTA 6 ein weiteres Mal nach hinten geschoben – und diesmal deutlich. Wie der Publisher am Donnerstag bekanntgab, soll das heiß erwartete Open-World-Epos nun am 19. November 2026 erscheinen. Das gilt allerdings nur für PlayStation 5 und Xbox Series X/S – PC-Spieler müssen sich wohl noch bis 2027 oder länger gedulden.

Ursprünglich war der Start für Herbst 2025 geplant, wurde dann auf Mai 2026 verschoben – und jetzt kommt nochmal ein halbes Jahr obendrauf. Bei der Begründung bleibt Rockstar gewohnt vage: Man brauche „mehr Zeit, um den außergewöhnlichsten Titel zu machen, den es je in der Geschichte des Entertainments gegeben habe“.

Klingt episch – ist aber auch ein Satz, den wir gefühlt schon bei jeder Verschiebung gehört haben.

Zwischen Anspruch und Realität

Dass GTA 6 zu den meist erwarteten Spielen aller Zeiten zählt, steht außer Frage. Seit dem letzten Teil – Grand Theft Auto 5 – sind mittlerweile zwölf Jahre vergangen. Über 220 Millionen verkaufte Exemplare machen den Vorgänger zu einem der erfolgreichsten Spiele überhaupt. Kein Wunder also, dass die Erwartungshaltung riesig ist.

Doch die lange Entwicklungszeit sorgt zunehmend für Unruhe – nicht nur bei den Fans, sondern offenbar auch intern. Laut britischer Gewerkschaft Independent Workers of Great Britain (IWGB) hat Rockstar in den letzten Wochen 31 Mitarbeitende entlassen. Offiziell spricht das Unternehmen von organisatorischen Gründen, die Gewerkschaft hingegen vermutet, dass die Kündigungen gewerkschaftliche Bestrebungen im Keim ersticken sollten.

Rockstar dementiert einen Zusammenhang zwischen den Entlassungen und der erneuten Verschiebung – aber die zeitliche Nähe lässt Raum für Spekulationen.

Zelnick bleibt cool: „Die Zeit ist gut investiert“

Trotz allem gibt sich Take-Two-CEO Strauss Zelnick entspannt. Gegenüber IGN erklärte er, dass man Rockstar bewusst mehr Luft verschafft habe:

„Wir wollten Rockstar ausreichend Zeit geben, um den Titel zu optimieren und sicherzustellen, dass er so gut wie möglich wird.“

Die zusätzliche Entwicklungszeit soll vor allem der Qualitätssicherung dienen – ein Thema, das in den letzten Jahren bei vielen großen Studios zum Stolperstein geworden ist. Zelnick verweist auf die Fehler der Konkurrenz:

„Wenn unsere Konkurrenten zu früh auf den Markt gehen, bevor etwas wirklich fertig ist, passieren meist unschöne Dinge.“

Klingt wie ein Seitenhieb auf Cyberpunk 2077 oder Starfield – beide Titel mussten sich zum Launch harsche Kritik für technische Probleme gefallen lassen.

Zelnick verspricht dagegen ein „spektakuläres“ Ergebnis und zeigt sich „hoch zuversichtlich“, dass der November-Termin diesmal Bestand hat.

Cleveres Timing – und ein wenig Kalkül

Rein geschäftlich ist der neue Termin durchaus clever gewählt: Ein Release im November bringt Rockstar direkt ins Weihnachtsgeschäft – die umsatzstärkste Zeit des Jahres. Für Take-Two, den Mutterkonzern, ist das vierte Quartal ohnehin traditionell das stärkste.

Trotzdem reagierte die Börse zunächst nervös: Die Take-Two-Aktie sackte nachbörslich um mehr als 6 Prozent ab. Offenbar ist auch an der Wall Street die Geduld mit den Rockstar-Verschiebungen langsam am Ende.

Hinter den Kulissen: Turbulenzen und hohe Erwartungen

Während Zelnick öffentlich Optimismus verbreitet, scheint es intern bei Rockstar unruhig zuzugehen. Neben den Entlassungen gab es Berichte über hohen Druck, lange Arbeitszeiten und Auseinandersetzungen mit der Belegschaft.

Offiziell bestreitet das Studio, dass diese Themen Einfluss auf die Entwicklung von GTA 6 haben – dennoch ist der Eindruck schwer zu vermeiden, dass hinter der glänzenden PR-Fassade einiges knirscht.

Denn: Kaum ein anderes Spiel steht so sehr im Fokus wie GTA 6. Die Leaks, die Diskussionen über den Schauplatz (eine fiktive Version von Miami, angeblich mit zwei spielbaren Hauptfiguren – einem Duo im Stil von Bonnie & Clyde) und die jahrelange Funkstille haben die Erwartungen ins Unermessliche gesteigert.

Rockstar muss also nicht nur ein technisch makelloses Spiel abliefern, sondern auch eines, das dem größten Hype der Gaming-Geschichte gerecht wird.

Fazit: Ein halbes Jahr mehr Geduld – mindestens

Ob der 19. November 2026 diesmal wirklich hält, bleibt abzuwarten. Die Vergangenheit hat gezeigt: Bei Rockstar ist nichts in Stein gemeißelt.

Fans reagieren in den sozialen Medien jedenfalls mit einer Mischung aus Frust und Verständnis. Viele verweisen auf das Motto: Lieber spät, aber dafür richtig. Andere sehen die erneute Verzögerung als Zeichen, dass hinter den Kulissen mehr Probleme stecken könnten, als man öffentlich zugibt.

Eines steht fest: Wenn GTA 6 schließlich erscheint, wird die Gaming-Welt stillstehen – und die Erwartungen werden höher sein als je zuvor.

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