Apple erhöht die Preise: Diese Macs, iPads und Home Produkte werden jetzt deutlich teurer

Bis zu mehrere Hundert Euro mehr für unveränderte Hardware: Apple reagiert auf die globale Speicherkrise und setzt bei MacBook, iPad, Apple TV und HomePod neue Preise an.

Apple hat die Preise zahlreicher Produkte nun ebenfalls deutlich angehoben. Betroffen sind nahezu das gesamte Mac und iPad Sortiment sowie Apple TV, HomePod und Apple Vision Pro. Teilweise verlangt der Konzern mehrere Hundert Euro mehr, ohne dass die Geräte technisch verändert oder durch neue Modelle ersetzt wurden. Ausgerechnet der anhaltende KI Boom soll dafür verantwortlich sein.

Eine ungewöhnlich große Preisrunde

Neue Apple Produkte sind selten günstig. Kundinnen und Kunden wissen normalerweise aber zumindest, woran sie sind. Apple legt den Preis eines Gerätes zum Marktstart fest und behält diesen üblicherweise bis zur nächsten Generation bei. Selbst wenn sich Wechselkurse oder Produktionskosten verändern, bleiben die offiziellen Preise im laufenden Produktzyklus meistens stabil.

Genau deshalb fällt die aktuelle Preisrunde so stark auf. Seit dem 25. Juni 2026 gelten für zahlreiche bereits erhältliche Geräte neue Preise. Apple verlangt nicht nur bei einzelnen Speichervarianten etwas mehr, sondern hebt die Einstiegspreise ganzer Produktfamilien an. Je nach Modell liegen die Aufschläge bei ungefähr 8 bis über 35 Prozent. Besonders deutlich trifft es ausgerechnet jene Geräte, die bislang als vergleichsweise günstiger Einstieg in das Apple Ökosystem positioniert waren.

Das Unternehmen begründet den Schritt mit stark gestiegenen Kosten für Arbeitsspeicher und Flashspeicher. Der weltweite Ausbau großer Rechenzentren für generative KI sorgt dafür, dass Hersteller von Speicherchips einen immer größeren Teil ihrer Kapazitäten für lukrative Serverkomponenten reservieren. Für klassische Computer, Tablets, Smartphones und Unterhaltungselektronik bleibt entsprechend weniger übrig.

MacBook Air und MacBook Pro werden mehrere Hundert Euro teurer

Besonders deutlich spüren Käuferinnen und Käufer die Preissteigerungen beim MacBook. Das aktuelle MacBook Air mit 13 Zoll Display startet in Österreich nun bei 1.399 Euro. Zuvor lag der Einstiegspreis bei 1.199 Euro. Der Aufschlag beträgt damit 200 Euro beziehungsweise rund 17 Prozent. Beim größeren MacBook Air mit 15 Zoll steigt der Preis ebenfalls um etwa 200 Euro und beginnt nun bei rund 1.699 Euro.

Damit verändert sich die Position des MacBook Air spürbar. Das Modell galt lange als Apples relativ vernünftiger Alltagscomputer für Studierende, Familien, Büroarbeit und leichte kreative Aufgaben. Mit einem Einstiegspreis von knapp 1.400 Euro bewegt es sich nun allerdings deutlich näher an leistungsstarken Windows Notebooks der Oberklasse.

Auch beim MacBook Pro fällt der Aufschlag erheblich aus. Das MacBook Pro mit 14 Zoll Display und M5 Chip kostet jetzt mindestens 2.199 Euro. Abhängig davon, welcher bisherige Basispreis herangezogen wird, entspricht das einer Erhöhung von ungefähr 300 Euro. Das MacBook Pro mit 16 Zoll startet inzwischen bei 3.399 Euro, rund 400 Euro mehr als zuvor.

Bei besser ausgestatteten Konfigurationen wächst der Unterschied weiter. Zusätzlicher gemeinsamer Arbeitsspeicher und größere SSDs waren bei Apple schon vor der Preisrunde teuer. Da genau diese Komponenten aktuell besonders stark von den steigenden Einkaufspreisen betroffen sind, werden leistungsstarke Arbeitsgeräte für Videoproduktion, Entwicklung, Musik oder professionelle Bildbearbeitung nochmals deutlich kostspieliger.

Eine vollständig ausgestattete MacBook Pro Konfiguration kann inzwischen einen fünfstelligen Betrag erreichen. Für private Nutzerinnen und Nutzer ist das kaum relevant, für Unternehmen, Kreativstudios und Selbstständige allerdings durchaus. Wer mehrere Arbeitsplätze erneuern muss, spürt einen Aufschlag von mehreren Hundert Euro pro Gerät schnell im Gesamtbudget.

Selbst das günstige MacBook Neo verliert an Attraktivität

Auch Apples günstigstes Notebook bleibt von der Preisrunde nicht verschont. Das MacBook Neo startet nun bei 799 Euro, zuvor waren es 699 Euro. Die Variante mit mehr Speicher kostet inzwischen mindestens 899 Euro.

Der Aufpreis von 100 Euro wirkt im Vergleich zum MacBook Pro zunächst moderat. Prozentual handelt es sich dennoch um eine Erhöhung von rund 14 Prozent. Gerade bei einem Produkt, dessen wichtigstes Verkaufsargument der niedrigere Einstiegspreis ist, wiegt ein solcher Schritt besonders schwer.

Das MacBook Neo bleibt zwar das günstigste neue Apple Notebook, der Abstand zu Aktionspreisen älterer MacBook Air Generationen wird aber kleiner. Im freien Handel könnten Vorgängermodelle dadurch vorübergehend interessanter werden, sofern Händler noch Geräte zu den bisherigen Einkaufskonditionen auf Lager haben.

Mac mini, iMac und Mac Studio ebenfalls betroffen

Nicht nur mobile Macs werden teurer. Apple hat auch bei den Desktopmodellen angesetzt. Besonders auffällig ist die Entwicklung beim Mac mini. Das Basismodell mit M4 Chip und 256 GB Speicher kostete bislang rund 699 Euro. Nun werden ungefähr 949 Euro fällig. Das entspricht einem Aufschlag von etwa 250 Euro oder knapp 36 Prozent.

Damit verliert der Mac mini einen wesentlichen Teil seines bisherigen Reizes. Das kompakte Gerät war lange der günstigste Weg zu einem leistungsfähigen Mac, sofern Display, Tastatur und Maus bereits vorhanden waren. Bei knapp 950 Euro muss es sich nun nicht mehr nur mit kleinen Bürocomputern messen, sondern auch mit ausgewachsenen Windows Rechnern und leistungsstarken Mini PCs.

Der iMac startet nach der Anpassung bei ungefähr 1.799 Euro. Zuvor lag das günstigste Modell bei rund 1.499 Euro. Apple verlangt damit mindestens 300 Euro mehr, ohne das Gerät technisch zu verändern. Besser ausgestattete Varianten steigen ebenfalls im Preis.

Noch größer fällt der absolute Sprung beim Mac Studio aus. Das professionelle Desktopmodell beginnt nun bei etwa 2.999 Euro. Je nach bisheriger Konfiguration entspricht das einem Aufschlag von ungefähr 500 bis 700 Euro. Varianten mit leistungsstarken Chips, sehr viel gemeinsamem Arbeitsspeicher und großen SSDs können mehrere Tausend Euro teurer ausfallen als noch zu Beginn des Jahres.

Apple Preisupdate
Apple Preiserhöhungen im Überblick
Macs, iPads und Produkte für das Wohnzimmer werden teils deutlich teurer. Die Übersicht zeigt die bisherigen und neuen regulären Preise der betroffenen Produktreihen und Standardkonfigurationen.
Größter Aufschlag
+2.000 €
Stärkster Anstieg
+58,2 %
Vorerst unverändert
iPhone, Watch, AirPods
MacBook
MacBook Neo
256 GB
Bisher
699 €
Neu
799 €
Erhöhung
+100 €+14,3 %
MacBook Neo
512 GB
Bisher
799 €
Neu
899 €
Erhöhung
+100 €+12,5 %
MacBook Air 13 Zoll
M5, 8 Core GPU
Bisher
1.199 €
Neu
1.399 €
Erhöhung
+200 €+16,7 %
MacBook Air 13 Zoll
M5, 10 Core GPU
Bisher
1.324 €
Neu
1.509 €
Erhöhung
+185 €+14,0 %
MacBook Air 15 Zoll
M5, 10 Core GPU
Bisher
1.499 €
Neu
1.699 €
Erhöhung
+200 €+13,3 %
MacBook Pro 14 Zoll
M5
Bisher
1.899 €
Neu
2.199 €
Erhöhung
+300 €+15,8 %
MacBook Pro 14 Zoll
M5 Pro, 15 Core CPU
Bisher
2.499 €
Neu
2.899 €
Erhöhung
+400 €+16,0 %
MacBook Pro 14 Zoll
M5 Pro, 18 Core CPU
Bisher
2.699 €
Neu
3.149 €
Erhöhung
+450 €+16,7 %
MacBook Pro 14 Zoll
M5 Max, 32 Core GPU
Bisher
4.199 €
Neu
4.799 €
Erhöhung
+600 €+14,3 %
MacBook Pro 14 Zoll
M5 Max, 40 Core GPU
Bisher
4.824 €
Neu
5.459 €
Erhöhung
+635 €+13,2 %
MacBook Pro 16 Zoll
M5 Pro, 18 Core CPU
Bisher
2.999 €
Neu
3.399 €
Erhöhung
+400 €+13,3 %
MacBook Pro 16 Zoll
M5 Max, 32 Core GPU
Bisher
4.499 €
Neu
5.099 €
Erhöhung
+600 €+13,3 %
MacBook Pro 16 Zoll
M5 Max, 40 Core GPU
Bisher
4.999 €
Neu
5.699 €
Erhöhung
+700 €+14,0 %
Desktop Macs
Mac mini
M4, 256 GB
Bisher
699 €
Neu
949 €
Erhöhung
+250 €+35,8 %
Mac mini
M4 Pro, 12 Core CPU
Bisher
1.699 €
Neu
1.899 €
Erhöhung
+200 €+11,8 %
Mac mini
M4 Pro, 14 Core CPU
Bisher
1.949 €
Neu
2.119 €
Erhöhung
+170 €+8,7 %
iMac 24 Zoll
M4, zwei Thunderbolt Anschlüsse
Bisher
1.499 €
Neu
1.799 €
Erhöhung
+300 €+20,0 %
iMac 24 Zoll
M4, vier Thunderbolt Anschlüsse
Bisher
1.749 €
Neu
1.999 €
Erhöhung
+250 €+14,3 %
Mac Studio
M4 Max
Bisher
2.499 €
Neu
2.999 €
Erhöhung
+500 €+20,0 %
Mac Studio
M3 Ultra
Bisher
4.999 €
Neu
6.999 €
Erhöhung
+2.000 €+40,0 %
iPad
iPad
A16, 128 GB, WiFi
Bisher
379 €
Neu
499 €
Erhöhung
+120 €+31,7 %
iPad mini
A17 Pro, 128 GB, WiFi
Bisher
549 €
Neu
679 €
Erhöhung
+130 €+23,7 %
iPad Air 11 Zoll
M4, 128 GB, WiFi
Bisher
649 €
Neu
799 €
Erhöhung
+150 €+23,1 %
iPad Air 13 Zoll
M4, 128 GB, WiFi
Bisher
849 €
Neu
999 €
Erhöhung
+150 €+17,7 %
iPad Pro 11 Zoll
M5, Basiskonfiguration
Bisher
1.099 €
Neu
1.299 €
Erhöhung
+200 €+18,2 %
iPad Pro 13 Zoll
M5, Basiskonfiguration
Bisher
1.449 €
Neu
1.649 €
Erhöhung
+200 €+13,8 %
TV, Home und Vision
HomePod mini
Alle Farben
Bisher
109 €
Neu
139 €
Erhöhung
+30 €+27,5 %
HomePod
2. Generation
Bisher
349 €
Neu
399 €
Erhöhung
+50 €+14,3 %
Apple TV 4K
64 GB, WiFi
Bisher
169 €
Neu
229 €
Erhöhung
+60 €+35,5 %
Apple TV 4K
128 GB, WiFi und Ethernet
Bisher
189 €
Neu
299 €
Erhöhung
+110 €+58,2 %
Apple Vision Pro
Basiskonfiguration, Preis für Deutschland
Bisher
3.699 €
Neu
3.999 €
Erhöhung
+300 €+8,1 %
Stand: 26. Juni 2026. Reguläre Europreise inklusive Mehrwertsteuer für Österreich. Für die Apple Vision Pro ist der deutsche Europreis angegeben, da das Headset nicht regulär im österreichischen Apple Online Store angeboten wird. Die Übersicht umfasst die betroffenen Produktreihen sowie die wichtigsten von Apple angebotenen Standardkonfigurationen. Individuelle Speicher und Arbeitsspeicher Upgrades können zusätzlich stärker gestiegen sein.

Das günstige iPad kostet plötzlich fast 500 Euro

Auch das iPad Sortiment wird erheblich teurer. Besonders drastisch fällt die Anpassung beim klassischen iPad mit A16 Chip aus. Der Einstiegspreis steigt von 379 auf 499 Euro. Apple verlangt damit 120 Euro mehr, was einer Erhöhung von fast 32 Prozent entspricht.

Das Standard iPad war bisher eines der attraktivsten Produkte im Apple Sortiment. Für weniger als 400 Euro bot es ein großes Display, lange Softwareunterstützung, gute Leistung und Zugriff auf das gesamte iPad App Angebot. Bei knapp 500 Euro verschiebt sich die Wahrnehmung. Das Gerät bleibt funktional unverändert, bewegt sich preislich aber deutlich näher an Android Tablets der Oberklasse und rabattierten iPad Air Modellen aus dem Handel.

Das kompakte iPad mini startet inzwischen bei 679 Euro. Zuvor kostete das Modell mit A17 Pro Chip rund 549 Euro. Der Aufschlag liegt damit bei etwa 130 Euro.

Gerade beim iPad mini ist die Preissteigerung schwer zu übersehen. Das Gerät besitzt zwar eine ungewöhnlich kompakte Bauform und wird von vielen Nutzerinnen und Nutzern genau deshalb geschätzt. Für fast 700 Euro steht es nun jedoch in direkter Konkurrenz zu größeren und teilweise leistungsfähigeren Tablets.

iPad Air und iPad Pro rücken weiter nach oben

Das iPad Air mit 11 Zoll Display und M4 Chip kostet nun mindestens 799 Euro. Vor der Anpassung lag der Einstiegspreis bei 649 Euro. Apple schlägt damit 150 Euro beziehungsweise rund 23 Prozent auf. Das größere Modell mit 13 Zoll verteuert sich ebenfalls um 150 Euro und startet jetzt bei 999 Euro.

Mit Tastatur und Apple Pencil kann ein iPad Air dadurch schnell deutlich über 1.000 Euro kosten. Wer zusätzlich mehr internen Speicher oder eine Mobilfunkverbindung benötigt, nähert sich preislich bereits einem MacBook Air. Die Frage, ob ein klassisches Notebook oder ein Tablet mit Zubehör sinnvoller ist, wird damit noch relevanter.

Auch das iPad Pro wird teurer. Das Modell mit 11 Zoll Display startet nun bei 1.299 Euro, zuvor waren es 1.099 Euro. Das iPad Pro mit 13 Zoll kostet mindestens 1.649 Euro statt bisher 1.449 Euro. In beiden Fällen beträgt der Aufschlag 200 Euro.

In Verbindung mit Magic Keyboard, Apple Pencil Pro und einer größeren SSD kann ein iPad Pro damit problemlos den Preis eines gut ausgestatteten MacBook Pro erreichen. Das Tablet bleibt technisch eines der leistungsfähigsten Geräte seiner Klasse, doch die ohnehin schwierige Diskussion über das Verhältnis aus Preis, Leistung und den Grenzen von iPadOS dürfte durch die neue Preisgestaltung wieder an Fahrt aufnehmen.

Apple TV und HomePod trifft es besonders hart

Überraschend deutlich fallen die Anpassungen bei Apples Wohnzimmerprodukten aus. Der HomePod mini kostet in Österreich jetzt 139 Euro. Zuvor lag der Preis bei 109 Euro. Das sind 30 Euro mehr und damit eine Steigerung von ungefähr 28 Prozent. Der große HomePod verteuert sich von 349 auf 399 Euro.

Ein einzelner HomePod bleibt damit knapp unter der Marke von 400 Euro. Für ein Stereopaar werden nun fast 800 Euro fällig. Das macht den intelligenten Lautsprecher im Vergleich zu hochwertigen WLAN Lautsprechern anderer Hersteller deutlich weniger zugänglich.

Noch auffälliger ist die Entwicklung beim Apple TV 4K. Das Modell mit 64 GB Speicher kostet in Österreich nun 229 Euro, während für die Variante mit 128 GB Speicher, Ethernet und Thread Unterstützung 299 Euro verlangt werden. Je nach bisherigem Preis und Markt liegt der Aufschlag beim Einstiegsmodell zwischen 40 und 60 Euro.

Das Apple TV war bereits vor der Erhöhung erheblich teurer als Streaminggeräte von Amazon, Google oder Roku. Mit 229 Euro wird es zunehmend zu einem Produkt für überzeugte Apple Nutzerinnen und Nutzer, die besonderen Wert auf die enge Integration mit iPhone, AirPods, Apple Music, Fotos, Fitness und dem restlichen Ökosystem legen.

Auch die Apple Vision Pro wurde in den Märkten, in denen sie offiziell angeboten wird, teurer. Der Einstiegspreis stieg in Europa teilweise von rund 3.699 auf 3.999 Euro. Angesichts des ohnehin hohen Preises fällt die prozentuale Veränderung geringer aus, absolut kommen dennoch ungefähr 300 Euro hinzu.

iPhone, Apple Watch und AirPods bleiben vorerst verschont

Nicht alle Apple Produkte sind von der aktuellen Runde betroffen. Die Preise für iPhone, Apple Watch und AirPodsbleiben zunächst unverändert. Auch Zubehör wie Apple Pencil, Magic Keyboard und Magic Mouse wurde bislang nicht flächendeckend angepasst.

Das Wort vorerst ist dabei entscheidend. Apple hat nicht zugesichert, dass diese Produktgruppen dauerhaft von Preissteigerungen ausgenommen bleiben. Im Gegenteil: Bereits vor der aktuellen Anpassung hatte Konzernchef Tim Cook deutlich gemacht, dass höhere Verkaufspreise aufgrund der gestiegenen Komponentenkosten kaum noch zu vermeiden seien.

Für Apple ergibt es strategisch Sinn, die Preise der aktuellen iPhone Generation nicht mitten im Verkaufsjahr zu verändern. Das iPhone ist das wichtigste Einzelprodukt des Unternehmens, wird stark über Mobilfunkverträge vermarktet und besitzt eine deutlich größere öffentliche Wahrnehmung als ein Mac mini oder HomePod.

Wahrscheinlicher ist deshalb, dass mögliche Mehrkosten in die Preisgestaltung der nächsten iPhone Generation einfließen. Die für Herbst 2026 erwarteten Modelle könnten mit höheren Einstiegspreisen auf den Markt kommen, ohne dass Apple offiziell von einer nachträglichen Preiserhöhung sprechen müsste. Bis zur Vorstellung handelt es sich dabei allerdings um eine naheliegende Möglichkeit und nicht um eine bestätigte Preisentscheidung.

Wie der KI Boom klassische Elektronik verteuert

Hinter der Preisrunde steckt eine Entwicklung, die weit über Apple hinausgeht. Betreiber großer KI Plattformen investieren Milliarden in neue Rechenzentren. Diese benötigen enorme Mengen an leistungsfähigem Arbeitsspeicher, Flashspeicher und spezialisierten Speicherchips für KI Beschleuniger.

Hersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron können ihre Produktionskapazitäten nicht beliebig schnell erhöhen. Neue Fabriken kosten Milliarden, benötigen jahrelange Planung und müssen technisch auf äußerst komplexe Fertigungsprozesse abgestimmt werden. Gleichzeitig sind Speicherkomponenten für KI Server besonders lukrativ, weshalb Hersteller ihre Kapazitäten bevorzugt in dieses Segment verlagern.

Für Produzenten klassischer Computer und Unterhaltungselektronik bedeutet das weniger verfügbare Ware und deutlich höhere Einkaufspreise. Die Kosten für bestimmte Speicherkomponenten stiegen im ersten Quartal 2026 Berichten zufolge um fast 98 Prozent. Für das zweite Quartal wurden weitere Erhöhungen im Bereich von 58 bis 63 Prozent erwartet.

Apple verfügt zwar über enorme Einkaufsmengen, langfristige Lieferverträge und eine der stärksten Lieferketten der Branche. Selbst diese Vorteile reichen offenbar nicht mehr aus, um die Kosten vollständig aufzufangen. Das Unternehmen erklärte, die Branche erlebe einen Anstieg der Komponentenpreise in einer Geschwindigkeit und Größenordnung, wie es ihn bislang nicht gegeben habe.

Warum die Preissteigerungen trotzdem kritisch bleiben

Die wirtschaftliche Begründung ist nachvollziehbar, macht die neuen Preise für Kundinnen und Kunden aber nicht automatisch attraktiver. Apple gehört zu den profitabelsten Unternehmen der Welt und arbeitet bei vielen Produkten mit hohen Margen. Entsprechend wird die Frage aufkommen, welchen Anteil der gestiegenen Kosten das Unternehmen selbst trägt und welchen Anteil es an die Kundschaft weitergibt.

Hinzu kommt, dass die Geräte technisch unverändert bleiben. Wer heute ein iPad oder MacBook kauft, erhält nicht mehr Speicher, ein besseres Display oder einen schnelleren Chip als noch wenige Tage zuvor. Lediglich das Preisschild hat sich verändert.

Besonders problematisch ist der überproportionale Anstieg bei günstigen Einstiegsmodellen. Das normale iPad, der Mac mini und der HomePod mini verzeichnen prozentual einige der größten Erhöhungen. Genau diese Produkte waren bisher dafür zuständig, neue Nutzerinnen und Nutzer in das Apple Ökosystem zu holen.

Apple riskiert damit, den Abstand zu günstigeren Konkurrenzprodukten weiter zu vergrößern. Ein iPad für 379 Euro ließ sich trotz einiger Einschränkungen leicht empfehlen. Bei 499 Euro wird der Vergleich mit Android Tablets deutlich interessanter. Ein Mac mini für 699 Euro war ein ungewöhnlich leistungsfähiger kompakter Rechner. Bei 949 Euro sieht die Rechnung anders aus.

Händler könnten kurzfristig noch günstigere Angebote haben

Die neuen Preise gelten unmittelbar im Apple Online Store und in den offiziellen Apple Stores. Andere Händler dürften ihre Preise jedoch nicht überall gleichzeitig anpassen. Geräte, die bereits zu den bisherigen Konditionen eingekauft wurden, könnten deshalb vorübergehend weiterhin günstiger erhältlich sein.

Gerade bei MacBook Air, iPad Air, Standard iPad, HomePod und Apple TV kann sich ein Preisvergleich derzeit besonders lohnen. Allerdings ist damit zu rechnen, dass ältere Lagerbestände nach und nach verschwinden und neu bestellte Ware auf Basis der höheren Einkaufspreise kalkuliert wird.

Auch generalüberholte Geräte und Vorgängermodelle gewinnen durch die neue Situation an Attraktivität. Ein älteres MacBook Air oder iPad Pro mit nur geringfügig schwächerem Chip könnte deutlich günstiger sein als das technisch weitgehend vergleichbare aktuelle Modell.

Droht eine dauerhaft teurere Technikgeneration?

Ob Apple die Preise wieder senkt, sobald sich der Speichermarkt entspannt, ist offen. Erfahrungsgemäß nimmt das Unternehmen offizielle Preiserhöhungen nur selten vollständig zurück. Häufig bleiben neue Preisniveaus bestehen und werden bei kommenden Generationen als Ausgangspunkt verwendet.

Damit könnte die aktuelle Anpassung mehr sein als eine kurzfristige Reaktion auf Lieferengpässe. Sie könnte markieren, wie teuer leistungsfähige Computer, Tablets und Smartphones in einer von KI Rechenzentren dominierten Halbleiterindustrie künftig werden.

Auch andere Hersteller stehen unter Druck. Unternehmen mit geringeren Einkaufsmengen und schwächerer Verhandlungsposition könnten die Kosten noch stärker weitergeben oder bei Arbeitsspeicher und interner Speicherkapazität sparen. Bereits jetzt haben mehrere Hersteller von Computern, Spielkonsolen und Unterhaltungselektronik Preise erhöht oder günstigere Konfigurationen gestrichen.

Fazit: Die neuen Apple Preise verändern Kaufentscheidungen

Die aktuelle Preisrunde gehört zu den umfangreichsten und deutlichsten Anpassungen, die Apple in den vergangenen Jahren vorgenommen hat. MacBooks verteuern sich um bis zu mehrere Hundert Euro, das normale iPad kostet plötzlich 499 Euro, der Mac mini nähert sich der Marke von 1.000 Euro und selbst Apple TV sowie HomePod mini machen einen kräftigen Sprung nach oben.

Die steigenden Speicherpreise liefern eine plausible Erklärung. Für Kundinnen und Kunden bleibt dennoch das ungute Gefühl, für exakt dieselbe Hardware deutlich mehr bezahlen zu müssen als noch wenige Tage zuvor.

Wer aktuell einen Mac, ein iPad oder ein Gerät für das Apple Wohnzimmer kaufen möchte, sollte die Preise verschiedener Händler besonders sorgfältig vergleichen. Bei iPhone, Apple Watch und AirPods besteht vorerst kein unmittelbarer Handlungsdruck. Spätestens mit der nächsten iPhone Generation könnte sich allerdings zeigen, ob die aktuelle Preisrunde nur der Anfang einer langfristig teureren Apple Ära ist.

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